Schauspiel auf dem Waldseer Rathausplatz

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Pfarrer Thomas Bucher segnet die neuen Feuerwehrfahrzeuge.
Pfarrer Thomas Bucher segnet die neuen Feuerwehrfahrzeuge. (Foto: Rudi Martin)
Rudi Martin

„Was ist denn heute los in Bad Waldsee“, fragten nicht nur Kurgäste und Tagestouristen am sonnigen Samstagvormittag, als sie den großen Auflauf von Feuerwehrangehörigen und von vielen einheimischen Bürgern in Waldsees „guter Stube“ bemerkten. Direkt vor dem Rathaus waren nämlich drei herausgeputzte, blumenbekränzte, nagelneue Feuerwehrfahrzeuge aufgereiht worden und dazu gesellte sich auch noch ein neues Polizeiauto. Wer sich etwas Zeit nahm und den Festakt verfolgte, wurde schnell aufgeklärt.

Als erster Redner informierte Bürgermeister Roland Weinschenk über das besondere Geschehen auf dem Rathausplatz. Er begrüßte die zur Fahrzeugweihe so zahlreich Gekommenen – darunter alle Ortsvorsteher – und lobte die Feuerwehrangehörigen für ihre ehrenamtlichen Dienste und Einsätze und dies wörtlich: „Die Sicherheit der Bürger, ihr Hab und Gut, liegt in den Händen Ihres Engagements- bei Tag und Nacht. Sie retten Leben und tragen eine riesige Verantwortung.“

Kosten: 400 000 Euro

Für diesen selbstlosen Einsatz bedankte sich das Stadtoberhaupt und zeigte sich auch erfreut darüber, dass der Nachwuchsgewinnung bei der Bad Waldseer Feuerwehr hohe Priorität beigemessen werde, wie man durch das Auftreten der Jugendfeuerwehr ja sehen kann. Dass die Stadtverwaltung und der Gemeinderat besonderen Wert darauf legen, dass die Feuerwehr mit den notwendigen technischen Gerätschaften ausgerüstet werde, dafür sei die heutige Fahrzeugübergabe der beste Beweis. Vorgestellt wurden zwei Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Löschwassertanks (TSF-W) für die Abteilungen Michelwinnaden und Mittelurbach und dazu ein Gerätetransportwagen für die Abteilung Reute-Gaisbeuren.

Die Gesamtkosten für die neuen Fahrzeuge beliefen sich inklusiv Zuschüssen auf knapp 400 000 Euro. Der Erste Beigeordnete und Finanzchef der Stadt Thomas Manz bestätigte, dass aus dem Stadtsäckel für diese Neuanschaffungen rund 320 000 Euro geflossen sind.

Auch Polizeibeamte waren mit einem ihrer beiden neuen Polizeiautos gekommen und hatten dies neben den Feuerwehrfahrzeugen platziert. Umrahmt wurde der Festakt mit schmissigen Klängen des Spielmannszugs der FFW Bad Waldsee.

Von kirchlicher Seite war Pfarrer Thomas Bucher von der katholischen Seelsorgeeinheit Bad Waldsee gekommen, der auch seinen verhinderten evangelischen Kollegen Pfarrer Wolfgang Bertl vertrat. Pfarrer Bucher war es ein besonderes Anliegen, die „goldene Regel“ der Nächstenliebe (Nächstenhilfe) zu erklären. Mit der Deutung des Gleichnisses vom „Barmherzigen Samariter“ aus dem Lukas-Evangelium gelang ihm dies auf eindrucksvolle, sehr anschauliche Weise. Denn für Jesus sei der Nächste eben der Mensch, der Hilfe brauche, und dies gelte ohne Unterscheidung von Rasse oder Religion. „Da Sie als Feuerwehrleute oder Polizisten dies so verwirklichen, sage ich für die beiden christlichen Kirchengemeinden hier ein herzliches „Vergelt’s Gott“, betonte Bucher, der danach die neuen Fahrzeuge mit Weihwasser besprengte. Er erbat dabei den Segen Gottes für alle, die mit den Fahrzeugen Hilfe leisten und für diejenigen, die dadurch Hilfe erfahren dürfen.

Für den Kommandanten der Gesamtwehr Bad Waldsee Alois Burkhardt war dieser Tag etwas ganz Besonderes und das brachte er in seinen Dankesworten zum Ausdruck. Mit der Beschaffung dieser wichtigen Fahrzeuge sei ein guter Abschluss für Vorhaben der Gesamtwehr gefunden worden, die schon 2016 auf den Weg gebracht worden waren. Jetzt seien nicht nur die Abteilungen in Michelwinnaden, Mittelurbach und Reute-Gaisbeuren schlagkräftiger geworden, sondern auch die Abteilung Stadt profitiere davon, denn bei den Überlandeinsätzen wie beim Großbrand in Aulendorf sichern die Abteilungen der vier Ortschaften (Haisterkirch gehört noch dazu) auch den Stadtbereich oder sind am Brandort selbst im Einsatz, wie erst kürzlich in Aulendorf.

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