„Marke“ Bad Waldsee sorgt für Diskussionen

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 Blicken auf erfolgreiche Veranstaltungen im vergangenen Jahr zurück: (v.l.) Silvia Münster (Kasse), Robert Lippmann (1.Vorstand
Blicken auf erfolgreiche Veranstaltungen im vergangenen Jahr zurück: (v.l.) Silvia Münster (Kasse), Robert Lippmann (1.Vorstandssprecher), Ingrid Wölflingseder (Koordination) und Ulrike Bader (2. Vorstandssprecherin). (Foto: Franziska Telser)
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Einzelhandelsführer, Gutscheine, digitaler Auftritt: Diese und weitere Themen hat der Handels- und Gewerbeverein (HGV) in Bad Waldsee bei seiner diesjährigen Jahreshauptversammlung im Gasthaus zur Versteigerungshalle besprochen. Zu ausgiebigen Diskussionen führte am Donnerstagabend die Einführung einer „Marke“ Bad Waldsee. Von der Stadt kam Citymanagerin Shqipe Karagja zu der Veranstaltung. Wahlen fielen turnusgemäß keine an.

„Wenn es hier wieder so läuft, wie beim Einzelhandelskonzept, dann bin ich raus“, sagte Eugen Zwerger, Mitglied des HGV, nachdem die Citymanagerin berichtet hatte, wie weit der Prozess einer Markenbildung für Bad Waldsee schon vorangeschritten ist. Derzeit sei sie im Gespräch mit mehreren Dienstleistern. Sobald der Gemeinderat den Startschuss gibt, werden verschiedene Steuerungsgruppen ein Konzept erarbeiten. Dieses soll die Meinungen über Bad Waldsee bündeln, so die Standortmanagerin, und auf früheren Konzepte aufbauen. Was genau das für die Einzelhändler heißt, beantwortete sie an diesem Abend nicht.

Deshalb war das Thema für einige Mitglieder des HGV nicht leicht zu greifen: „Was ist denn das Ziel von dieser Marke“, fragte Hubert Schirmer etwas irritiert. „Werbung, Marketing?“ Es gehe, so Karagja, um ein Gesamtkonzept für die Kurstadt. Darum, welches Erscheinungsbild von Bad Waldsee kommuniziert werden soll. Hierunter falle zum Beispiel ein Logo und ein Leitspruch. „Das ist aber nur ein kleiner Teil“, sagte die Standortmanagerin. Und wann soll die Marke kommen? „Ich hoffe, dass wir es in den nächsten zwei Jahren schaffen.“

Ebenfalls für Gesprächsstoff sorgte ein gemeinsamer Gastronomie- und Einzelhandelsführer. „Mir wurde zugesagt, dass dieser Ende April kommen soll“, so Karagja. Etwas kurzfristig, fanden die Händler. „Es gab genug Zeit das Projekt vorzubereiten“, warf Rudi Spieß, dem die Versteigerungshalle gehört, ein. „Zwischen Tür und Angel will ich nicht entscheiden müssen, ob ich da mitmache.“

Das Thema ist nicht neu. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Einzelhandelsführer auf der Jahreshauptversammlung diskutiert. Seitdem sei Karagja im Gespräch sowohl mit den Händlern als auch mit den Gastronomen. Die Umsetzung liege aber bei einem Waldseer Herausgeber. „Ich habe ihm vorgeschlagen, die Händler schriftlich zu informieren“, so die Standortmanagerin. Das habe der Herausgeber jedoch nicht gewollt. Im Moment habe sie keinen Kontakt zu ihm. Deshalb wisse sie auch nicht, wie die genaue Umsetzung aussieht. Ein Stöhnen kam daraufhin aus den Reihen der Einzelhändler.

Zwerger brachte dann die Digitalisierung ins Spiel. „Wir brauchen eine Verbindung vom Papier zum Internet.“ Ohne Auftritt im Web bringe so ein Einzelhandelsführer gar nichts. „Dann sollten wir uns etwas eigenes Überlegen.“ Und auch Schirmer hatte Bedenken: Gemeinsam mit der Gastronomie habe der Einzelhandelsführer mindestens 100 Seiten. „Das ist zu groß.“ Er fragte, ob es nicht doch besser sei den Einzelhandel und die Wirte zu trennen. Die Citymanagerin erwiderte darauf, dass zwei Produkte dieser Art, die parallel laufen, eher destruktiv sind. HGV-Vorstand Robert Lippmann sprang Karagja bei: „Die zusätzliche digitale Realisierung dürfte dann auch kein Problem mehr sein.“ Die Citymanagerin will versuchen, mit dem Herausgeber in Kontakt zu treten. Diskussion beendet. Weiter zum Kassenbericht.

Insgesamt musste der HGV ein Minus von 5512 Euro verbuchen. „Da ist aber ein Zuschuss von der Stadt noch nicht dabei“, sagte Kassenwartin Silvia Münster. Am meisten schlugen die Werbekosten mit 7503 Euro im vergangenen Jahr zu Buche. Einnahmen hatte der Verein vor allem durch Mitgliedsbeiträge: 15 180 Euro hat dieser dadurch eingenommen.

Positiv blickten HGV-Vorstand Lippmann sowie die Einzelhändler auf die Veranstaltungen im vergangen Jahr zurück. Zwei verkaufsoffene Sonntag sind auch im Jahr 2019 geplant. Außerdem soll es Ende Juni eine lange Einkaufsnacht geben, in Kombination mit einem Streetfood-Festival. Nach zwei Stunden intensiven Gesprächen endete die die Versammlung dann.

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