Morgens auf dem Acker, mittags auf dem Tisch

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 Krumme Gurken klein-geratener Blumenkohl: Das Solawi-Gemüse braucht keinen Normen zu entsprechen. Es wird nicht in Plastik verp
Krumme Gurken klein-geratener Blumenkohl: Das Solawi-Gemüse braucht keinen Normen zu entsprechen. Es wird nicht in Plastik verpackt und legt keine weiten Transportwege zurück, erklärt Sabine Mayerhofer beim Kartoffelfest der Solidarischen Landwirtschaft. (Foto: Svenja Kranz)
Schwäbische Zeitung

Etwa 500 Besucher haben kürzlich das Kartoffelfest und die Gelegenheit genutzt, die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) auf dem Bio-Hof Wild in Unterurbach zu besuchen. „Das Fest war ein großer Erfolg“, resümiert Sabine Mayerhofer, die für den Vorstand am Infostand der Solidarischen Landwirtschaft Fragen beantwortete. „Das Interesse für gesundes Bio-Gemüse, unverpackt, regional angebaut und solidarisch produziert, steigt stetig.“

Die Idee hinter dem Konzept: Verbraucher und Landwirt bilden ein Team und gemeinsam tragen sie das Risiko und die Verantwortung für den Gemüseanbau. Die Mitglieder sind Teil von den Arbeitsabläufen und können sich einbringen. Jedes Mitglied erhält wöchentlich frische regionale Lebensmittel, die so umweltverträglich wie möglich und natürlich ohne künstliche Düngung in Bad Waldsee wachsen. Das Konzept erhält kleinbäuerliche Strukturen und stärkt die Vielfalt der Region.

Vielfältigkeit bot sich auch den Besuchern des Kartoffelfestes. Neben dem Verkauf von alten Kartoffelsorten und deren Verköstigung wurde ein buntes Programm geboten: Marktstände mit Kunsthandwerk und Köstlichkeiten, die Kinder erfreuten sich bei einer Rundfahrt auf dem Traktor oder beim Stockbrotbacken über dem Lagerfeuer. „Eigentlich wollten wir nur kurz vorbeischauen“, erzählt eine Besucherin, die mit ihren drei Kindern gebannt dem Puppentheater über die kleine Biene zuschaute. „Jetzt sind wir schon den ganzen Nachmittag hier. Die Stimmung ist so schön und jetzt gehen wir noch Apfelsaft pressen.“

Die Erwachsenen informierten sich derweil bei einer Ackerführung durch den Solawi-Gärtner Stefan Grundner über den Anbau und die Gemüsesorten und ließen den Nachmittag im gemütlichen Hofcafé bei selbst gebackenem Kuchen ausklingen.

Wer dabei sein möchte, kann über ein Probe-Abo die Solawi kennenlernen. Für das Jahr 2020 gibt es noch Anteile, die man bei der Jahresversammlung am 21. November um 19 Uhr im katholischen Gemeindehaus in Bad Waldsee erwerben kann. Weitere Informationen, auch über die Mitgliedschaft bei der Solawi Bad Waldsee, gibt es unter www.solawi-bad-waldsee.de

Zusätzlich und unabhängig von einer Mitgliedschaft und einem Gemüse-Anteil können über die Solawi-Produkte der Kooperationspartner bezogen werden. In den Wintermonaten werden Zitrusfrüchte der Kooperative Le Galline Felici aus Sizilien bestellt, der nach dem Naturland-Verband zertifizierte Milchviehbetrieb der Familie Josef Wild bietet Rindfleisch und seit Kurzem auch den ersten Käse an. Interessierte können sich melden per E-Mail an info@solawi-bad-waldsee.de

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