Stadtkapelle brilliert beim Jahreskonzert

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Stadtkapelle und Jugendblasorchester überzeugten beim Jahreskonzert in der Stadthalle.
Stadtkapelle und Jugendblasorchester überzeugten beim Jahreskonzert in der Stadthalle. (Foto: Rudi Martin)
Rudi Martin

Die Stadtkapelle Bad Waldsee hat gemeinsam mit dem Jugendblasorchester am ersten Adventswochenende ihr traditionelles Jahreskonzert zu einem großartigen, musikalischen Festival reifen lassen. Über den enormen Zuspruch – zwei Mal voll belegt – zeigte sich das Vorstandstrio Uwe Auer, Franz Gapp und Theresa Strobel erfreut und stolz.

Das Jugendblasorchester (JBO) gestaltete den Auftakt des Konzertabends. Das JBO unter Leitung von Alexander Dreher mit Jungmusikern der vier Musikvereine der Stadt und der Jugendmusikschule genießt einen ausgezeichneten Ruf. Dreher hatte eine passende Auswahl von Stücken getroffen. Erstmals moderierte Pius Bucher in Nachfolge seines Bruders Pirmin die Konzertbeiträge des JBO. Eröffnet wurde das Konzert mit „Power Surge“, einer erhabenen, zugleich spannungsgeladenen Fanfare, deren blasmusikalische Interpretation vielerlei Klangfarben in allen Registern zuließ, wie auch beim mitreißenden Rock-Medley „Hey tonight“ desselben amerikanischen Komponisten James L. Horsay. Mit „Rummel Bummel“ (Thiemo Kraas) brachten die jungen Musiker dazu ein Konzertwerk zu Gehör, bei dem die Faszination eines Stadtfestes mit Riesenrad, Autoscooter, Geister- und Achterbahn freudvoll musikalisch vorgestellt wurde.

74 Musiker nehmen Platz

Danach wurde es ganz eng auf der Bühne, als die Aktiven der Stadtkapelle mit einer Rekordbesetzung von 74 Musizierenden – Neumitglieder und einige Gastmusikanten gehörten dazu – Platz nahmen. Dirigent Joachim Weiß hatte in vielen Proben eine Programmfolge eingeübt, die als große, ehrgeizige, blasmusikalische Herausforderung angenommen und jetzt mit Bravour meisterlich bewältigt wurde. Joachim Weiß hatte ausschließlich Werke der Ober- und Höchststufe ausgewählt, die zugleich ein umfassendes Leistungs- und Klangspektrum im Bereich der symphonischen Blasmusik präsentierten. Mit dem voluminösen Konzertmarsch „Sympatria“ (Thomas Asanger) – einem Loblied auf die Heimat – startete Joachim Weiss mit seinem Stadtkapellen-Ensemble in den Konzertreigen.

Moderatorin Melanie Bukowsky führte gekonnt souverän durch das abwechslungsreiche Programm. Entführt wurden dann die Zuhörer in dem Konzertwerk „Libertadores“ von Oscar Navarro auf eine packende Reise durch das Amazonasgebiet. Neben dem Hörgenuss wurden dabei auch optische Eindrücke bei einer vielseitig praktizierten Bodypercussion geboten.

Eine abenteuerliche Reise in den Wilden Westen spiegelte das Tongemälde „The Cowboys“ (John Williams) wider. Landschaft, Pferde und Postkutschen ließen sich instrumental zu einem wunderbaren Hörgemälde gestalten. Zum Innehalten und Abschalten regte „Song of Hope“ an. Diese Komposition widmete Peter Meechan einem schwer erkrankten Trompeter. Bei diesem Stück zeichneten sich auch Stadtkapellen- Solisten mit sauberem Vortrag aus.

Überraschungsauftritt

Einen überraschenden Auftritt gab es durch den Waldseer Künstler René Auer beim Konzertwerk „Brass Cats“ von Chris Hazell. René Auer hatte eine Staffelei vor der Bühne aufgestellt und malte flugs und gekonnt zur Musik vier Katzen mit den Namen Mister Jums, Black Sam, Borage und Kraken, denen das Musikwerk gewidmet worden war. Mit dem kleinen Nachtstück „Abendmond“ (Thiemo Kraas) – eine Komposition über zwei bekannte deutsche Abendlieder – wollten sich Dirigent Joachim Weiss und sein Ensemble eigentlich von dem stets begeistert applaudierenden Publikum verabschieden.

Das gelang nicht, denn die Forderung nach Zugaben war umwerfend. Die beiden Dirigenten hatten aber vorgesorgt und zur weiteren Überraschung den gesamten Klangkörper (JBO und Stadtkapelle) mit insgesamt 115 Musizierenden vor und auf die Bühne beordert. Alexander Dreher dirigierte die Zugabe „Mountain Wind“ (Martin Scharnagl), eine besonders reizvolle Komposition mit berührender Atmosphäre und großer emotionaler Wirkung. Mit anhaltendem, prasselndem Applaus wurden die beiden Dirigenten und die Musikanten bedacht.

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