Waldseer „Lederei“ expandiert im Einrichtungshaus Gröber

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Maikel Auer bei der Arbeit in seiner „Lederei“, mit der er zum 1. August in die Wurzacher Straße umsiedelt.
Maikel Auer bei der Arbeit in seiner „Lederei“, mit der er zum 1. August in die Wurzacher Straße umsiedelt. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Maikel Auer verbindet traditionelles Handwerk mit modernem Design. Und dafür ist die Nachfrage so groß, dass seine „Lederei“ am Ravensburger Tor 6 in Bad Waldsee räumlich aus allen Nähten platzt. Der 37–Jährige wird deshalb mit Ladengeschäft samt Werkstatt in die Wurzacher Straße 21 umsiedeln, wo (wie berichtet) die Räumlichkeiten des Einrichtungshauses Gröber frei werden. Ab 1. August ist der Orthopädie-Schuhmachermeister dann hier zu finden.

Als der Familienvater vor knapp zehn Jahren seine „Lederei“ eröffnete, hätte er nicht mit einem derart großen Zulauf an Kunden gerechnet. „Vor allem nicht damit, dass so viele Waldseer und Gäste ihre Schuhe zur Reparatur bringen. Da ist ein Umdenken zu spüren – die Leute geben wieder mehr Geld aus für Schuhe und lassen sie reparieren“, berichtet Auer. Im Hinblick auf die Expansion wird er neben seiner Teilzeitkraft ab Mitte April einen zweiten Schuhmacher beschäftigen.

Auch das Geschäft mit den urigen Allgäuer Holzclogs habe immer größere Dimensionen angenommen. Sie würden von Jung und Alt getragen als robuste Arbeitsschuhe mit Fellbesatz. Auer: „Seit eineinhalb Jahren machen wir die Schuhe komplett selbst und bearbeiten das Holz dazu in einer Werkstatt in Mennisweiler.“

Auch die Fasnet ist ein wichtiges Geschäft für den Handwerker, der Träger des SZ-Gründerpreises ist. „Inzwischen beliefern wir 30 Narrenzünfte im Land mit Schellenriemen, speziellen Schuhen, Taschen und Gürtel aus Leder – und natürlich haben wir auch den Dachauer im Angebot“, lacht Auer – wohl wissend, wie begehrt die spezielle Waldseer Kopfbedeckung bei Einheimischen und (Kur)Gästen ist.

In seiner Fachwerkstatt für Lederverarbeitung werden zudem Prototypen für Unternehmen entwickelt und Kleinserien aus Leder hergestellt. Möbel polstert Auer ebenfalls auf und er restauriert beispielsweise Ledersitze von Motorrädern. Auer: „Unser Beruf ist sehr vielfältig und daher bin ich überzeugt, dass er Zukunft hat, auch wenn die Auszubildenden für dieses Handwerk nicht gerade Schlange stehen.“ Auer selbst ist längst in der Zukunft angekommen und vertreibt seine Waren auch im eigenen Onlinehandel.

Nach seinem Umzug in die Wurzacher Straße, steht der „Lederei“ eine 150 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung. „Dann ist Platz für zwei Werkräume und im Ladengeschäft sowie in den Schaufenstern können wir unsere Waren noch schöner präsentieren“, freut sich der Geschäftsmann. Die bisherigen Räume sollen neu vermietet werden.

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