Waldsee startet in Hochphase der Fasnet

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Letzte Vorbereitungen: Die Narrenräte der Narrengilde Schussentäler Christian Wachter und Bastian Baur bringen das neue Bühnenbi (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung
Landes-Korrespondentin

Am Wochenende startet die Hochphase der Waldseer Fasnet. Bereits am Freitagabend luden die Waldseer Chöre zum „Ball der Chöre“, am Sonntag veranstaltet die Narrengilde Schussentäler in Reute den ersten Narrensprung auf dem Stadtgebiet von Bad Waldsee.

Nach dem Gemeindegottesdienst um 9.30 Uhr beginnt um 13.30 Uhr der Umzug. 67 Gruppen mit 3000 Maskenträgern sind angemeldet, auch wenn Uwe Wolfgang, Chronist der Narrengilde, wegen der eisigen Temperaturen derzeit nicht alle erwartet. Die Kälte macht erfinderisch: „Dieses Jahr gibt es an allen Stellen Glühwein – das ist sonst nicht so“, sagt Wolfgang. Auch wenn er hofft, dass es zum Umzug etwas wärmer ist.

Bereits in diesem Jahr, bevor die Narrengilde 2013 das 50-jährige Bestehen feiert, gibt es laut Wolfgang Neuerungen. So leuchten neue Fahnen in den Ortsfarben über den Straßen. Und auch das neue Bühnenbild in der Durlesbachhalle wird erstmals zu sehen sein. „Bisher hatten wir nur Dekorationen, die dem Motto gerecht wurden“, so Wolfgang. Nun gibt es ein Bildmotiv, das das historische Reute umringt von Wäldern zeigt.

Beim Jugendschutz gibt es, wie bereits vergangenes Jahr, während des Narrensprungs eine „radikale Lösung“, wie Wolfgang sagt. Hochprozentiges gibt es nur im Discozelt, das von den Durlesbach-Schalmeien bewirtet wird. Securities stellen sicher, dass in dieses Zelt nur Besucher über 18 reinkommen. „So gibt es an der Theke keine Diskussionen“, sagt Wolfgang. „Alle, die drin sind, dürfen auch trinken.“ Eine Kinder- und Jugenddisco gibt es, zusätzlich zur normalen Bewirtung, in der Durlesbachhalle.

Auch die Polizei wird vor Ort sein und den Verkehr lenken, denn während des Umzugs ist der Ortskern von Reute fünf Stunden komplett gesperrt – von 12 bis 17 Uhr. Auch auf den Jugendschutz geben die Polizisten Acht. „In den letzten paar Jahren hat es dort aber keine Probleme mehr gegeben“, sagt Polizeisprecher Peter Korn aus Ravensburg.

Waldseer Narren fiebern auf Ball zu

Auch zum „Ballereignis des Jahres“ der Narrenzunft Waldsee sind die Vorbereitungen getroffen, sagt Sprecher Florian Becker. Außerdem habe die Stadt – nach dem kühlen Gschellabstauben – eine warme und technisch funktionierende Stadthalle versprochen. Einlass ist am Samstag um 19 Uhr, Programmbeginn um 20 Uhr. Die Tischkarten sind ausverkauft, doch Eintrittskarten für alle ab 18 Jahren gibt es noch an der Abendkasse. Rein kommt aber nur, wer auch verkleidet ist. „Gern auch passend zum Motto“, sagt Becker. Und das lautet in diesem Jahr bekanntlich „Närrische Unterwasserwelt – Waldsee taucht ab“.

Polizei macht auf Jugendschutz aufmerksam

Jugendschutzteams der Polizeidirektion Ravensburg sind wieder im Landkreis bei den Fasnetsveranstaltungen eingesetzt. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen ohne Begleitung der Eltern bis 24 Uhr auf öffentlichen Partys tanzen gehen, für alle jüngeren sind solche Veranstaltungen ohne Begleitung verboten. Allen unter 18 Jahren ist es verboten, in der Öffentlichkeit zu rauchen. Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz können mit einer Geldbuße geahndet werden. Juendliche, die mit extrem hohem Promillegehalt von der Polizei angetroffen werden, werden der Führerscheinstelle gemeldet und müssen mit Problemen rechnen, wenn sie den Führerschein beantragen.

Wer Alkohol an Unter-16-Jährige ausschenkt, oder auch Hochprozentiges an Unter-18-Jährige, kann mit einer Geldbuße in Höhe von mehreren tausend Euro geahndet werden. Verantwortlichen drohen gar Freiheitss trafen bis zu einem Jahr oder Geldstrafen.

Mit Alkohol- und Drogenkontrollen im Straßenverkehr will die Polizei einer der Hauptunfallursachen begegnen. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei im Landkreis in den Wochen vor Aschermittwoch insgesamt 24 Trunkenheitsfahrten. Neun Autofahrer standen unter Betäubungsmitteleinfluss.

Besonders gefährdet waren in der Vergangenheit Volltrunkene, die in hilflosem Zustand im Freien aufgefunden wurden. Bei der sibirischen Kälte der nächsten Tage sei dies laut Polizei ein Roulette mit dem eigenen Leben.

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