Vis-a-vis mit der Sopranistin ganz in Gold

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 Bezaubernd: Leila Trenkmann beim Liederabend im Maximilienbad, hier mit Hermann Hecht.
Bezaubernd: Leila Trenkmann beim Liederabend im Maximilienbad, hier mit Hermann Hecht. (Foto: Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

Vor allem Musicals, drei Filme und eine Operette bildeten den Fundus, aus dem die Sopranistin Leila Trenkmann zusammen mit Hermann Hecht das Repertoire für den Liederabend am vergangenen Samstag bestückt hat. Eine bunte Mischung großer Arien, die bei den rund 80 Zuhörern im Therapiezentrum des Maximilianbads auf sehr gute Resonanz gestoßen ist.

Zehn unvergessliche Melodien

Schimmernd in einem bodenlangen, goldpaillettenbesetzten Kleid trat die Sopranistin vor die Zuhörer, um im Laufe des Konzerts insgesamt zehn unvergessliche Melodien zu präsentieren. Melodien, die wohl bekannt sind, denen aber selten so bewusst gelauscht wurde wie an diesem Liederabend.

Der In Bad Waldsee als Organist und Chorleiter bekannte Hecht war es, der zu jedem Stück eine informative Einführung bot, um sodann in die Tasten zu greifen und Trenkmann mit dem Piano zu begleiten.

Los ging es mit einer großartigen Liebesballade von Elton John aus dem Musical „Der König der Löwen“. Mit „Can you feel the love tonight“ zeigte Trenkmann vom ersten Takt an, wie raumfüllend sie ihre Stimme einzusetzen weiß. Gleich nochmals großes Gefühlskino im wahrsten Sinne des Wortes gab es mit dem Stück „My heart will go on“, das Celine Dion als Titelsong für den Film Titanic bekannt machte. Nochmals Filmmusik bekamen die Zuhörer mit „Lenas sång“ aus dem anrührenden Film „Wie im Himmel“ zu hören. Für einen Ausflug in die Welt der Operette hatte Hecht ein Stück von Robert Stolz ausgesucht. Mit „Auch du wirst mich einmal betrügen“ aus der Operette „Zwei Herzen im Dreiviertel Takt“ war Trenkmann ganz in ihrem Element und variierte souverän zwischen den Strophen in forte und dem fatalen Refrain in piano. Ein interessantes Hörerlebnis bot die Präsentation von „Summertime“ aus dem Muscial „Porgy and Bess“. Ein Stück, das als vielfach gecoverte Jazz- und Popvariante wohl bekannt ist, wurde nun von Trenkmann als klassisch anmutende Arie vorgetragen. Sehnsüchtig träumt Maria, die weibliche Hauptrolle aus dem Musical „West Side Story“ mit dem Lied „Somewhere“ von einer besseren Zukunft. Authentisch und kraftvoll präsentierte Trenkmann diese großartige Arie, die vom Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

Regenbogen der Phantasie

Genauso die Reaktion bei der Arie „Think of me“ aus dem „Phantom der Oper“, die von den Zuhörern mit einer andächtigen, konzentrierten Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Schwelgen im Tanz und hinwegschweben über den weit gespannten Regenbogen der Phantasie – die beiden letzten Stücke des Abends luden genau dazu ein. Aus dem Musical „My fair lady“ sang Trenkmann das in deutscher Sprache recht bekannte „Ich hätt getanzt heut Nacht“ in der englischen Originalfassung, und als Zugabe kam nochmals Filmmusik aus „Der Zauber von Oz“. „Over the rainbow“, also über den Regenbogen hinweg endete der zauberhafte Liederabend mit langanhaltendem Applaus.

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