Nach tödlichem Unfall einer 18-Jährigen: Unfallverursacher gefasst

Drei Autos prallten während des Unfalls ineinander. Eines wurde dabei komplett zerstört und neben die Fahrbahn geschleudert.
Drei Autos prallten während des Unfalls ineinander. Eines wurde dabei komplett zerstört und neben die Fahrbahn geschleudert (links). (Foto: David Pichler)
Schwäbische.de
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Nach dem folgenschweren Verkehrsunfall am Sonntagabend, bei dem eine 18-Jährige gestorben ist und mehrere Menschen schwer verletzt wurden, hat die Polizei nun den mutmaßlichen Unfallverursacher ermittelt. Der Fahrer hatte auf der Landstraße bekanntlich gefährlich überholt und ist einfach weitergefahren.

Nun ist es der Polizei gelungen, einen Tatverdächtigen ausfindig zu machen. Der 34 Jahre alte Mann sei bereits bei einer ersten polizeilichen Fahndung ins Visier geraten, da sein Auto – ein SUV der Marke Audi – von Polizeibeamten im näheren Umkreis gesehen worden sei.

Verdacht erhärtet

Im Laufe der letzten Tage habe sich durch Zeugenaussagen und Spurenauswertungen der erste vage Verdacht gegen den 34-Jährigen erhärtet. Zwischenzeitlich wurde der Führerschein des Tatverdächtigen sichergestellt, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ravensburg und des Polizeipräsidiums Ravensburg.

Der Mann habe dagegen keinen Widerspruch eingelegt. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung sowie wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung ein Ermittlungsverfahren geführt.

Welche Strafe droht dem Mann?

Welche Strafe der Mann zu erwarten hat, ist noch nicht abzusehen. Wie die Erste Staatsanwältin Tanja Vobiller im SZ-Gespräch erklärt, müsse genau geprüft werden, ob der Mann fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat. Sollten sich die Verdächtigungen bestätigen, dann reicht der gesetzliche Strafrahmen von einer Geldstrafe bis hin zu einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren.

Wann die Verhandlung dazu eröffnet wird, ist ebenfalls noch nicht abschließend zu beantworten. Wie Vobiller berichtet, gibt es hierzu einen klar geregelten Ablauf. Zunächst wird die Polizei ihre Ermittlungen abschließen, ehe die Staatsanwaltschaft die Akte dazu erhält. Danach werde ein zuständiger Dezernent die Entscheidung treffen, wie es mit dem Fall weitergeht und ob Anklage gestellt wird. Und auch ein Gerichtstermin müsse dann erst noch gefunden werden. „Wir befinden uns derzeit noch in einem ganz frühen Stadium des Verfahrens“, so Vobiller. Erfahrungsgemäß dürfte eine mögliche Gerichtsverhandlung erst in mehreren Monaten anstehen.

Ob der Mann derzeit im Gefängnis oder auf freiem Fuß ist, kann Vobiller klar beantworten: „Er ist nicht in Untersuchungshaft.“

Riskantes Überholmanöver

Wie berichtet, war ein riskantes Überholmanöver der Grund für den folgenschweren Unfall am Sonntagabend. Der noch unbekannte Autofahrer überholte auf einem geraden Streckenabschnitt gleich drei vor ihm fahrende Autos.

Einen entgegen kommenden Opel Vectra übersah er dabei, dieser kam auf die Gegenfahrbahn und pralle dort auf den vordersten der drei überholten Autos – ein Toyota, der von einer 18-Jährigen aus Bad Waldsee gefahren wurde.

Durch die Wucht des Aufpralls kam der Toyota von der Straße ab und überschlug sich. Die junge 18-jährige Fahrerin aus erlitt so schwere Verletzungen, dass sie noch an der Unfallstelle verstarb. Der 19-jährige Beifahrer erlitt lebensgefährliche Verletzungen.

Der Vectra prallte nach der Kollision mit dem Toyota außerdem noch gegen ein zweites Auto, das hinter dem Toyota fuhr. Der 23-jährige Fahrer und ein 24-jähriger Mitfahrer wurden dabei leicht verletzt. Der 34-jährige Fahrer des Vectra wurde schwer verletzt. In seinem Auto fuhren zwei Mädchen mit – sieben und acht Jahre alt. Die beiden Kinder erlitten ebenfalls lebensgefährliche Verletzungen.

Ein Mädchen außer Lebensgefahr

Ein Mädchen befindet sich mittlerweile außer Lebensgefahr, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Noch keine endgültige Entwarnung gab es bezüglich des Gesundheitszustands des anderen Mädchens sowie des 19-jährigen Beifahrers im Wagen der Verstorbenen, wobei sich die Polizei auch am Mittwoch auf SZ-Anfrage vorsichtig optimistisch zeigte.

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