Sperrung der L275: Reute leidet unter dem Umleitungsverkehr

„Tempo 30“ verringert aktuell den Straßenlärm an der L 285 in Reute etwas, aber die Anwohner sind gestresst vom Umleitungsverkeh
„Tempo 30“ verringert aktuell den Straßenlärm an der L 285 in Reute etwas, aber die Anwohner sind gestresst vom Umleitungsverkehr, der die ohnehin viel befahrene Ortschaft derzeit wieder trifft. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Dass die Sperrung der L275 von Haslach nach Elchenreute reichlich Umleitungsverkehr nach Reute bringen würde, damit haben die Anwohner gerechnet. Dass aufgrund weiterer Straßenbaumaßnahmen im Umkreis seit Montag phasenweise aber eine Verkehrsdichte herrscht wie an einer Bundesstraße, das hat viele Bewohner dann doch überrascht.

Die Interessengemeinschaft „L285“ kritisiert deshalb, dass die Waldseer Ortschaft „seit Jahren immer zu den Hauptbetroffenen von Umleitungen gehört“, wie IG-Vertreterin Steffi Rist auf SZ-Anfrage betonte. Auch Ortsvorsteher Achim Strobel findet die „aktuelle Situation“ bei aller Notwendigkeit von Straßensanierungen „nicht gerade ideal“.

Mehrere Baustellen, mehrere Umleitungen

Wie berichtet, wird die Umleitungsstrecke über Steinach und Reute aufgrund verschiedener Baumaßnahmen zwischen Haslach und Elchenreute noch bis Ende November aufrechterhalten werden müssen. Unter anderem werden schadhafte Fahrbahndecken erneuert und neue Entwässerungsleitungen eingebaut. Darüber hinaus plant die Deutsche Bahn Sanierungsarbeiten an mehreren Bahnübergängen.

„Diese Vorhaben stellen ohne Frage eine große Belastung dar für die Ortsdurchfahrt von Reute, weil sie den ganzen Umleitungsverkehr aufnehmen muss“, zeigt auch der Ortsvorsteher von Reute-Gaisbeuren Verständnis für den Frust von Anwohnern, die sogar „autobahnähnliche Zustände“ (Rist) erkennen an der überfüllten L285.

Keine ideale Lösung

Strobel sieht zu den Sanierungen überörtlicher Straßen allerdings „keine Alternative“, weil viele von ihnen in einem schlechten Zustand seien und dringend erneuert werden müssten. „Vermeiden lässt sich das also nicht. Aber dieses Mal sind wir leider mehrfach betroffen, weil im Umkreis weitere Straßen gesperrt sind und dadurch insgesamt gesehen noch mehr Verkehr durch Reute und Gaisbeuren rollt.“

Immerhin – so Strobel – habe man mit der Stadtverwaltung „Tempo 30“ in Reute erreichen können für die Zeit der Umleitung, um den Straßenlärm zu minimieren. Laut IG-Vertreterin Rist hat ihre Kollegin (und L285-Anwohnerin) Elisabeth Ziegler beim Regierungspräsidium Tübingen frühzeitig auf die Notwendigkeit eines solchen Tempolimits hingewiesen und von dort sei „sofort Verständnis und Umsetzung signalisiert worden“.

Viel Verkehr, viel Ärger

Nach Einschätzung Rists ist das Verkehrsaufkommen in Reute (und auch in Steinach) seit Montag „derart gestiegen, weil wir offenbar Umleitungsstrecke sind für halb Oberschwaben“. Bekanntlich ist derzeit auch die Verbindung von Baienfurt nach Bergatreute gesperrt und das B30-Viadukt in Bad Waldsee halbseitig.

In Reute selbst wurde auf Höhe der Kirche eine Baustelle aufgemacht mit Ampelregelung. „Dazu kommen landwirtschaftliche Fahrzeuge durch die Maisernte und alles zusammengenommen ersticken wir Reutener Bürger im Verkehr, der übrigens schon seit Monaten das Niveau von 'vor Corona' erreicht, wenn nicht sogar überschritten hat“, so die Bürgerin im Namen der IG.

Das fordert die „IG L 285“

Rist und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter fordern künftig deshalb eine „bessere Planung und Abstimmung der verschiedenen Straßenbaulastträger untereinander, damit große Baustellen in einem bestimmten Einzugsgebiet nicht mehr alle gleichzeitig angegangen werden“.

Die Mitglieder der IG haben zudem im Ortschaftsrat eine „Aussprache“ verlangt rund um das strittige Thema „L 285“, die im nichtöffentlichen Teil der nächsten Sitzung am Mittwoch kommender Woche geführt werden soll, wie Strobel gegenüber der SZ bestätigte.

Es kommt zur Rückstaus

Vom hohen Verkehrsaufkommen durch die genannte Umleitung betroffen ist auch die Reutestraße in Steinach, die entsprechend der Beschilderung als Zubringer fungiert nach Reute. Hier bilden sich nicht nur Rückstaus vor den Kreuzungen mit der Aulendorfer Straße und der Steinacher Straße. Große Lastwagen im Begegnungsverkehr weichen hier mitunter sogar auf den Bürgersteig aus, wie verärgerte Bürger der SZ berichteten, die sich deshalb um den Schulweg ihrer Kinder sorgen.

Hinzu kommt noch eine städtische Notfallbaustelle in der Aulendorfer Straße, die aufgrund von Kabelstörungen bis zum 5. November halbseitig gesperrt werden muss. In den nächsten Wochen ist also Geduld gefragt in Steinach und Reute.

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