Seenema kann nun doch auf städtischen Zuschuss hoffen

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Ein Antrag der Freien Wähler in Abstimmung mit CDU, SPD und GAL machte die Förderung erst möglich.
Ein Antrag der Freien Wähler in Abstimmung mit CDU, SPD und GAL machte die Förderung erst möglich. (Foto: Archiv/Ehrhartsmann)
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In den kommenden beiden Jahren soll das Stadtkino Seenema mit jeweils 5000 Euro bezuschusst werden. Das hat der Verwaltungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig befürwortet. Die endgültige Entscheidung über die Finanzspritze trifft der Gemeinderat am 23. Juni. Die Debatte nahm mit dem Vorwurf des „Rumgeeieres“ Fahrt auf.

Im Jahr 2016 hat der Gemeinderat einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro abgelehnt. Dass die finanzielle Förderung nun nochmals auf die Tagesordnung mitaufgenommen wurde, ist dem Drängen der Freien-Wähler-Fraktion in Absprache mit den Fraktionssprechern von CDU, SPD und GAL zuzuschreiben. „2016 hatten wir noch zu wenig Grundlage, um die Situation des Seenema einschätzen zu können. Nun liegen belastbare Zahlen vor. Das Seenema hat seine Hausaufgaben gemacht“, führte Bernhard Schultes (FW) in die Thematik ein. Er erklärte, dass ein kostendeckender Betrieb des Kinos nicht möglich sei. Mit Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung werde deutlich, dass in den vergangenen Jahren „strukturell immer Geld fehlte“, um zumindest ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen zu können. „Wir sind der Meinung, dass das Angebot – mit 12 000 Besuchern im vergangenen Jahr – angenommen wird und wir es nicht leichtfertig sterben lassen sollten“, sagte Schultes, ehe er den Antrag auf 5000-Euro-Förderung in den nächsten beiden Jahren formulierte. Dass mit dieser Vorgehensweise eventuell Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt werden könnten, sei den Entscheidern bei Antragsstellung bewusst gewesen. Gleichwohl stelle das Angebot des Seenemas eine Besonderheit dar. Und: Ein Zuschuss der Stadt ermöglicht zusätzlich eine Förderung durch die Medien- und Filmgesellschaft (MFG) des Landes Baden-Württemberg.

Michael Kaiser (GAL) hob den Stellenwert des Stadtkinos hervor: „Ich weiß gar nicht, ob die Botschaft in Bad Waldsee schon so richtig angekommen ist. Aber: Die Stadt hat wieder ein eigenes Kino.“ Er forderte zu Großzügigkeit auf, um die Arbeit des Genossenschaftsbetriebes zu honorieren und beantragte sogar einen Zuschuss in Höhe von 10 000 Euro für drei Jahre. „Ich meine, die Sanierung der Tiefgarage im Haus am Stadtsee ist uns über 400 000 Euro wert – und klar ist das jetzt ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen – da kann uns doch auch das Seenema etwas wert sein.“ Er pochte auf Wertschätzung und dazu, „das Rumgeeiere im Gremium“ zu unterlassen. Bürgermeister Roland Weinschenk entgegnete daraufhin: „Wir eiern hier nicht rum. Die Stadtverwaltung führt Beschlüsse aus, die im Gremium gefasst werden.“ Den Vergleich der Tiefgaragen-Kosten mit einem Seenema-Zuschuss ließ das Stadtoberhaupt nicht unkommentiert und ließ wissen, dass es Pflichtaufgaben einer Stadt gebe sowie freiwillige Leistungen. Stefan Senko (FW) fand den Vergleich ebenfalls unpassend und sagte: „So naiv dürfen wir nicht sein.“

Rita König (SPD) und Sonja Wild (CDU) unterstützen Schultes Antrag und hoben die Bedeutung des Kinos für die Bürger und Gäste der Stadt hervor. König verstand den Zuschuss außerdem als „Anschub für die Genossenschaft, selbst initiativ zu werden“. Wild bat darum, dem Gremium am Jahresende Berichte über die Entwicklung des Stadtkinos vorzulegen.

Nachdem Kaisers Antrag mit drei Ja-Stimmen (von Jan Herkommer, König und ihm selbst) mehrheitlich abgelehnt wurde, fand der Antrag der Freien Wähler einstimmig Gehör.

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