Narren starten mit der „Goißawäsch“ in die Saison

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Beim Fasnetsauftakt der Narrengilde Schussentäler Reute steht zunächst die „Goißawäsch“ an.
Beim Fasnetsauftakt der Narrengilde Schussentäler Reute steht zunächst die „Goißawäsch“ an. (Foto: Fotos: D.HERMANUTZ)
Schwäbische Zeitung
Dietmar Hermanutz

Zum traditionellen Fasnetsauftakt der Narrengilde Schussentäler in Reute sind am Samstagabend rund 120 Narren in den Sternensaal nach Reute gekommen. Bevor die Goißa, die Schussentäler, die Schwarze Ageth und Riedrälle durch die Straßen der Region ziehen, stand die obligatorische Waschung der Goißa. Ein paar Goißa tummelten sich im Saal und auf der Bühne, die Bauern versuchten sie einzufangen, was damit endete, dass die gehörnten Tiere schließlich trotz heftiger Gegenwehr an den Brunnen gezerrt und gewaschen wurden. „Dia Goiß isch gwäscha“ und „eröffnet sind dia Fasnetsdäg, wa muinet´r – ha wellaweg“ fasste Sprecher Mathias Münsch erleichtert die feuchtfröhliche Waschzeremonie zusammen.

Mag die „Goißawäsch“ zwar zentraler Punkt der gleichnamigen Veranstaltung gewesen sein, so bot das abwechslungsreiche Programm für Erwachsenen und die vielen Kinder im Saal das eine oder andere Highlight. Schmissig mit Schunkelrunde und Udo-Jürgens-Potpourri eröffneten die Durlesbach Schalmeien unter der Leitung von Susanne Gantner und Manfred Wiest das Programm. Das Zigeunervolk der Narrengilde, begleitet von Ziehharmonika und Klarinetten, sangen über das lustige Zigeunerleben. Trotzdem widmete sich der fidele Haufen unter der Leitung von Conny Bauer und Hermann Sommer schließlich intensiv der großen Narrentruhe aus der schließlich als Verkörperung der Reutener Fasnet Jan Wolfgang entstieg. In einem beeindrucken langen Gedicht stellte Jan das Häs der Maskengruppen vor.

Die Kindertanzgruppe von Birgit Wolfgang, Lisa und Ingrid Zwicknagel widmete sich dem diesjährigen Fasnetsmotto „Tanz der Vampire“. Schaurige Fratzen huschten über die dunkle Bühne zum Kinderlied „Der Vampir erwacht“.

Fahnenschwinger wirbeln umher

Fester Bestandteil der Reutener Fasnet ist der Fanfarenzug Reute unter der Leitung von Alexander Szabo, der mit schmissigen Rhythmen und adretter Verkleidung als Spanier auf sich aufmerksam machte. Bemerkenswert waren die drei Fahnenschwinger, die mit ausgefeilter Choreografie die Fahnen umherwirbelten. Vroni Graf und Silvia Bendel belustigten die Besucher mit einen Sketch über eine verarmte Gräfin samt vertrotteltem Diener Johann.

Gildemeisterin Sonja Münsch machte sich so ihre Gedanken, wie unterschiedlich Mann und Frau die ganzheitliche Gesundheitsfürsorge angehen. Mit der Gute-Laune-Hymne „Sambo de Janeiro“ setzten die Hupfdohlen, eine Tanzgruppe der Ü40-Frauen, einen farbenfrohen Schlusspunkt an das zweistündige Programm, das von Claudia Schmidt, Präsidentin der Narrengilde, kurzweilig moderiert wurde. Stimmungsmäßig Vollgas gab es beim Auftritt der Lumpenkapelle Ur-Bach´l unter der Leitung von Fabian Fischer. Diese junge Crew spielte, ohne Pause, in wildem Staccato einen Stimmungshit um den anderen. Selbst wenn es, bisweilen nur wild und laut klingen mag, die Musiker beherrschen ihre Instrumente souverän.

Der große Narrensprung in Reute findet am Sonntag, 8. Februar, um 13.30 Uhr statt.

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