Waldseer Amtsgericht zurück am alten Standort

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Möbelpacker beherrschten beim Umzug des Waldseer Amtsgerichtes am Mittwoch die Szenerie. Neben Möbeln mussten die Mitarbeiter d
Möbelpacker beherrschten beim Umzug des Waldseer Amtsgerichtes am Mittwoch die Szenerie. Neben Möbeln mussten die Mitarbeiter der Spedition auch bis zu 50 Kilogramm schwere Kunststoffboxen mit Akten in das sanierte Gebäude tragen. (Foto: Sabine Ziegler)
Schwäbische Zeitung
Freie Redakteurin

Es ist vollbracht: Nach gut einjähriger Bauzeit und zweitägigem Umzug sind Amtsgerichtsdirektor Kurt Feurle und sein neunköpfiges Team samt neuem Betreuungsgericht wieder zurück im sanierten Amtsgericht. Zwar ist die Behörde an der Wurzacher Straße 73 telefonisch und per Fax vorerst nur eingeschränkt erreichbar. Aber für Donnerstag kommender Woche sind die ersten Gerichtsverhandlungen terminiert und bis dahin präsentiert sich auch der Sitzungssaal im neuen Glanz und verfügt über eine zeitgemäße Akustikdecke.

Der Umzug des Amtsgerichtes war am Mittwoch von weitem sichtbar, weil auf dem Gelände rege Betriebsamkeit herrschte. Es wuselte nur so von Fahrzeugen und Umzugshelfern. Über die Mittagszeit transportierten Speditionsfahrzeuge mittels eines Lastenaufzugs Möbel und Kartons auf Höhe des Sitzungssaals. Dort wurden sie durch die Fenster hineingereicht und verteilt auf die Büros und Lagerräume. Unterdessen schleppten Mitarbeiter einer zweiten Umzugsfirma unzählige, jeweils bis zu 50 Kilogramm schwere Kunststoffboxen gefüllt mit Akten durch den Haupteingang und ließen sich drinnen an die richtigen Standorte lotsen.

„Wir sind wieder online!“

Draußen wurde im Beisein von Feuerwehrkommandant Alois Burkhardt die Brandmeldeanlage für das Gericht aufgeschalten. Der Amtsgerichtsdirektor saß derweil in einer der vielen Baubesprechungen, die die Sanierung eines solchen Hauses notwendig machen. Am Dienstag war laut Kurt Feurle bereits die EDV im Ausweichquartier an der Bahnhofstraße abgebaut und in der Wurzacher Straße wieder installiert worden. Am Mittwochfrüh vermeldete er zufrieden: „Wir sind wieder online!“ Lediglich mit der telefonischen Erreichbarkeit der Behörde hapere es im Augenblick noch. Feurle: „Aber wir hoffen, dass man das jetzt schnell in den Griff bekommt.“

Wie berichtet, wurde das stadtbildprägende Gebäude von 1902 seit Frühjahr 2017 mit Millionenaufwand saniert. Inzwischen befindet sich das Haus sowohl energetisch als auch in Sachen Brandschutz und EDV auf dem technisch neuesten Stand. Seinen Charme aus der Gründerzeit hat das Gebäude gleichwohl behalten, was für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgt. Auch die Barrierefreiheit ist dank eines zweiten Eingangs auf der Rückseite künftig gewährleistet. Die Außenanlagen bekommen in den nächsten Wochen noch ein neues Gesicht und im Sommer muss kurzfristig noch das Dach neu eingedeckt werden bei laufendem Betrieb (SZ berichtete).

Vor allem aber ist das Amtsgericht nun besser unterteilt in öffentliche und nichtöffentliche Räume. „Der Sicherheitsaspekt wird immer bedeutender und deshalb sind die Büros unserer Mitarbeiter nicht mehr für Besucher zugänglich.“ Wer das Gebäude durch den Haupteingang betritt, kann sich links an einem Fenster des Empfangszimmers informieren oder seinen Schriftverkehr abgeben.

Die „Entscheider“ – Amtsgerichtsdirektor, Assessor Michael Höhn, Verwaltungsleiterin Nicole Walter und Notarin Ute Hofbauer im Betreuungsgericht – sind im linken Flügel des Obergeschosses untergebracht. Der rechte Flügel dient als Lagerfläche, nachdem die beiden staatlichen Notariate zum Jahreswechsel aufgelöst wurden.

Eigentümer der Immobilie ist das Land Baden-Württemberg. Deshalb war mit dem aktuellen Umbau der Landesbetrieb „Vermögen und Bau Baden-Württemberg“ befasst, der das Haus bei einer Einweihungsfeier am 15. Mai im Sitzungssaal offiziell übergeben wird an das Amtsgericht. Ob die für die Renovierung und die Gestaltung der Außenanlagen veranschlagten 1,1 Millionen Euro ausreichen werden, ist nach Einschätzung Feurles fraglich. „Bei einem Altbau kommt halt immer mehr dazu als gedacht.“

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