Neujahrskonzert und Radetzkymarsch gehören zusammen

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 Das Neujahrskonzert des Musikvereins Haisterkirch unter der Leitung von Dirigent Florian Hubel fand großen Anklang.
Das Neujahrskonzert des Musikvereins Haisterkirch unter der Leitung von Dirigent Florian Hubel fand großen Anklang. (Foto: Dietmar Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

Als ein ganz besonderes Frühschoppenkonzert muss das Konzert am Neujahrsmorgen in der Stadthalle Bad Waldsee betrachtet werden. Denn es fand zeitgleich mit dem legendären Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker statt, welches von Millionen Zuschauern weltweit am Fernseher verfolgt wird. Die Musikauswahl mag zwar ein klein bisschen anders sein, aber in Bad Waldsee, genauso wie in Wien, endete das Neujahrskonzert mit dem Radetzkymarsch.

Soweit zu den Gemeinsamkeiten, denn im Gegensatz zu Wien waren in Bad Waldsee nicht einmal 100 Besucher gekommen, die sich in kleinen Grüppchen in der Stadthalle verteilten. Ihnen wurde in dem 90-minütigen Programm eine ansprechende Mischung aus Polkas und Märschen geboten, die Dirigent Florian Hubel zusammengestellt hatte. Zu den Stücken, die in solch einem Konzert eigentlich nie fehlen dürfen gehören zweifelsohne der Böhmische Traum und der Bozener Bergsteigermarsch, bei dem sich die Musiker rund um Hubel auch als durchaus respektable Sänger erwiesen.

Der Aufforderung, ebenfalls kräftig miteinzustimmen, kam das Publikum allerdings nicht nach. Dafür waren die Zuhörer jedoch mit ihrem Applaus stets großzügig und bei dem einen oder anderen Stück wurde auch spontan mitgeklatscht. Zum Konzertauftakt spielte die Kapelle den Eröffnungshymnus Vita pro musica, der die Bedeutung des Neujahrskonzertes in besonders feierlicher Weise hervorhob.

Markus Spieler und Hermine Maucher moderierten die Stücke, so dass die Zuhörer stets gut informiert waren. So erinnert der Mussinan Marsch an den gleichnamigen bayrischen Ritter Ludwig Mussinan. Musikalisch bereitete das Stück Freude, da es eine sehr lebhafte und positiv aufbrechende Stimmung transportierte, die sich auch nach einer getragenen Passage im Mittelteil wieder lebendig am Ende behauptete.

Vom lokal bekannten Musiker und Komponisten Peter Schad hatte Hubel zwei Stücke ins Repertoire genommen: Die Kuschelpolka und die Marschpolka-Jubiläumsklänge, die laut Maucher eigentlich ideal für Geburtstage geeignet sind. Ebenfalls volleiner gehörigen Prise Lokalkolorit war die Bodenseepolka. Die musikalische Liebeserklärung an das Schwäbische Meer beginnt mit Solopassagen der Tenor- und Flügelhörner, bei denen man schon mal versucht ist, darin die Schweizer Alphörner zu hören, die von jenseitigen Ufer herübertönen. Ein immer wieder gerne dargebotenes Show- und Solostück ist Zirkus Renz mit den legendären Xylophonsoli. Daniel Maucher beherrschte die Schlegel meisterhaft und begeisterte mit seiner Virtuosität das Publikum.

Das Frühschoppenkonzert des Musikvereins Haisterkirch war ein gelungener Start ins neue Jahrzehnt.

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