Neuer Seelsorge-Leiter wirbt für „heilsame Unterbrechung“

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Stefan Fischer (rechts), leitet die Seelsorge und das Ethik-Komitee der St. Elisabeth-Stiftung, neben ihm Peter Wittmann, Vorsta
Stefan Fischer (rechts), leitet die Seelsorge und das Ethik-Komitee der St. Elisabeth-Stiftung, neben ihm Peter Wittmann, Vorstand der St. Elisabeth-Stiftung. (Foto: Jürgen Emmenlauer/St. Elisabeth-Stiftung)
Schwäbische Zeitung

Stefan Fischer ist neuer Seelsorger bei der St.-Elisabeth-Stiftung. Hauptauftrag des Theologen sei laut Pressemitteilung der Stiftung die Seelsorge für die rund 2500 Mitarbeiter der Stiftung und ihrer Tochtergesellschaften. Seit April leitet Fischer das fünfköpfige Seelsorge-Team. Jetzt ist der 39-jährige auch zum Vorsitzenden des Ethik-Komitees gewählt worden.

„Heilsame Unterbrechung“ ist für Fischer ein wichtiges Stichwort bei der Seelsorge. „Das gilt besonders für Berufsgruppen, die ganz viel geben“, betont der Theologe. „Seelsorge soll den Menschen die Möglichkeit bieten, inne zu halten, um mit sich selbst in Berührung zu kommen – und womöglich auch mit Gott.“ Die Menschen müssten lernen, zum einen für sich selber gut zu sorgen. Und zum anderen auch zuzulassen, dass jemand anderes für sie sorgt.

Bevor er zur St.-Elisabeth-Stiftung gekommen ist, hat Fischer bei der Caritas Bodensee-Oberschwaben den Bereich „Familienhilfen und Migration“ verantwortet. „Dabei durfte ich die Erfahrung machen, wie wertvoll es ist, das Leben miteinander zu teilen und Begegnungen zu gestalten“, sagt er. Jetzt wolle er dazu beitragen, dass alle Mitarbeitenden und auch die Leitungskräfte in gewisser Weise Seelsorge betreiben, heißt es weiter, sich also „so kompetent wie möglich um den ganzen gottgewollten Mitmenschen zu sorgen.“

Seit 2014 hat die Stiftung ein Ethik-Komitee. Es agiert unabhängig und ist keinem Bereich zugeordnet. Das Komitee hat acht Mitglieder: Eine Juristin, zwei Ärzte, eine Psychologin, Fachkräfte aus Pflege und Verwaltung sowie eine Franziskanerin. Aufgabe des Ethik-Komitees ist es nach den Worten seines neuen Leiters Fischer, innerhalb der St.-Elisabeth-Stiftung einen offenen und professionellen Umgang mit ethischen Fragen zu ermöglichen.

Das Ethik-Komitee engagiert sich in der Sensibilisierung der Mitarbeiter. Es bietet Fortbildungen an und berät die Stiftung, indem es Empfehlungen und Leitlinien zu ethischen Fragen erstellt. Viermal im Jahr kommen die Mitglieder des Komitees zusammen. Wenn es um Beratung in Einzelfällen geht, könnten Mitarbeitende ebenso wie Betreute und Angehörige sich jederzeit an den Komiteeleiter, Seelsorger Fischer, wenden, heißt es abschließend.

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