Narrenlied der Schussentäler feiert dieses Jahr 30. Geburtstag

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Das Reutener Narrenlied, getextet von Ingeborg Schunger (links), feiert 30. Geburtstag. Deshalb ziert es den Umzugspin der Narre
Das Reutener Narrenlied, getextet von Ingeborg Schunger (links), feiert 30. Geburtstag. Deshalb ziert es den Umzugspin der Narre (Foto: Kara Ballarin)
Schwäbische Zeitung
Landes-Korrespondentin

Jedes Jahr lassen sich die Narren der Gilde Schussentäler aus Reute etwas Besonderes einfallen für ihren Umzugspin. In diesem Jahr ziert die erste Strophe und der Refrain des Narrenlieds den Anstecker. Denn das Lied ist vor genau 30 Jahren entstanden.

„Mein Mann würde einen Purzelbaum schlagen, so sehr würde ihn das freuen“, sagt Ingeborg Schrunger. Ihr verstorbener Mann Alfred, von 1967 bis 1977 Präsident der Narrengilde, hat das Lied komponiert. „In jeder freien Minute hat er so eine Melodie auf der Handorgel gespielt“, erinnert sich Ingeborg Schrunger. Als sie ihren Mann fragte, was das für ein Lied sei, sagte er: „Das wird das Narrenlied.“ Da sie als Kanzellarin des Alemannischen Narrenrings beste Übung darin hatte, Texte zu verfassen, schrieb sie den zur Melodie.

Doch etwas stimmte anfänglich nicht. „Das passt noch nicht“, hat sie damals zu ihrem Mann gesagt. Die Lösung: Sie tauschten die Melodie der Strophen mit der des Refrains. Auch mit ihrem Text war sie nicht sofort glücklich – für die Zugezogene war es noch nicht oberschwäbisch genug. Hilfe bekam sie von Paul Schurer, der die Gilde maßgeblich mitgeprägt hat. Alles sei gut, hatte er bestätigt. Nur den Vers über die Riedrälle änderte er ein wenig. Seit 30 Jahren nun singen die Reutener Narren dieses Lied. „Eigentlich muss jetzt noch die Schwaaz Ageth mit rein“, sagt Schunger – diese Maske kam später dazu. Und sie hat sich vorgenommen, ihr einen weiteren Vers zu dichten.

Die Reutener Grafikerin Silvia Weiß hat sich auch dieses Jahr um die Gestaltung des Pins verdient gemacht. Auf Schungers Nachfrage erklärt Weiß die Elemente – etwa die farbliche Zweiteilung: „Das ist wie der Narr, der hinter die Fassade guckt.“ Schunger lächelt. „Das freut mich derart für meinen Mann“, sagt sie, denn „das Lied war sein Kind.“

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