Rudi Heilig

Herrliches Spätsommerwetter am letzten Ferienwochenende war dieses Jahr dem Sport- und Segelfliegerclub (SSC) Bad Waldsee-Reute beim großen Flugplatzfest beschert. So strömten viele Besucher auch weit über die Kreisgrenzen hinaus bereits schon am Samstag zur großen Flugschau der Modellflieger. Am Sonntag waren die weit ausgewiesenen Parkplätze beinahe zu knapp. Wie gut, dass viele hundert Besucher zu Fuß oder mit dem Fahrrad ankamen. Wie schon in den Vorjahren wurde nach einem eintrittsfreien Samstag am Sonntag der Eintritt (ab sechzehn Jahren) mit drei Euro belegt.

Pünktlich zur Mittagszeit am Sonntag setzte eine Cessna 208 Supervan ein Dutzend Fallschirmspringer aus 3000 Metern Höhe ab. Die Springer kamen vom Team Skydive Saulgau. Segelkunstflug vom Feinsten mit seiner Pilatus B4 bot Thorsten Schneider aus Tannhausen/Krumbach. Das Segelflugzeug in Metallbauweise stammt aus dem Jahre 1975. Bereits zum fünften Mal in Folge startete Petra Unger aus Bregenz beim Flugtag in Reute. Sie überzeugte auf ihrer Pitts S1S mit Schrauben, Loopings und anderen waghalsigen Manövern die Zuschauer restlos. Den Aufruf zu lebhaftem Beifall von Moderator Rainer Krumm hätte es nicht einmal gebraucht, dieser kam spontan und von Herzen.

Gänsehaut pur erzeugte ein Original amerikanisches Jagdflugzeug aus dem Jahre 1942, es überflog den Platz mit 600 Stundenkilometern. Etwas langsamer war der Waldseer Franz Müller in den Lüften, er hatte das Vergnügen, als Passagier den Flug über Bad Waldsee zu moderieren. Gute Nachfrage gab es für die gebotenen Rundflüge. „Ganz weich und souverän war das Fliegen“, mit diesem Satz und einem Strahlen im Gesicht entstiegen Martina und Erwin Klingele dem Max Holste Broussard. „Fünfzehn Minuten Reute-Aulendorf-Bad Buchau-Bad Waldsee von oben zu erleben, waren 50 Euro pro Person wert“.

Rasende Jets und gemütliche Doppeldecker

Der Samstag war der Vielfalt des Modellflugs vorbehalten. So konnten elegante Segler, zauberhafte Hubschrauber, rasende Jets mit Düsenantrieb sowie auch gemütliche Doppeldecker am blauen Himmel bestaunt werden. Informativ und unterhaltsam moderierte Rolf Rausch aus Bad Saulgau die pausenlosen Starts und Landungen der kleinen Flieger. Dabei ist hier klein ein sehr relativer Begriff, denn so manches Modellkunstsegelflugzeug brachte es auf Spannweiten von bis zu sieben Metern. Als besonderer Publikumsmagnet zeigt sich jährlich die sogenannte „Fuchsjagd“. Dabei handelt es sich um eine Vorführung, bei welcher mehrere Modellflugzeuge einem als „Fuchs“ genannten Modell hinterherfliegen. Beifall brandete immer auf, wenn es diesen „Jägern“ gelingt, dem Fuchs dessen angehängten bunten Faden abzujagen.

Erstmals wurden an diesem Wochenende den Besuchern auch virtuelle 3-D-Flüge in einer Motormaschine angeboten. Dabei durften die Interessierten ins Cockpit einsteigen und konnten dann mithilfe einer 3-D-Brille abheben. Diesen zusätzlichen Spaß gab es kostenfrei. Doch die aufgestellte Spendendose füllte sich zusehends. Auf dem Flugplatzgelände waren die Besucher kulinarisch aufs Beste versorgt. Zum Frühschoppen spielten die „Katzenwäldele-Musikanten“ aus Bergatreute. „Ein phänomenales Flugplatzfest mit vielseitigem Programm und einer Klasse- Mannschaft“, so am Sonntagabend ein hochzufriedener Fliegervorstand Gerhard Müller.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen