Stadt beteiligt sich mit 120 000 Euro an Radweg

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Der neue Radweg führt nach der Unterquerung der vierspurigen Bundesstraße knapp zwei Kilometer lang parallel zur B 30 nach Sulp
Der neue Radweg führt nach der Unterquerung der vierspurigen Bundesstraße knapp zwei Kilometer lang parallel zur B 30 nach Sulpach. Auf unserem Foto zu sehen sind der Durchlass und der Wirtschaftsweg in Fahrtrichtung Sulpach, den der Bund komplett neu (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Der vom Bund geplante, gut drei Kilometer lange Radweg zwischen Kümmerazhofen und Baindt-Sulpach soll noch in diesem Jahr gebaut werden (die SZ berichtete). Der städtische Tiefbauamtsleiter Jürgen Bucher und Jürgen Waldherr vom Regierungspräsidium Tübingen (RP) stellten dem Arbeitskreis (AK) Radverkehr am Montag im Waldseer Rathaus deshalb die planerischen Details für diese Strecke vor. Der Radweg verläuft auf einer Länge von knapp zwei Kilometern parallel zur vierspurigen B 30.

Seit dem Bau des B 30-Nordbogens zwischen Egelsee und Ravensburg gibt es zum Leidwesen vieler Radler keinen durchgängig asphaltierten Weg mehr zwischen Bad Waldsee und dem Schussental. Freizeitradler nehmen lange Umwege in Kauf und Berufs-Radpendler schlucken die Kröte, dass sie auf holprigen Feldwegen nach Baindt fahren müssen. Doch damit soll noch in diesem Jahr Schluss sein, wenn es nach dem Willen des Regierungspräsidiums als Träger der Baumaßnahme sowie der beteiligten Kommunen Bad Waldsee und Baindt geht.

„Jahrzehntelange Lücke“ wird geschlossen

„Jetzt haben wir die einmalige Chance, diese jahrzehntelange Lücke endlich zu schließen und werden uns deshalb als Stadt Bad Waldsee finanziell an den Kosten der Herstellung des Weges auf unserem Stadtgebiet beteiligen“, informierte Bucher. Die Zustimmung des Ausschusses für Umwelt und Technik am kommenden Montag vorausgesetzt, teilt sich die Kommune die Kosten für eine neue Fahrbahndecke auf der Straße zwischen Kümmerazhofen und der B 30 mit dem Bund. Die Kurstadt stellt dafür 70 000 Euro aus dem diesjährigen Straßenunterhaltungsprogramm zur Verfügung . Weitere 50 000 Euro kommen aus dem Budget der Radwegeunterhaltung des städtischen Etats 2018.

Die Gemeinde Baindt wird sich nach Angaben Waldherrs bei Unterhalt und Verkehrssicherung finanziell einbringen, weil auch sie ein Interesse hat an einem solide hergestellten Radweg auf ihrer Gemarkung. Der dortige Gemeinderat hat eine Vereinbarung am Montag einstimmig gebilligt.

Der neue und laut RP insgesamt 450 000 Euro teure Radweg verläuft von Kümmerazhofen kommend zunächst eineinhalb Kilometer lang auf einer asphaltierten Gemeindestraße, die an zwei Weihern vorbeiführt. Die Fahrbahndecke weist starke Schäden auf. Im weiteren Verlauf unterquert der Weg die vierspurige B 30 und führt knappe zwei Kilometer parallel zur Bundesstraße nach Sulpach. Während der erste, eineinhalb Kilometer lange Abschnitt laut Waldherr „nur“ eine Erneuerung der Fahrbahndecke benötige, müsse der bestehende Wirtschaftsweg neben der B 30 baulich komplett hergestellt werden mit Kiesaufbau und Deckschicht – finanziert vom Bund.

Ehemaliger Wasserweg nicht geeignet

„Genutzt wird diese Straße von Forst und Landwirtschaft, aber im Vorfeld der Planungen wurde entsprechend geklärt, dass er künftig auch die Funktion eines Radweges erfüllen kann“, informierte Waldherr. In den Verhandlungen mit dem Forst habe sich herauskristallisiert, dass der ehemalige Wasserweg in Richtung Baindt-Marsweiler nicht als Radweg geeignet sei. Waldherr: „Das wäre zwar die kürzere Verbindung gewesen, aber das ist eben eine Hauptforststraße mit reichlich Fahrzeugverkehr.“

Die Mitglieder des AK Radverkehrs äußerten sich durchweg positiv zur raschen Umsetzung des B 30-Radweges, der abgestimmt ist mit übergeordneten Radverkehrsplänen. Sie stimmten dem Projekt einmütig zu. Laut Regierungspräsidium wurde dieser Radweg auf Anregung und Initiative des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in das 2016 vom Ministerium für Verkehr verabschiedete Konzept „Radnetz Baden-Württemberg“ aufgenommen. Der nun ausgewählte Streckenverlauf über Sulpach ist laut ADFC eine „Kompromisslösung“, weil die Strecke etwas länger ist als die Variante über Marsweiler. Dies merkte AK-Mitglied Margarete Bareis in der Debatte an. Sie räumte aber ein, dass der Radweg dafür weniger steil sei.

Thomas Bergmann sorgte sich im AK, dass die „möglichen Hinterlassenschaften“ von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen auf dem Radweg Radler ins Straucheln bringen könnten. Dies wurde von Regierungspräsidium und Stadtverwaltung verneint, zumal die Strecke als „Radweg“ gekennzeichnet sei und der Verkehrsicherungspflicht unterliege.

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