„Mir lond id luck! Wir lassen nicht nach!“

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 76 000 Unterschriften hat die KAB mit Initiatorin Sandra Lutz-Lang (rechts) an den Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung ü
76 000 Unterschriften hat die KAB mit Initiatorin Sandra Lutz-Lang (rechts) an den Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung übergeben. (Foto: KAB)
Schwäbische Zeitung

Vertreter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) aus Blitzenreute und Bad Waldsee haben gemeinsam mit Petitions-Initiatorin Sandra Lutz-Lang rund 76 000 Unterschriften der Petition „Zwölf Tage Dauerschicht abschaffen!“ an den Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, übergeben. Unter den Unterschriften waren mehr als 2000 Signaturen aus dem Landkreis Ravensburg, bei der Übergabe waren die Bezirksvorsitzende des KAB, Bernadette Schwarz, und der KAB-Diözesansekretär Peter Niedergesäss mit dabei.

Die Petition setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege ein und will Dauerschichten abschaffen. Im Anschluss an die Übergabe habe ein einstündiges Gespräch mit dem Pflegebevollmächtigten stattgefunden, heißt es in einer Pressemitteilung der KAB. Vor dem Bundesgesundheitsministerium habe währenddessen eine Mahnwache stattgefunden. Initiatorin Sandra Lutz-Lang freute sich, dass der Pflegebevollmächtigte die gesammelten Unterschriften entgegengenommen habe. „Andreas Westerfellhaus kommt selbst aus der Pflegebranche und kennt die Problematik. Er findet, dass sich bei den Dauerschichten etwas ändern muss, und sagt selbst, Zwölf-Tage-Schichten sind zu lang“, berichtet Lutz-Lang nach dem Gespräch. Er habe angekündigt, das Anliegen an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil weiterzureichen und dabei auf das Gespräch und die Petitionsübergabe hinzuweisen.

Die Bezirksvorsitzende des KAB, Bernadette Schwarz aus Blitzenreute, hofft, dass die Dauerschichten in der Pflege nun zeitnah auf maximal sieben Tage verkürzt werden. „Der derzeitige Dauereinsatz gefährdet die Qualität der Arbeit und die Gesundheit der Kollegen“, so Schwarz.

Pflegefachkraft Heike Hager: „Zwölf Tage Hochleistung, zwei Tage frei und wieder zwölf Tage Einsatz gehören abgeschafft“, fordert Pflegefachkraft Heike Hager. „Fehlerfreies Arbeiten, Präsenz und aufmerksame Zuwendung sind so nicht zu leisten, mal ganz davon zu schweigen, was das für die Familie zu Hause bedeutet.“ Da würden auch gut gemeinte Boni nicht helfen.

Eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit fordert KAB-Diözesansekretär Peter Niedergesäss aus Bad Waldsee. Sie sei Voraussetzung für den Erhalt der Gesundheit. „An den Basics ansetzen statt hilflos Symptome bekämpfen. Studien zeigen, dass Hunderte von Pflegekräften in ihren Beruf zurückkehren, sobald die Bedingungen stimmen!”

Für ihn sind die Unterschriften auch ein Auftrag weiterzumachen. „Wir haben Unterschriften an der Haustür und online gesammelt, dabei erfuhren die KABler sehr viel Unterstützung.“ Niedergesäss machte es in Berlin auf Oberschwäbisch deutlich: „Mir lond id luck!“

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