Waldseer Amtsgericht nach Sanierung offiziell übergeben

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Große Freude bei der Schlüsselübergabe (von links): Baudirektor Hermann Zettler, Amtsgericht-Direktor Kurt Feurle, Ravensburger
Große Freude bei der Schlüsselübergabe (von links): Baudirektor Hermann Zettler, Amtsgericht-Direktor Kurt Feurle, Ravensburger Landgericht-Präsident Thomas Dörr, Stellvertretender Bürgermeister Bernhard Schultes und Architekt Sebastian Selbmann. (Foto: Wolfgang Heyer)
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Ungewohnte Klänge waren am Dienstagmittag im Bad Waldseer Amtsgericht zu hören: Bei der feierlichen Übergabe des sanierten Gebäudes gab es Applaus und mitreißende Musik. Amtsgericht-Direktor Kurt Feurle wurde symbolisch der Schlüssel überreicht.

Dort, wo üblicherweise Angeklagte um ein mildes Urteil bangen und Staatsanwälte ihre Plädoyers vortragen, schallten am Dienstag schmissige Gitarren- und Basstöne durch den Gerichtssaal. Die Drei-Mann-Band „Die Propeller“ ließen Sambarhythmen erklingen und verliehen der Veranstaltung eine stimmige Atmosphäre. Der leitende Baudirektor von der „Vermögen und Bau Baden-Württemberg“, Hermann Zettler, erinnerte an den Grund der umfassenden Sanierungsarbeiten: „Im Zuge der Notariatsreform entstand hier eine neue Abteilung für das Betreuungsgericht.“

So wurden während der etwas mehr als einjährigen Bauzeit geeignete Räumlichkeiten für das Betreuungsgericht geschaffen. Außerdem konnte ein barrierefreier Zugang ermöglicht und der Brandschutz ertüchtigt werden. Ebenfalls verwirklicht wurden neue EDV- und Sanitäranlagen sowie die Umsetzung eines Sicherheitskonzeptes des Landeskriminalamtes und damit die Unterteilung in einen öffentlichen und einen nicht-öffentlichen Bereich. „Der schlossartige Treppenaufgang ist ein Blickfang für jeden Besucher“, betonte Zettler und zeigte sich vom Ergebnis und der Zusammenarbeit aller Beteiligten beeindruckt. Am Rande erwähnte der Baudirektor noch, dass sich der Präsident des Ravensburger Landgerichts, Thomas Dörr, im Besonderen für die Erneuerung der Fenster einsetzte und diese Finanzierung vom Justizbereich übernommen wurde.

Die Sanierungsarbeiten am Amtsgericht sind mit der Feier noch nicht beendet. Das Dach, die Fassade und die Außenanlagen stehen auf dem weiteren Sanierungsprogramm. „Vielleicht können wir mit dem Dach schon im nächsten Jahr beginnen“, formulierte Zettler die zeitliche Umsetzung vage. Diese Aussage nahm Feurle in seiner Ansprache auf und ließ das Wort „vielleicht“ bewusst entfallen und wurde konkret: „Im nächsten Jahr steht die Dachsanierung an.“

Eine besondere Herausforderung der Sanierungsarbeiten stellte der Einbau des Aufzugs dar, wie Architekt Sebastian Selbmann erklärte: „Für den Aufzug an zentraler Stelle musste ein neues Fundament gegossen werden.“ Diese unerwartete Maßnahme habe den Bauplan auf den Kopf gestellt. Selbmann ließ zur Erheiterung der mehr als 50 Gäste in schwäbischem Dialekt verlauten, dass „s´Gricht gricht isch und hier nach Recht und Gesetz gerichtet werden kann“.

Die veranschlagten 1,1 Millionen Euro wurden etwas übertroffen – schlussendlich schlägt die Sanierung mit 1,4 Millionen Euro zu Buche. „Die zwölf Beschäftigten haben helle und moderne Arbeitsplätze bekommen“, sagte Bernhard Schultes in Vertretung des Bürgermeisters und lobte das Amtsgericht als ortsbildprägendes Gebäude. Eigens für seine Festrede holte er sich von Stadtarchivar Michael Barczyk geschichtliche Informationen zum Amtsgericht ein.

Den symbolischen Schlüssel überreichte Zettler an Dörr und er weiter an Feurle. Unter Applaus nahm der Amtsgericht-Direktor den Schlüssel mit der Aufschrift „Feierliche Übergabe Amtsgericht Bad Waldsee“ entgegen.

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