„Offene Gartentüre“: Pfarrgarten begeistert Besucher

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Hausherr und Gartenfreund Joachim Mägerlein (Zweiter von rechts) freute sich über den großen Zuspruch auf den erstmals öffentli
Hausherr und Gartenfreund Joachim Mägerlein (Zweiter von rechts) freute sich über den großen Zuspruch auf den erstmals öffentlich zugänglichen Pfarrgarten in Michelwinnaden. (Foto: Sabine Ziegler)
Freie Redakteurin

Der stattliche Pfarrgarten von Michelwinnaden öffnete am Samstag erstmals seine Tore für Besucher: Zuerst im Rahmen der landesweiten Aktion „Offene Gartentüre“ am Nachmittag und am Abend dann nochmals für einen Auftritt der bekannten Aulendorfer Gruppe „Cul na Mara“. Und alle Besucher zeigten sich begeistert von der Schönheit der parkähnlichen Grünanlage, die das stattliche Pfarrhaus umgibt.

Gepflegt wird der Garten vom neuen „Hausherr“ und Kirchenpfleger Joachim Mägerlein, der sich zudem als Vorsitzender des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins engagiert.

Der Landesverband für Obstbau, Garten- und Landschaftsbau war denn auch Initiator dieser Aktion „Offene Gartentüre“, die von den jeweiligen Ortsgruppen landesweit umgesetzt wird. In Michelwinnaden lag es laut Mägerlein nahe, einmal den großen Pfarrgarten öffentlich zu präsentieren. Weil er von einer hohen Mauer umgeben ist, konnte man bislang von außen nur erahnen, was sich dahinter an Naturidylle verbirgt.

Die Besucher aus Stadt und Land staunten nicht schlecht, was sie hier zu sehen bekamen an diesem Nachmittag: Blühende Rosen, duftender Lavendel, Bauernhortensien sowie hohe, alte Bäume verleihen dem 5000 Quadratmeter großen „Pfarr-Park“ eine schöne Atmosphäre und begeisterten jeden Gartenliebhaber. Und dazwischen steckten mitten im Grün mehrere große Zifferblätter der benachbarten Kirche St. Johannes Evangelist.

Zu Gast waren an diesem Nachmittag nicht nur Gartenfreunde aus Michelwinnaden und Bad Waldsee. „Auch Mitglieder anderer Gartenbauvereine aus der Region waren präsent und interessierten sich für den Pfarrgarten“, berichtet Mägerlein, der die Wohnung im Pfarrhaus gemietet hat. In diesem Gebäude, das mit Pfarrer Bauer vor Jahrzehnten den letzten Ortsgeistlichen beherbergte, sind zudem Pfarrbüro und –saal der Kirchengemeinde untergebracht.

Die Baumschule Scheerer hatte für den Aktionstag eine kleine Rosen- und Staudenschau vorbereitet und die Metallwerkstatt Nunnenmacher zeigte eine Auswahl an Schmiedekunstarbeiten, die jeden Garten zieren. In der alten Remise gab es Vorträge über das Artensterben und über Blütenstreifen für Insekten. Bei Kaffee und Kuchen kamen auch die Gespräche untereinander nicht zu kurz und trotz brütender Hitze konnten es die Gäste auf den Sitzgruppen im Schatten unter altem Baumbestand gut aushalten. „Ich wurde gleich mehrfach gefragt, ob ich nicht eine Gartenwirtschaft eröffnen könnte im Pfarrgarten“, lacht Mägerlein, der sich über den Zuspruch auf die „offene Gartentüre“ sehr freute.

Vom guten Besuch im Pfarrgarten profitierte übrigens auch der Flohmarkt bei Familie Lang in der Nachbarschaft. „Die Leute pendelten den ganzen Nachmittag hin und her – da war ordentlich was los.“

Einen „fulminanten Abschluss“ bildete laut Mägerlein die abendliche Gartenparty mit dem Auftritt der bekannten Aulendorf Band „Cul na Mara“. 200 zahlende Besucher erfreuten sich an „Celtic Rock im Park“ bei Mondschein inmitten der naturnahen Kulisse des Pfarrgartens. Die Musiker Sonja Bumiller, Sylvia Häufle, Eckard Lehmann und Martin J. Waibel präsentierten ihr neues Album „The world is colourful“ und das Publikum war rundum begeistert von der besonderen Freiluft-Stimmung im Garten. Sogar an eine Bar hatte der Hausherr gedacht und diese im ehemaligen Schweinestall in den Nebengebäuden des Pfarrhauses eingerichtet.

Gut möglich also, dass der Pfarrgarten künftig gelegentlich seine Tore öffnen und als Veranstaltungsort für kulturelle Formate herhalten könnte. „Ich werde von allen Seiten darauf angesprochen und es könnte durchaus sein, dass der Michelwinnader Kulturkreis hier initiativ wird“, so Mägerlein dazu. Vorstellbar seien beispielsweise Theateraufführungen und Konzerte. „Wir werden sehen, was sich hier entwickelt. Aber es war am Samstag schön zu erleben, dass die Waldseer auch einmal zu uns ins Dorf herauskommen zu einer solchen Veranstaltung.“

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