Raus aus der Angst und rein ins Leben

Dr. Beate Weingardt referierte im vollbesetzten Saal des Wohnparks am Schloss in Bad Waldsee über den richtigen Umgang mit Ängst
Dr. Beate Weingardt referierte im vollbesetzten Saal des Wohnparks am Schloss in Bad Waldsee über den richtigen Umgang mit Ängsten. (Foto: Sabine Ziegler/St. Elisabeth-Stiftung)
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Angst warnt vor Gefahren und schützt den Menschen. Wird sie aber übermächtig, dann raubt sie uns die Lebensfreude: Diese Botschaft überbrachte Dr. Beate Weingardt bei einem Vortrag am Dienstag in Bad Waldsee. Auf Einladung des Wohnparks am Schloss in Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat referierte der Gast aus Tübingen im vollbesetzten Festsaal über das Thema „In der Welt habt Ihr Angst – Wie gehen wir damit um?“. An Aktualität mangelte es dabei aufgrund von Corona, Krieg in der Ukraine, Energiekrise und Inflation nicht.

Jedenfalls war der Saal an diesem Nachmittag mit 80 Seniorinnen und Senioren sehr gut gefüllt und die erfahrene Bildungsreferentin durfte sich über ein aufmerksames Publikum freuen. Auf kurzweilige Art und Weise erläuterte Dr. Beate Weingardt die Grundformen der Angst und zeigte auf, wie der Mensch es lernen kann, ihr im Alltag entsprechend zu begegnen. Dass beim richtigen Umgang mit der Angst auch dem christlichen Glauben eine gewisse Rolle zukommt, konnte die Psychologin und evangelische Theologin glaubhaft vermitteln. Nicht von ungefähr heiße es in der Bibel gleich mehrfach „Fürchtet Euch nicht!“.

Angst gehöre zu den Grundgefühlen, die der Mensch mit den Tieren gemeinsam habe, und sie übernehme die Funktion eines „Alarmsystems der Seele“. Angst sei wichtig, weil sie uns vor Gefahren warnen und schützen soll. Dabei unterscheide man zwischen „realer Gefahr“, die bei der Begegnung mit einem wilden Tier im Wald tatsächlich drohen könnte, und einer „nicht realen Gefahr“, die von Betroffenen zwar subjektiv, aber ebenfalls als „direkte Bedrohung“ wahrgenommen werde.

Angst könne uns in manchen Situationen zu sehr beherrschen, uns lähmen, Lebensfreude und Mut rauben. Dann mache die Furcht das Leben zu einem „dunklen Weg“, an dessen Ende wir meinen, kein Licht mehr zu sehen, erläuterte die Referentin. In den Coronajahren mussten dies viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene erleben. Und bis heute haben sich nicht wenige angesichts weiterer Weltkrisen davon noch nicht richtig erholen können. „Dabei benötigt der Mensch Sicherheit – sie ist eines unserer seelischen Grundbedürfnisse“, weiß Dr. Beate Weingardt. Die 62-Jährige ist seit vielen Jahren selbständig tätig in der Erwachsenenbildung, als Autorin und psychologische Beraterin.

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