Uhde wird Geschäftsführer der „Pfalzwerke geofuture“

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Jörg Uhde (links) 2016 mit Wissenschaftlern des Leibnitz-Institutes und Mitarbeitern von „GeoThermal Engineering“ an der Bohrun
Jörg Uhde (links) 2016 mit Wissenschaftlern des Leibnitz-Institutes und Mitarbeitern von „GeoThermal Engineering“ an der Bohrung „Bad Waldsee GB 2“ im Hopfenweiler. (Foto: Sabine Ziegler)
Sabine Ziegler

Jörg Uhde, seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer der Stadtwerke Bad Waldsee, wird zum 1. September Geschäftsführer der „Pfalzwerke geofuture GmbH“ in Insheim (Rheinland-Pfalz). Das Unternehmen betreibt dort ein Geothermiekraftwerk. Wie berichtet, gab die Stadt Bad Waldsee vergangene Woche überraschend Uhdes Ausscheiden zum 31. Juli bekannt. Für seinen beruflichen Wechsel in die Region Südliche Weinstraße seien „ausschließlich familiäre Gründe“ ausschlaggebend gewesen, wie er am Mittwoch auf SZ-Anfrage ausführte.

Die 2009 gegründete „Pfalzwerke geofuture GmbH“ ist nach Firmenmitteilung eine 100-prozentige Tochter der „Pfalzwerke Aktiengesellschaft“ mit Hauptsitz in Ludwigshafen und beschäftigt derzeit sechs Mitarbeiter. Die wesentliche Aufgabe des Unternehmens bestehe in der Förderung von Erdwärme im Oberrheingraben. Dafür haben die Pfalzwerke nach Information der Firma das genannte Kraftwerk in der Südpfalz errichtet. Der Gesamtkonzern, der dahinter steht, hat aktuell 1100 Beschäftigte und dessen Kernaufgabe ist laut Uhde „der Stromvertrieb und die -verteilung.“

„Wir freuen uns, dass wir Herrn Uhde für die Übernahme der Geschäftsführung der ,Pfalzwerke geofuture GmbH’ gewinnen konnten und heißen ihn in unserer Unternehmensgruppe herzlich willkommen“, so Werner Hitschler, Vorstandsmitglied der Pfalzwerke, in einer Medienmitteilung dazu. Uhde tritt die Nachfolge an von Reinhold Matmuja, der zum 30. September aus der Geschäftsführung ausscheide, um sich seinen Aufgaben als Geschäftsführer der „FFR Fernwärme Flugplatz Ramstein GmbH“ – einer weiteren Tochtergesellschaft des großen Energieversorgers – widmen zu können, hieß es dazu weiter.

Damit kehrt Bergbau-Ingenieur Uhde zurück zur Tiefengeothermie. Bekanntlich war er schon vor seinem Dienstantritt in Bad Waldsee im September 2015 in Führungspositionen bei mehreren Unternehmen dieser Branche tätig. Auch die neu gegründeten Stadtwerke der Kurstadt hatten ihn damals als Geschäftsführer mit dem Ziel verpflichtet, sowohl die Tiefengeothermie, als auch die Windkraft aufzubauen.

Wie berichtet, regt sich aktuell gegen den damit im Zusammenhang stehenden „Windpark Tannenbühl“ Widerstand in der Bevölkerung. Beim Informationsabend der „BI Haistergau“ am Montag wurde der scheidende Stadtwerke-Chef mit kritischen Fragen zum Windkraft-Standort im Naherholungsgebiet der Kurstadt regelrecht überhäuft. Sein unerwartetes Ausscheiden aus der städtischen Tochtergesellschaft war jedoch nicht Gegenstand von Anfragen aus dem Publikum.

Im SZ-Gespräch machte Uhde am Mittwoch deutlich, dass sein Rückzug aus Oberschwaben „nichts, aber auch gar nichts zu tun hat“ mit dem Gegenwind gegen die geplanten Windkraftanlagen im Tannenbühl. „Wer ein solches Projekt vorantreibt, muss naturgemäß auch mit kritischen Stimmen rechnen. Es ist nun ’mal so in einer demokratischen Gesellschaft, dass es verschiedene Meinungen gibt bei manchen Themen. Das haut mich aber nicht um“, so Uhde dazu abschließend.

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