Robert Banaditsch aus Hittelkofenstartet Hilfsprogramm

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 Robert Banaditsch aus Hittelkofen freut sich auf seine zweite Reise nach Sumatra.
Robert Banaditsch aus Hittelkofen freut sich auf seine zweite Reise nach Sumatra. (Foto: Rudi Heilig)
Rudi Heilig

Robert Banaditsch brach im Oktober 2018 auf große Acht-Wochen-Reise nach Indonesien auf. Diese Expedition war Teil des Programms „mitleben – mitarbeiten – mitbeten“ für Mitarbeitende der St.-Elisabeth-Stiftung Bad Waldsee. Freundlich begrüßt und aufgenommen wurde der im Gebäudemanagement der Stiftung tätige Banaditsch von den Reutener Franziskanerinnen.

Die Reise startete in Zürich, nach zwölf Stunden Flugzeit war Singapur und zwei Stunden später auch Medan, die Hauptstadt Sumatras, erreicht. Mit dem Taxi ging es dann zehn Stunden lang quer durch Sumatra nach Sibolga. Nach einem Zwischenstopp im Konvent in Pandan folgte noch eine zehnstündige Überfahrt mit der Fähre nach Gunungsitoli auf die Insel Nias.

Eine neue Welt in der Fremde

Bereits im Jahr 1964 gründete das Kloster Reute in der Großregion Sibolga, einer Stadt im Westen der Insel Sumatra, eine eigene Missionsstation. Zu dieser Zeit hatten die Menschen in den abgelegenen Regionen Indonesiens keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Getreu dem Auftrag ihrer Ordensgemeinschaft „Gott in der leidenden Menschheit dienen“ wurden hier kranke und verletzte Menschen aufgenommen und medizinisch versorgt.

Die Arbeit der Missionarinnen ist hier auf fruchtbaren Boden gefallen. Die Einrichtungen sind längst in indonesische Hände übergegangen. Die Franziskanerinnen von Sibolga zählen derzeit etwa 100 indonesische Schwestern in 17 Niederlassungen. Schwester Ingeborg ist heute noch die einzige deutsche Schwester. Sie ist auf der Insel Tello im Einsatz.

Für Robert Banaditsch tat sich in der fremden Region eine neue Welt auf. Der 60-jährige Vater zweier Töchter und vierfache Opa aus Hittelkofen war bei den Franziskanerinnen auf Nias, Tello und Pandan „Mädchen für alles“. Los ging es mit Wäschewaschen – von Hand natürlich – und Gartenarbeit. „Bei 32 Grad und 85 Prozent Luftfeuchtigkeit konnte ich ideale Saunabedingungen genießen“, berichtet der Missionshelfer. Mit im Fluggepäck hatte Banaditsch vier Liter Holzwurmmittel. Damit konnte er den Holzwürmern, die es sich den den Möbeln gemütlich gemacht hatten, den Garaus machen. Die Landessprache war für ihn die größte Herausforderung. „Mit Englisch ging nicht viel, ein bisschen Indonesisch und viel ,Hand und Fuß’, irgendwie hat es fast immer geklappt.“

Gegensätze zwischen Paradies und Armut

Nach acht Wochen Einsatz, davon gab es vom Arbeitgeber sechs Wochen Freistellung, hat Banaditsch eine Woche lang die Orang-Utans im Dschungel besucht. Insgesamt erlebte er sehr einprägsam ein Land der großen Gegensätze: hier Paradies, dort Armut, eine reiche Natur, aber Müll an allen Ecken und Enden, schöne gepflegte Wohnhäuser und Internetverbindung vom Feisten neben armseligen Hütten und viel mühevolle Handarbeit.

Nächste Reise startet im Juni

Am 7. Juni startet Robert Banaditsch zusammen mit seiner Frau Irene wieder nach Sumatra. Er plant hier ein Projekt, das begabten Schwestern ein Medizinstudium ermöglicht. Der indonesische Staat will nämlich Polyklinken schließen, wenn kein Arzt vor Ort tätig ist. So ist Schwester Claudia, welche die Ausbildung zur Krankenschwester mit Auszeichnung abgeschlossen hatte, bereit, eine sechsjährige Ausbildung zur Ärztin zu absolvieren. Dieses Studium kostet etwa 38 000 Euro und ist für indonesische Verhältnisse ein unerschwingliches Vermögen. Banaditsch will unter anderem Schwester Claudia mit Spenden unterstützen.

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