Sportentwicklung:Fraktionen machen Druck

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Wie geht es mit dem Waldseer Sportentwicklungsplan weiter? Die Gemeinderatsfraktionen haben nun einen Antrag an die Stadtverwal
Wie geht es mit dem Waldseer Sportentwicklungsplan weiter? Die Gemeinderatsfraktionen haben nun einen Antrag an die Stadtverwaltung gestellt, spätestens in der Sitzung am 18. Juni wollen sie Informationen über das weitere Vorgehen erhalten. (Foto: Archiv: Colourbox)
Schwäbische Zeitung

Wie geht es in Sachen Sportentwicklungsplan weiter? Diese Frage stellen sich seit Sommer sowohl Gemeinderäte als auch Sportler in Bad Waldsee. Bereits im Juli wurde im Gemeinderat einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung noch in 2017 eine Prioritätenliste der erarbeiteten Empfehlungen vorlegen soll (die SZ berichtete mehrfach). Passiert ist bislang jedoch nichts. Alle vier Gemeinderatsfraktionen haben nun in der Sitzung am Montag einen gemeinsamen Antrag gestellt und die Verwaltung darin aufgefordert, das Thema spätestens in der übernächsten Sitzung am 18. Juni auf die Tagesordnung zu nehmen.

Was da beim vorletzten öffentlichen Tagesordnungspunkt unter „Verschiedenes“ passiert ist, dürfte in den vergangenen Jahren einen gewissen Seltenheitswert haben: Alle vier Fraktionen haben sich in ihrem Unmut darüber, dass sie seit über einem halben Jahr auf die Prioritätenliste und weitere Informationen zum Sportentwicklungsplan warten, zusammengeschlossen. Vorgetragen wurde der Antrag von Bernhard Schultes, Fraktionssprecher der Freien Wähler. Darin heißt es wörtlich: „Gemeinsamer Antrag der Fraktionen CDU, Freie Wähler, GAL und SPD zum Sportentwicklungsplan. Sehr geehrter Herr Bürgermeister Weinschenk, wir beantragen gemäß §34 GemO spätestens in der übernächsten Sitzung des Gemeinderats über die Prioritätenliste zu den empfohlenen Maßnahmen des Sportentwicklungsplans sowie die weitere Vorgehensweise zur Abarbeitung und Beteiligung zu beraten.“

Wie Schultes im Gespräch mit der SZ erläutert, hätten in den vergangenen Monaten immer wieder mal einzelne Gemeinderäte nach dem aktuellen Stand nachgefragt, seien aber stets vertröstet worden. „Es ging nichts mehr weiter. Nach Gesprächen mit der Sportgemeinschaft haben wir uns nun entschlossen, den Antrag zu stellen. Auch die anderen Fraktionen waren sofort dabei.“

Das Gremium wolle laut Schultes von der Verwaltung erfahren, wie weit die Entwicklungen sind und welche „Projekte als nächstes angepackt werden“. Der Antrag sei ein Mittel dazu, „verbindlich dafür zu sorgen“, dass das Thema spätestens bei der übernächsten Sitzung auf der Tagesordnung erscheine und vom Gremium beraten werden könne. Dabei gehe es auch hauptsächlich um die Kernthemen des Sportentwicklungsplans: Allwetterplatz (Kunstrasenplatz), Hallenbelegung und Professionalisierung der Sportgemeinschaft.

„Wir wollen mit dem Antrag Druck machen. Es ist Zeit, dass etwas passiert“, sagt SPD-Fraktionssprecherin Rita König. Auch sie kritisiert, dass seit Juli nichts mehr vorangegangen sei und die Verwaltung noch immer keine Prioritätenliste vorgestellt habe, wie im Juli beschlossen. „Wir wollen uns nicht länger hinhalten lassen und fühlen uns von der Verwaltung nicht ernst genommen. Auch der Unmut in der Bevölkerung wächst, weil nichts vorwärts geht. Wir haben die Nase voll von der Vertrösterei.“

Das sieht auch CDU-Fraktionssprecherin Sonja Wild so: „Es ist dringend notwendig, dass gehandelt wird. Auch die Vereine wollen endlich benachrichtigt werden, was Sache ist und wie das weitere Vorgehen aussieht.“ Dem schließt sich auch GAL-Fraktionssprecher Dominik Souard an: „Es geht nichts voran, das ist sehr ärgerlich. Auch die Sportler fühlen sich im Stich gelassen, das geht so nicht.“ Seit Juli sei nichts mehr passiert, dabei sei mit dem Sportentwicklungsplan „etwas Sinnvolles“ entstanden, das nun aber auch umgesetzt werden müsse. „Vor allem Kollege Herkommer fragt in jeder Sitzung unermüdlich nach, aber es wird von der Verwaltung immer nur abgewunken. Wir wollen, dass nun etwas vorangeht.“

GAL-Stadtrat Jan Herkommer hatte sich zuletzt in den Gemeinderatssitzungen im November sowie im Januar nach dem aktuellen Stand des Sportentwicklungsplans erkundigt und forderte Informationen zur Prioritätenliste ein (die SZ berichtete) – beide Male erfolglos.

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