Patchwork-Blumenteppiche ernten viel Lob und Anerkennung

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 Die siebenjährige Sophie bringt ihre selbst gestaltete Tafel mit dem bunten Regenbogen vor den Altar. Zusammen mit den anderen
Die siebenjährige Sophie bringt ihre selbst gestaltete Tafel mit dem bunten Regenbogen vor den Altar. Zusammen mit den anderen Tafeln ergibt das einen bunten und farbenfrohen Patchwork Blumenteppich. (Foto: Dietmar Hermanutz)

Fronleichnam ist traditionell das Fest im Jahreslauf der katholischen Christen, an dem die Monstranz als sichtbares Zeichen des Glaubens durch die Straßen getragen wird – eine Glaubensdemonstration. Dieses Jahr waren die Vorzeichen gedreht und anstatt aus der Kirche hinaus zu wirken, ließen die Gläubigen in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Reute-Gaisbeuren, die Welt hereinströmen.

Sichtbar wurde das in einem bunten Patchwork-Blumenteppich. Auf zehn Holztafeln in der Größe 50 mal 50 Zentimeter zeugten bunte Symbole und Zeichen davon, was die Menschen bewegt und was ihnen wichtig ist. Die einzelnen Tafeln wurden vor dem Altar zu einem großen und bunten Blumenteppich zusammen gefügt. Mit allerlei Blütenpracht und sehr kreativ waren auf den Tafeln ein Kelch, das Pfingstwunder mit dem Heiligen Geist als Taube, ein Kreuz, eine prächtige Krone als Symbol für die Gottesmutter Maria und Herzen dargestellt. Auch die siebenjährige Sophie hatte zusammen mit ihrer Schwester Meike eine Tafel mit einem prächtigen Regenbogen gestaltet. Das Design stamme von Sophie, erklärt der Vater und begleitet seine Tochter auf dem Weg in die Kirche. Beim Bewundern der bunten Vielfalt im Anschluss an den Gottesdienst gaben sich noch weitere Künstler zu erkennen – und das waren dann überwiegend Erwachsene. Auch Pfarrer Stefan Werner hatte in Bad Waldsee selber Hand angelegt und eine der 15 Blumentafeln, die den Mittelgang in St. Peter schmücken, beigesteuert.

In der Wallfahrtskirche Reute war es Pfarrer Thomas Bucher, der zusammen mit Diakon Marcel Görres den Gottesdienst gestaltete. In seiner Predigt suchte Görres verschiedene Wege, um den Gläubigen die Bedeutung von Fronleichnam als Ausdruck für die enge Beziehung zwischen Jesus Christus und den Menschen darzulegen. Im Johannesevangelium spricht Jesus „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.“ Fürwahr eine schwer fassbare Aussage und doch stehe gerade sie dafür, dass durch die Menschwerdung Christi dem Mensch eine Gemeinschaft mit Gott ermöglicht ist.

Der Fronleichnamsgottesdienst in Reute wurde von einer siebenköpfigen Abordnung des Musikvereins Reute-Gaisbeuren unter der Leitung von Daniel Maucher gestaltet, so dass auch dieser Gottesdienst ohne lautstarken Gemeindegesang ausgekommen ist.

Mit dem Patchwork-Blumenteppich wurde aus der Not der Coronakrise heraus eine äußerst sympathische und demokratische Gestaltungsidee für das Fronleichnamsfest geboren. Um es mit den Worten von Pfarrer Bucher zu sagen „Mit den einzelnen Blumenteppichteilen bringen wir alle die Themen mit in den Gottesdienst ein, die die Gläubigen bewegen.“

Am Nachmittag von Fronleichnam waren in den Kirchen viele Besucher unterwegs, um die Kreativität der Gläubigen zu bewundern. In St. Peter gab es neben Blumenmotiven auch gemalte Tafeln und kreative Collagen zu sehen.

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