Suppenküche Bad Waldsee engagiert sich auch in Aleppo

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 Etwa ein Drittel der 90 Mitglieder besuchte die Jahreshauptversammlung der Suppenküche.
Etwa ein Drittel der 90 Mitglieder besuchte die Jahreshauptversammlung der Suppenküche. (Foto: Suppenküche)

Ganzjährig von Montag bis Freitag bietet der Verein „Suppenküche Klosterstüble“ in Bad Waldsee seinen Gästen ein schmackhaftes Mittagsmenü. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitagnachmittag konnte Vorsitzender Rudi Heilig den mehr als 30 erschienenen Mitgliedern und Gästen von steigenden Besucherzahlen berichten. Ebenfalls gestiegen sind Hilfsanfragen bei akuten finanziellen Notlagen. Verändert hat sich die Besetzung des Vorstands. Nach Beendigung der Amtsperioden von Klaus Gretzinger und Hermann Becker wurde Inge Bendel einstimmig als Beisitzerin ins Vorstandsgremium gewählt.

Die Arbeit in der Suppenküche erfolgt ausschließlich ehrenamtlich. Neben sieben Männern engagieren sich etwa 30 Frauen in der sozialen Einrichtung. Dabei ist zu vermerken, dass eine Neubesetzung bisher immer ohne Probleme gelöst werden konnte. Entsprechende Helferanfragen liegen meistens vor. So wurden von den Ehrenamtlichen im Berichtsjahr etwa 4000 Stunden Zeit geschenkt. Als neue Helferinnen konnten Brigitte Gandert, Uschi Weber und Centa Wegerer willkommen geheißen werden. Durch Neubeitritt von neun Personen zählt der Verein jetzt 90 Mitglieder.

Das schmackhafte Menü wird in der Klosterküche der Franziskanerinnen von Reute gekocht. Unter der Devise „Gut und günstig, schnell und mit Herz“ wird ab 11.30 Uhr serviert. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, es kann auch nachgeordert werden. Unverändert seit der Gründung der Suppenküche im Jahre 2008 erhalten Personen mit Berechtigungsschein das Essen für zwei Euro. In Sonderfällen gibt es das Menü auch gratis. Tee ist kostenfrei, eine Tasse fair gehandelten Kaffee gibt es zu 50 Cent. Gerne gesehen sind auch Normalzahler. Etwa ein Drittel der Gäste kann den regulären Preis von fünf Euro gut bezahlen.

Beim Kassenbericht standen auch in diesem Jahr die Hilfen für Mitbürger in finanziellen Notlagen in Höhe von 53 000 Euro im Fokus. Einen größeren Teil dieser enormen Summe erstattete hier neben einer Bad Waldseer Stiftung die SZ-Nothilfe Ravensburg. Besonders dankbar sind die Verantwortlichen für über 100 Spenden von Firmen und Privatpersonen in einer Gesamthöhe von 28 000 Euro. Eine beachtenswerte Hilfe sind auch verstärkt Geldauflagen bei Bewährungsverfahren von Amtsgerichten. Den ungedeckten Aufwand bei der Essensausgabe in Höhe von 10 000 Euro hat der Krankenpflegeverein „Gelebte Solidarität“ zu 75 Prozent übernommen. Wichtige Finanzierunghilfe kommt vom Versandhaus Walz beim Sponsoring für das „Lädele“.

Seit Jahren gerne angenommen wird eine monatliche kostenfreie Arztsprechstunde des Allgemeinmediziner Thomas Graeve. Die Wahlen ergaben Bestätigung für die Amtsinhaber. Somit gehören dem Vorstandsteam an: Rudi Heilig und Wolfgang Pfefferle als Vorsitzende, Uschi Hirsch, Gertrud Baumann, Alois Mayer sowie Inge Bendel (neu) als Beisitzer. Beim Blick in die Zukunft berichteten Klaus Gretzinger und Wolfgang Pfefferle über aktuelle Gespräche mit der Eugen-Bolz-Schule über die Möglichkeit eines Repair-Cafés. „Fluchtursachen in Syrien entgegenwirken“, zu diesem Thema hat Wolfgang Pfefferle Kontakt zum Verein „Himmelsperlen“ aufgenommen. Eine 5000-Euro-Spende soll den Start einer Suppenküche in Aleppo ermöglichen. Dank und hohe Anerkennung zollten in Grußworten Pfarrer Thomas Bucher, Schwester Andrea vom Kloster Reute, Diakon Klaus Maier, und Eva Neumann „Solisatt“. In Vertretung von Bürgermeister Weinschenk bescheinigte Benno Schultes der Suppenküche hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung. „Modern aufgestellt, gut vernetzt, nachhaltig und kreativ arbeitend – alle Achtung“.

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