So wollen die Bürgermeisterbewerber die Verkehrsbelastung auf der B30 reduzieren

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 Die Kandidaten erläutern, wie sie die Verkehrssituation in Gaisbeuren und Enzisreute entlasten wollen.
Die Kandidaten erläutern, wie sie die Verkehrssituation in Gaisbeuren und Enzisreute entlasten wollen. (Foto: Wolfgang Heyer)
Schwäbische Zeitung

Die „Schwäbische Zeitung“ hat den Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 26. Januar Fragen über unterschiedliche Themengebiete der Stadt Bad Waldsee zukommen lassen und sie um Beantwortung in maximal 40 Zeilen gebeten. Bis zur Wahl veröffentlicht die SZ insgesamt 13 dieser Wahlprüfsteine. Heute: Die Planungen für die B-30-Ortsumfahrungen haben sich erneut nach hinten verschoben. Die Verkehrsbelastung in Enzisreute und Gaisbeuren ist sehr hoch. Welche Lösungsvorschläge haben Sie diesbezüglich? Die Reihenfolge der Bewerber ergibt sich aus der Reihenfolge auf den Stimmzetteln.

German Finster

Für eine zeitnahe Lösung muss die Solidargemeinschaft funktionieren. Fördergelder durch Forschungsprojekt „Grün überdachte Straße“.

Peter Hellstern

Hierbei bedarf es intensivster Zusammenarbeit aller Beteiligten um eine transparente, für alle tragbare Realisierung des Vorhabens zu entwickeln

Simon Weißenbach

Das Regierungspräsidium plant Mitte 2022 den Ausbau der B 30, demnach muss man dranbleiben. Auf dem Bund/Landes/Kreisebene und den Gemeinderat vor Ort diesbezüglich Planen, dass dies auch eingehalten beziehungsweise früher Mitte 2021 ausgebaut wird. Ich bezüglich würde vor Ort mit den Bundestagsabgeordneten, Landtagsabgeordneten und den Gemeinderäten einen Termin vereinbaren und die ganze Sache mit dieser B 30 vor Ort zu betrachten und gemeinsam einen Kompromissvorschlag an das Regierungspräsidium Tübingen mit dem zeitnahen Ausbau der B 30 zu beginnen. Das Thema Tempo 30 ganztägig ist nach meiner Sicht absolut nicht relevant, da vermehrt Stau, Lärm, Abgase entsteht. Zukunftsorientiert um den Lärmpegel zu senken eignet sich ein hochwertiger Flüsterasphalt. Die Initiative B 30 wir natürlich zur Unterstützung mit einbezogen.

Matthias Henne

Für die betroffenen Anwohner ist die aktuelle Situation durch die B 30 und den Durchgangsverkehr auf der L285 sehr belastend. Handlungsbedarf ist daher dringend geboten. Nach meinem Kenntnisstand ist seitens des Regierungspräsidiums beabsichtigt mit der Planung der B 30, Ortsumfahrung Gaisbeuren und Ortsumfahrung Enzisreute, im zweiten Halbjahr 2022 zu beginnen. Dies muss mit Nachdruck auch eingefordert werden. Zudem muss der vorliegende Lärmaktionsplan überprüft, angepasst und umgesetzt werden. Kurzfristig könnte in den Ortsdurchfahrten mit „Tempo 30“ eine Verbesserung erreicht und ein stationärer Blitzer am Ortseingang Reute angebracht werden. Als langfristiges Ziel gilt für mich: nördlich von Reute-Gaisbeuren durch die Umgehung mit Anschluss an die B30 Abhilfe zu schaffen. Viele Entscheidungen und Weiterentwicklungen werden aber seitens der landespolitischen Zuständigkeit blockiert. Hier werde ich zum Land und zum Bund den direkten Kontakt suchen und Lösungen einfordern. Politik ist für den Menschen da und auch wenn die Landes- oder Bundespolitik oft weit weg zu sein scheint, werden wir die zuständigen Politiker vor Ort einladen, damit sie im direkten Kontakt mit den Betroffenen schneller aktiv werden. Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass Einigkeit stark macht. Das heißt, je klarer und eindeutiger wir uns für eine Lösung aussprechen und diese einfordern, desto schneller muss sich das Land und der Bund damit befassen.

Bernhard Schultes

Oh je! Das Thema B30 ist ein Drama. Ich habe im Kreistag bekanntlich vehement für die Einrichtung einer Planungsgesellschaft votiert, damit nach über 40 Jahren Diskussion nun endlich mit der Planung für die Verlegung und Stärkung dieses wichtigen Streckenabschnitts begonnen wird. Das Ergebnis ist bekannt, die Planungsgesellschaft wird aufgrund einer für mich nicht nachvollziehbaren Abstimmung im Kreistag nicht gegründet. Nun gilt es, alle politischen Ebenen an ihre Verantwortung für die Region zu erinnern und den Planungsbeginn Ende 2022 sicherzustellen. Auch die Fortschreibung des Regionalplans muss noch einmal unter diesem Aspekt geprüft werden, darauf werde ich als Kreisrat achten. In diesem Zusammenhang gilt es, die Verknüpfung B 30 mit den Landesstraßen L300 und L316 voranzubringen und unsere Abgeordneten ins Boot zu holen. Bis dahin werde ich als Bürgermeister nochmals alle kurz- und mittelfristigen Maßnahmen prüfen, die für eine Entlastung der Bevölkerung an diesem Streckenabschnitt sorgen können. Die Initiative B30 hat in den letzten Jahren dazu hervorragende Arbeit geleistet, mit ihnen zusammen wie auch mit der neu gegründeten Bürgerinitiative zum Lärmschutz entlang der L285 werde ich eng zusammenarbeiten.

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