Suppenküche lässt Kleinverdiener nicht im Stich

 Alois Mayer (Mitte) erhält für seine 13-jährige vorbildliche Arbeit im Vorstand ein Präsent. Clemens Frede (links) und Peter Ni
Alois Mayer (Mitte) erhält für seine 13-jährige vorbildliche Arbeit im Vorstand ein Präsent. Clemens Frede (links) und Peter Niedergesäß (rechts) werden zu neuen Vorstandsmitglieder gewählt. (Foto: Rudi Heilig)
Schwäbische Zeitung

Bereits schon im dreizehnten Jahr gibt es in Bad Waldsee die Suppenküche Klosterstüble. Sehr schmerzlich war es, dass wegen der Pandemie im Jahr 2020 beinahe ein halbes Jahr Küche und Klosterstüble geschlossen werden mussten. Jedoch wurden Personen mit einem kleinen Einkommen in dieser Zeit nicht allein gelassen, wie der Verein mitteilt.

Wöchentlich durften diese Menü-Gutscheine für ein gutes Mittagessen abholen. So konnten zusammen mit dem ersten Halbjahr 2021 insgesamt über 4000 Gutscheine übergeben werden. Die Risstal-Metzgerei hat diese Menüs zu einem Sonderpreis abgegeben. Die Bezahlung dieser Essen musste die Suppenküche nicht alleine stemmen, die Bürgerstiftung des Kreises Ravensburg hat hierzu eine sehr großzügige Förderung mit eingebracht.

Bei der Jahresversammlung des eingetragenen Vereins am Mittwoch im Saal des Gemeindehauses der Katholischen Kirchengemeinde wurde diese Hilfe der Bürgerstiftung Ravensburg mit großem Beifall vernommen. Durch diese namhafte finanzielle Beteiligung musste die Vereinskasse weniger strapaziert werden. Stolz sind Rudi Heilig und Wolfgang Pfefferle als Vorsitzende der Suppenküche Klosterstüble über einen sehr stattlichen Zugang neuer Mitglieder. So traten im Berichtszeitraum insgesamt 33 Personen dem sozial tätigen Verein bei. Damit erhöhte sich der Mitgliederstand auf 119 Personen. Auch die ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen bekamen mit Renate Grote, Ruth Metzger, Klara Dürr, Thomas Hartwig und Klaus Kapitel gute Verstärkung.

Beim Bericht der Schriftführerin Inge Bendel vernahmen die 33 anwesenden Mitglieder und Gäste, dass die Arbeit und das Engagement im Jahre 2020 der Verantwortlichen nicht ausgeblendet wurden. Gleich zu Beginn der Corona-Zeit wurden an alle Pflegekräfte im OSK-Krankenhaus Bad Waldsee als Dankeschön für ihren Sondereinsatz Brötchen und Dessert verteilt. Auch die drei Bad Waldseer Pflegeheime sowie die Alten- und Krankenstation des Klosters Reute wurden von der Suppenküche besucht. Bei diesen Stationen wurde kistenweise frisches Obst verteilt. Darüber hinaus erhielt der Tafelladen „Solisatt“ über viele Monate hinweg fehlende Lebensmittel gespendet. So wurde vor allem Bodenseeobst, Kartoffeln, Eier, Nudeln und Speiseöl im Wert von über 1000 Euro angeliefert. Hilfe bekamen auch Besitzer eines Landesfamilienpasses beim Erwerb einer Jahresbadekarte fürs städtische Strand- und Freibad. Diese Familien konnten sich über eine Hilfe von je 20 Euro freuen.

Beim Kassenbericht standen auch in diesem Jahr viele Hilfen für Mitbürger in finanziellen Notlagen in Höhe von 53 000 Euro im Fokus. Einen größeren Teil dieser enormen Summe erstattete hier neben einer Bad Waldseer Stiftung die SZ-Nothilfe Ravensburg. Genau 30 Einzelanträge wurden hier mit insgesamt 22 000 Euro bedacht. Noch einmal verstärkt haben sich auch Spenden vieler Institutionen, Firmen und auch Privatpersonen, die Gesamtsumme beläuft sich hier auf 41 000 Euro. Jährlich übernimmt der Krankenpflegeverein „Gelebte Solidarität“ einen Zuschuss für den ungedeckten Aufwand bei der Essensausgabe. So erhalten Personen mit einem Berechtigungsschein das Essen für zwei Euro. In Sonderfällen gibt es das Menü eine Zeit lang auch gratis. Gerne gesehen seien auch Normalzahler, schreibt der Verein weiter. Etwa ein Drittel der Gäste kann den regulären Preis von fünf Euro gut bezahlen.

Bei den Wahlen zur Vorstandschaft gab es Veränderungen: Gründungsmitglied Alois Mayer wollte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen jüngeren Personen übergeben. So wählten die Mitglieder Clemens Frede und Peter Niedergesäß neu in den Vorstand. Zusammen mit Rudi Heilig, Wolfgang Pfefferle, Uschi Hirsch, Gertrud Baumann und Inge Bendel ist der in der Satzung angestrebte Vorstand wieder komplett. In Vertretung von Bürgermeister Matthias Henne dankte Benno Schultes dem rührigen Verein: „Ohne die Suppenküche wäre die Stadt um ein schönes Stück ärmer“. Schwester Andrea vom Kloster Reute zollte hohen Respekt den 35 Personen im Ehrenamt: „Unglaublich, mit wieviel Herzblut hier gearbeitet wird.“

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