Mehr Schwerverletzte als in den Vorjahren

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Auf dem B 30-Streckenabschnitt zwischen Egelsee und Englerts ereigneten sich im vergangenen Jahr 43 Unfälle.
Auf dem B 30-Streckenabschnitt zwischen Egelsee und Englerts ereigneten sich im vergangenen Jahr 43 Unfälle. (Foto: Archiv/Kar Ballarin)
Redaktionsleiter

20 Prozent mehr Unfälle haben sich 2015 im Fünf-Jahres-Vergleich auf dem B 30-Streckenabschnitt zwischen Egelsee und Englerts ereignet. Waren es in den Vorjahren zwischen 29 und 39 Verkehrsunfällen, so weist die Polizeistatistik für die vergangenen zwölf Monate 43 Unfälle aus. Das sei allerdings kein Grund zur Besorgnis, wie Polizeihauptkommissar Johannes Padberg vom Polizeipräsidium Konstanz auf SZ-Nachfrage erklärt.

Sein Resümee mit Blick auf die Unfallstatistik fällt nüchtern aus: „Die leichte Erhöhung der Unfallzahlen lässt sich nicht weg diskutieren, aber sie ist nicht besorgniserregend. Es besteht keine besondere Gefahr auf dieser Strecke.“ Und dass trotz der drei Todesopfer, die im vergangenen Jahr auf diesem Teilstück der B 30 verzeichnet werden mussten. Der Grund: Die tödlichen Unfälle seien keine typischen Unfälle. Am 1. August verstarb ein Mann bei Mattenhaus, nachdem er mit zwei Pferden kollidierte, die auf der Fahrbahn umher liefen. „Da lässt sich nur schwer eine Möglichkeit finden, das zu verhindern. Das hat man einfach nicht im Griff. Bei vielen tödlichen Unfällen fragt man sich, warum es dazu gekommen ist“, erklärt Padberg. Nur wenige Tage später kam ein Autofahrer auf die Gegenfahrbahn und stieß frontal mit einem entgegenkommenden Auto zusammen. Zwei Personen kamen ums Leben. Um diesen Unfall zu verhindern, müssten Mittelleitplanken aufgestellt werden. „Dafür braucht man aber andere Fahrbahnbreiten: Was würde sonst passieren, wenn ein Fahrzeug liegen bleibt?“, fragt Padberg und spielt auf lange Rückstaus an.

Erfreuliche Entwicklung

Gleichwohl würden die Zahlen der Verkehrstoten im gesamten Landkreis immer weiter absinken. Exemplarisch nennt er das Jahr 1973 als noch 101 Unfalltote registriert werden mussten und nennt als Vergleich das Jahr 2013 mit elf Verkehrstoten. 2013 weist damit die niedrigste Zahl in den vergangenen 40 Jahren aus. 2015 waren es 20 Personen, die bei einem Verkehrsunfall im Landkreis ums Leben gekommen sind.

Im Durchschnitt wurden in den vergangenen fünf Jahren auf dem B 30-Teilstück jeweils acht Personen schwer verletzt. Diese Anzahl hat sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt – es waren 17 Schwerverletzte. Wie Padberg erläutert, ist ein Schwerverletzter per Polizeidefinition eine Person, die nach dem Unfall mehr als 24 Stunden im Krankenhaus bleiben muss. „Da war 2015 schon ein Ausreißer. Aber man darf eines nicht aus den Augen verlieren, es handelt sich um eine Bundesstraße mit sehr hohem Verkehrsaufkommen, wo außerorts hohe Geschwindigkeiten gefahren werden und Unfälle entsprechende Folgen haben.“

Auffällig ist laut dem Verkehrsexperten, dass sich die Unfälle nicht immer zu Hauptverkehrszeiten ereignen. Die Kollisionen würden oft auch am Wochenende protokolliert, „wenn mehr Ortsunkundige unterwegs sind“, wie Padberg erklärt, der jährlich sogenannte Unfallhäufungsstellen – Knotenpunkte oder Streckenabschnitte mit vielen Unfällen – prüft. Daraus resultierte unter anderem die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer im Waldgebiet zwischen Enzisreute und Egelsee.

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