Räte sollen sich für weniger Plastik einsetzen

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Schwäbische Zeitung

Rund 25 interessierte Bürger sind der Einladung der Grünen in den Waldseer Zukunftsladen gefolgt, wo sich die fünf neuen Räte vorstellten. Dort hörten sie laut Pressemitteilung interessante Details wie, dass Tina Weng an der Grundschule unterrichtete, in die die jüngste Gemeinderätin Bianca Bittenbinder einst ging. Oder, dass Markus Leser, Lucia Vogel im Rathaus kennengelernt hat, als sie in feierlichem Rahmen „Ja“ sagte. Oder, dass Jörg Kirn einer ist, auf den man sich hundertprozentig verlassen kann, wie er im Wahlkampf gezeigt habe.

Bevor die Fragen der Zuhörer diskutiert wurden, nannten die (noch nicht vereidigten) Gemeinderäte die Hauptschwerpunkte, für die sie sich jeweils einsetzen wollen: Bianca Bittenbinder wolle eine Stadt, die für junge Menschen interessant ist, denn sie mache die Erfahrung, dass junge Leute Bad Waldsee verlassen. Für gute Rahmenbedingungen für Bildung und Betreuung wolle sich Lucia Vogel einsetzen, aber auch viele andere Gestaltungsthemen wie etwa ÖPNV seien ihr wichtig. Tina Weng möchte ihr Hauptaugenmerk auf die Förderung von sicheren fahrradfreundlichen Bedingungen legen. „Kultur hält zusammen“, sagte Markus Leser „und dafür braucht sie gute Bedingungen, dafür stehe ich.“ Energiewende, Klima- und Artenschutz seien für Jörg Kirn die Themen der Stunde und daher seine wichtigsten Schwerpunkte.

In Wortbeiträgen brachten die Zuhörer zum Teil ganz konkrete Verbesserungsvorschläge, wie etwa eine größere Leinwand im Ratssaal für publikumsfreundliche Präsentationen oder einen Arbeits- und Sitzungsraum für die Fraktionsarbeit für alle Gruppierungen des Stadtrats. Einige Ziele wurden laut Mitteilung den fünf Neuen mit auf den Weg gegeben, für die sie sich als Grüne einsetzen sollen. Zum Beispiel für ein „Pestizidfreies Bad Waldsee“, das neben den städtischen Grünflächen auch auf den verpachteten landwirtschaftlichen Flächen auf Pestizidverzicht besteht. Oder für ein konsequentes „Plastikfreies Bad Waldsee“ durch Verhandlungen mit Händlern zur Plastikreduktion und den Verzicht auf Plastikverpackungen bei eigenen Produkten wie beispielsweise den Fasnetabzeichen. Dass die Grünen ihren Teil dazu beitragen wollen, wurde deutlich, als Margarete Bareis, die die Veranstaltung moderierte, in den Zukunfsladen einlud zu „Plastikfrei & Unverpackt“ am Donnerstag, 11. Juli, um 19.30 Uhr.

Eine ältere Zuhörerin wünschte nach Angaben der Grünen für sich und viele andere ältere Menschen die rasche Umsetzung von Rollator- und Rollstuhlgerechten Wegführungen in der Altstadt. Diskutiert wurden auch Strategien, grüne Politik als Fraktion mit fünf Stimmen von 26 umzusetzen. Eine Empfehlung aus dem Publikum war, mit den anderen Gruppierungen ins Gespräch zu gehen, Schnittmengen und gemeinsame „Rote Linien“ auszumachen. So passe es etwa nicht zusammen, als Fair-Trade-Stadt eine Fastfoodkette am Stadtrand anzusiedeln.

Dem Bedarf an einem Forum für den Austausch wollen der Grüne Ortsverband und die Fraktion nach eigenen Angaben künftig auch ohne Zukunftsladen, der nach dem Stadtfest geschlossen werden muss, immer wieder nachkommen.

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