Waldseer Grundschüler bieten Einkaufsservice für Senioren

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 Lutz und Simon möchten ihre „Corona-Ferien“ dazu nutzen, um für ältere und kranke Mitbürger am Frauenberg und im Ballenmoos Leb
Lutz und Simon möchten ihre „Corona-Ferien“ dazu nutzen, um für ältere und kranke Mitbürger am Frauenberg und im Ballenmoos Lebensmittel einzukaufen. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Dieses gute Beispiel könnte in den Ferien Schule machen: Die beiden Viertklässler Lutz und Simon erledigen während der Corona-Krise jeden Nachmittag zwischen 13 und 17 Uhr Lebensmitteleinkäufe für ältere oder kranke Menschen, die derzeit möglichst in ihren eigenen vier Wänden bleiben sollten. Diesen c bieten die Waldseer Grundschüler so lange an, bis der Unterricht nach den Osterferien wieder beginnt.

„Einkaufsservice“ für Senioren ab 65 Jahren

Dass Schüler ihre aktuellen Zwangsferien nicht nur für „Corona-Partys“ auf Spielplätzen und in Parks nutzen, zeigen diese Jungs mit ihrer Idee vom „Einkaufsservice“ für Senioren ab 65 Jahren sowie für kranke oder mobilitätseingeschränkte Mitmenschen. Der eine gebar die Idee und der andere war sofort mit Feuereifer dabei. Und nachdem auch die Eltern das Vorhaben ihrer Sprösslinge für gut befanden, verteilten Lutz und Simon vor ein paar Tagen in den Waldseer Wohngebieten Frauenberg und Ballenmoos Informationszettel zur Kontaktaufnahme.

Bisher war die Resonanz auf den Lieferservice noch verhalten. „Einmal haben wir eine Flasche Spezi einkaufen dürfen, und eine Frau hat angerufen und sich bei uns für diesen Service bedankt“, erzählt Lutz, der sich mit seinem Freund Simon über weitere Aufträge freuen würde. Die Vormittage sind bei beiden Schülern zwar für ihre Schulaufgaben reserviert, die bis zum Ende der „Corona-Ferien“ erledigt sein müssen. „Nachmittags zwischen 13 und 17 Uhr haben wir aber Zeit und besorgen die gewünschten Lebensmittel direkt in den Supermärkten am Ballenmoos“, zeigt Simon den Radius auf, für den dieser Service gelten soll.

Unterwegs mit Fahrrädern und Rucksäcken

Die befreundeten Buben wohnen im Ballenmoos und würden ihre Einkaufstouren daher gerne auf den Frauenberg beschränken. Unterwegs sind sie mit Fahrrädern und Rucksäcken, in denen jeweils 10 bis 15 Nahrungsmittel oder Hygieneartikel aus dem Drogeriemarkt Platz finden.

Sogar kleine Kühltaschen haben sie dabei, falls jemand Tiefkühlprodukte wünscht. „Wer etwas benötigt, der kann uns einfach anrufen – dann kommen wir an die Haustüre, nehmen den dort abgelegten Einkaufszettel und das Geld entgegen, gehen einkaufen und legen die Ware direkt wieder vor der Wohnungstüre ab“, beschreiben die pfiffigen Grundschüler, dass die Übergabe von Geld und Ware kontaktfrei stattfinden kann, wie dies während der Corona-Pandemie empfohlen wird.

Dieses Angebot für Senioren ist übrigens kostenlos. „Wir können nicht immer nur lernen, sondern wollen auch etwas Sinnvolles machen“, begründet Lutz, warum sie für ihre Dienstleistungen kein Geld nehmen möchten. Beide Jungs sind sportliche Naturen und ersetzen ihr Sporttraining derzeit dann eben mit Radfahren und Einkaufen für Risikogruppen, die sich in der Corona-Krise von Einkaufszentren fernhalten sollten.

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