Porträtierte als Mutmacher und Mahner

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 Ein Betroffener aus dem Kongo.
Ein Betroffener aus dem Kongo. (Foto: Mayer)
Schwäbische Zeitung

Wer um die Welt reist, möchte seine Sehnsuchtsorte entdecken und genießen. Aber es gibt bekanntermaßen nicht nur Schönes zu erleben, teilt das Erwin-Hymer-Museum mit. Sehnsuchtsorte könnten sich wandeln oder verschwinden, Menschen furchtbare Schicksalsschläge erleiden. Das Museum möchte den Blick auch auf diese Seiten der Welt lenken und zeigt im Foyer bis zum 10. November die Ausstellung „Erschüttert – Einschläge, die alles ändern“ von Till Mayer und der Hilfsorganisation Handicap International. Zur Ausstellungseröffnung am Samstag, 19. Oktober, 16 Uhr sind alle Besucher eingeladen, den Fotografen Till Mayer kennenzulernen.

Mayer spricht über seine Begegnungen, die Entstehung der Bilder und die Ausstellung. Die Porträtierten der Ausstellung haben laut Pressemitteilung eines gemeinsam: Ihre Leben wurden durch den Krieg erschüttert. Da ist der Bauer aus dem Kongo. Die Explosion einer Granate reißt sein Bein ab und die Familie in den Tod. Die alte Frau aus der Ostukraine aus dem Dorf nahe der Frontlinie, in dem fast nur noch Greise geblieben sind. Oder das Mädchen im Irak, das ein Bein, den Bruder, die Mutter verliert, weil ihre Heimat Mossul durch Bomben erschüttert und mit Sprengsätzen verseucht wurde.

Die Explosionen von Bomben und Granaten erschüttern laut Veranstalter ein Leben lang. Weil Beine und Arme nicht nachwachsen können, geliebte Menschen nicht wiederkehren. Weil die Zeit eben nicht alle Wunden heilt, wenn die Seele tief verletzt ist. Also wieder nur traurige Geschichten aus einer chaotischen und grausamen Welt? Nein, sagt das Museum. Denn trotz ihrer Schicksalsschläge seien sie nicht selten Mutmacher, und Mahner gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung.

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