Resonanz auf Mehrwegbecher in Waldsee verhalten

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„Pfand statt Müll“: Mit der möglichst flächendeckenden Einführung dieser Recup-Pfandbecher möchte auch die Stadt Bad Waldsee zur
„Pfand statt Müll“: Mit der möglichst flächendeckenden Einführung dieser Recup-Pfandbecher möchte auch die Stadt Bad Waldsee zur Müllvermeidung beitragen. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Mit der Beteiligung am Recup-Mehrwegsystem für Kaffeebecher geht die Stadt Bad Waldsee in ihrer Schulmensa und in der Cafeteria der Therme mit gutem Beispiel voran. Allerdings ist die Resonanz auf dieses Müllervermeidungsprojekt noch recht verhalten. Jedenfalls zeigen die von Wirtschaftsförderin Shqipe Karagja angeschriebenen Geschäfte bis dato nach städtischen Angaben kaum Bereitschaft, sich an der bundesweiten Aktion zu beteiligen.

Wie berichtet, gab der Bürgermeister Ende 2018 im Rathaus offiziell den Startschuss für eine möglichst flächendeckende Einführung der grünen und braunen Pfandbecher in der Kurstadt. Für Roland Weinschenk war klar, dass eine Kommune, die mit dem „Energy Award“ in Gold ausgezeichnet wurde, auch bei Müllvermeidung und aktivem Umweltschutz vorne mit dabei sein sollte. Und es wurde als Aufgabe der kommunalen Standortmanagerin angesehen, für diese Gefäße in verschiedenen Größen bei weiteren lokalen Mitstreitern wie Bäckereien, Geschäften, Behörden und Einrichtungen zu werben.

Doch das scheint gar nicht so einfach zu sein, wie die Stadtverwaltung auf SZ-Anfrage jetzt einräumte. „Im Januar haben wir alle Bäckereien, Tankstellen und andere Partner im Stadtgebiet von Bad Waldsee angeschrieben. Die Reaktionen darauf waren bisher leider verhalten“, teilt Rathaus-Sprecherin Brigitte Göppel schriftlich mit. Gegenüber der Wirtschaftsförderin hätten dies einige Geschäfte mit den Kosten begründet. Zwar ziehen offenbar auch „zwei innerstädtische Bäckereien“ ihre Teilnahme am Pfandsystem in Erwägung. „Sie haben sich aber bislang Recup noch nicht offiziell angeschlossen“, informierte Göppel.

Wie berichtet, gibt es diese Mehrwegbecher derzeit nicht nur in den städtischen Einrichtungen, sondern auch in der Bäckerei Mayer bei Edeka Haidorf in der Bahnhofstraße. Die bislang verhaltenen Reaktionen der anderen Geschäfte werde die Stadtverwaltung nun zum Anlass nehmen, und nochmals das Gespräch mit dem Recup-Vertrieb suchen. „Wir wollen gemeinsam prüfen, wie wir unsere Bemühungen, zusätzlichen Müll durch Pappbecher in Bad Waldsee zu vermeiden, gemeinsam umsetzen können.“

Allgemein nimmt das Rathaus abschließend zum Mehrweg wie folgt Stellung: „Es ist uns weiterhin wichtig, das Bewusstsein für Mehrwegsysteme sowohl bei Endverbrauchern als auch bei Gastronomen und Ausschankbetrieben zu schärfen.“ Ein „anfängliches Zögern“ beim Recup-System bewertet die Stadtverwaltung als „verständlich“, macht aber auch deutlich: „Das ist für uns kein Anlass, das Recup-Projekt aufzugeben. Viel mehr müssen wir hier stetig im Gespräch bleiben und zeigen, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei jedem Einzelnen beginnen“, heißt es auf SZ-Anfrage.

Damit ruhen die Hoffnungen der kommunal Verantwortlichen darauf, dass sich zu den aktuell 1400 recycelbaren Bechern, die vor Ort im Umlauf sind, im Laufe des Jahres noch viele weitere dazu gesellen werden. Das System macht bekanntlich nur bei Teilnahme möglichst vieler Anbieter Sinn, damit der Verbraucher die Kaffeebecher überall wieder zurückgeben kann.

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