Verlegung der Stadtrandlinie sorgt für Ärger bei Eltern

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Marcel Kupsch, Elternbeiratsvorsitzender der Döchtbühlschule, vor der Bushaltestelle der Stadtrandlinie, die künftig am Haltest
Marcel Kupsch, Elternbeiratsvorsitzender der Döchtbühlschule, vor der Bushaltestelle der Stadtrandlinie, die künftig am Haltesteig 6 hinten am Stadion anhält. Damit Grundschulkinder ihre Haltestelle besser finden, wurde die Stadtrandlinie-Haltestelle mit einem Smiley versehen. (Foto: Karin Kiesel)

Die Verlegung aller Haltestellen aus dem Döchtbühlweg heraus hat der Gemeinderat bereits 2014 beschlossen. Grund war nach Angaben der Stadt eine Verkehrsentlastung des Wegs, der neben Autos von Lehrern und Anwohnern auch von Bussen, „Eltern-Taxis“, Radfahrern und Schülern genutzt wurde. Die Haltestellenverlegungen zum Stadion erfolgte in mehreren Schritten. Zuletzt ging es noch um die Verlegung der Haltestelle Stadtrandlinie, für die die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden mussten. (kik)

Am Montag beginnt die Schule wieder und für viele Kinder aus Bad Waldsee, die mit dem Bus zum Schulzentrum auf dem Döchtbühl fahren, steht eine Umgewöhnung an. Als letzte Haltestelle wurde nun auch die Stadtrandlinie ans Stadion verlegt. Grundschulkinder laufen künftig nicht mehr über den Döchtbühlweg, sondern entlang der Wolfegger Straße zum Schulgebäude. Nicht alle Eltern sind mit dieser Änderung zufrieden.

„Mit der Stadtrandlinie fahren die meisten Schüler. Vor allem fahren damit die meisten Grundschüler. Und weil die Linie nun ganz hinten am Stadion hält, müssen sie nun hinten herum ein Stück entlang der Straße zur Schule laufen. Das ist für die Kinder ein erhöhtes Risiko“, bemängelt Marcel Kupsch, Elternbeiratsvorsitzender der Döchtbühlschule.

Mehrere Gespräche im Vorfeld 

Wie Kupsch berichtet, habe es in der Vergangenheit mehrere Gespräche zur Vorverlegung der Stadtrandlinie zwischen Eltern, Lehrern und der Stadtverwaltung gegeben. „Vonseiten der Schulen und der Eltern waren wir mehrheitlich dafür, dass diese am meisten genutzte Linie nicht wie geplant ganz hinten am Stadion, sondern ganz vorne hält und die anderen Buslinien nach hinten verschoben werden.“ Was den Elternvertreter an der jetzigen Lösung am meisten stört, ist die Kommunikation mit der Stadtverwaltung. „Seit Anfang des Jahres haben wir oder die Schulleitungen immer wieder nachgehakt, wie nun der Stand ist. Wir haben aber trotz mehrmaligem Nachfragen nichts erfahren. Es gab keine Infos, die Sache wurde totgeschwiegen.“

Dass die Stadtrandlinie künftig wie ursprünglich geplant hinten am Stadion hält und nicht ganz vorne, teilte die Stadt zu Ferienbeginn in einem Brief mit. „Anstatt rechtzeitig zu informieren, wird einem die Entscheidung in den Ferien vor die Nase gesetzt, wenn eh niemand da ist und sich wehren kann“, empört sich Kupsch. Es sei ja völlig in Ordnung, wenn das die sinnvollste Lösung und eine Verlegung aller Bushaltestellen nicht umsetzbar gewesen sei. „Aber die Art und Weise, so vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, geht gar nicht. Außerdem geht es ja vor allem um das Wohl der Kinder – und der Weg entlang der Straße ist nun mal gefährlicher als der bisherige Weg.“

Kritik vom Elternbeirat 

Der Elternbeiratsvorsitzende kritisiert, dass zu Stoßzeiten Hunderte Kinder auf dem Gehweg an der Wolfegger Straße laufen werden. „Gerade morgens fahren viele Autos auf dieser Straße, viele fahren recht scharf hoch und haben es eilig, da ist schnell was passiert.“ Eine andere Anordnung der Haltestellen wäre „vielleicht teurer und aufwendiger gewesen, dafür aber die sichere Variante“, so Kupsch.

Die Stadtverwaltung teilt auf Nachfrage mit, dass die von Schulen und Eltern gewünschte Überprüfung zur Verlegung der Stadtrandlinie nach vorne zur Ecke Döchtbühlweg „einige Zeit in Anspruch“ genommen habe. Dass letztlich dann die Entscheidung, die Stadtrandlinie künftig wie geplant ganz hinten auf Bussteig 6 abfahren zu lassen, unmittelbar vor Beginn der großen Ferien gefallen ist, sei „bedauerlich“, heißt es aus dem Rathaus. „Gemeinsam mit den Schulleitern wurde entschieden, dass mit der Umsetzung nicht bis zu den Herbstferien gewartet werden soll, sondern diese zu Beginn des neuen Schuljahres erfolgt“, erläutert Gerlinde Buemann vom Fachbereich Schule, Bildung und Betreuung. Auch seitens des Busunternehmens sei die Umstellung in den Sommerferien ohne Schulbetrieb befürwortet worden.

Schülerströme sind Hauptgrund

Als einen Hauptgrund gegen die von Eltern gewünschte Verlegung der Stadtrandlinie weiter nach vorne nennt die Stadt (auch in dem Brief an die Eltern vom 6. August, der der SZ vorliegt) die Schülerströme, die künftig von zwei Seiten zu den Bussen geleitet werden können und nicht alle 1700 Schüler über den Döchtbühlweg zu den Bussen laufen müssten. Die Wegführungen sei zudem im Vorfeld nicht nur mit der Schulleitung, sondern auch mit Polizei und Verkehrsamt abgestimmt und als sicher eingestuft worden.

Damit Grundschulkinder ihre Haltestelle besser finden, wurde die Stadtrandlinie mit einem Smiley versehen, teilt die Stadt weiter mit. Und um die Autofahrer auf die Einhaltung der Geschwindigkeit hinzuweisen, werde die mobile Geschwindigkeitsanzeige in der Wolfegger Straße noch einige Zeit installiert bleiben. Zur besseren Orientierung hat die Stadt zudem den neuen Wegverlauf mit farbigen Fußabdrücken hervorgehoben.

Die Verlegung aller Haltestellen aus dem Döchtbühlweg heraus hat der Gemeinderat bereits 2014 beschlossen. Grund war nach Angaben der Stadt eine Verkehrsentlastung des Wegs, der neben Autos von Lehrern und Anwohnern auch von Bussen, „Eltern-Taxis“, Radfahrern und Schülern genutzt wurde. Die Haltestellenverlegungen zum Stadion erfolgte in mehreren Schritten. Zuletzt ging es noch um die Verlegung der Haltestelle Stadtrandlinie, für die die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden mussten. (kik)

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