Mamma mia: Tonart singt schwedischen Pop

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Die Sängerinnen und Sänger des Chors Tonart brachten musikalisch und im Outfit die 70er-Jahre zurück.
Die Sängerinnen und Sänger des Chors Tonart brachten musikalisch und im Outfit die 70er-Jahre zurück. (Foto: Dietmar Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

Dreimal ausverkauft mit jeweils rund 400 Besuchern: Das ist am Wochenende das Neyer-Forum in Mennisweiler gewesen. Dort trat der Bad Waldseer Chor Tonart mit Liedern der schwedischen Popgruppe Abba auf. In den Vorjahren hatte der Chor schon mit Queen und Klassik-Rock das Publikum begeistert. Und auch nun verstanden die Sänger es dank einer gelungenen Präsentation die Besucher mit dem Abba-Fieber, gemeinhin bekannt als „Abbamania“, zu infizieren. Auf der Zeitreise zurück in die 70er-Jahre überschütteten die mehr als 60 Sängerinnen und Sänger die Zuhörer geradezu mit Hits der schwedischen Poplegenden. Vom beschwingten Mitwippen der Füße bis zum Tänzchen im hinteren Teil der Halle fand das Publikum schnell Wege, um an dem dargebotenen Musikerlebnis aktiv teilzunehmen.

Wechselnde Besetzung

Chorleiterin Geli Holzmann hatte für das Programm „Tonart goes Abba“ 17 Stücke ausgewählt, bei denen neben den legendären Platz-1-Hits auch unbekanntere Stücke vertreten waren. Nicht immer kam der Chor in voller Besetzung zum Einsatz. Mit abwechselnd besetzten Ensembles gelang es sehr gut, dem Charakter der einzelnen Stücke nahe zu kommen, denn bei weitem nicht jedes Lied verträgt die geballte Kraft und Energie eines großen Chores.

Mit Dancing Queen starteten die Damen des Chores in den Abend, während die Männer noch bis zum sechsten Stück im Hintergrund blieben. Auch bei Honey Honey schallte konzentrierte Frauenpower durch die Halle, wobei für dieses Stück vielleicht eine kleinere Besetzung angemessener gewesen wäre. Diese gab es jedoch bei den eher weniger bekannten Stücken Angel Eyes und When All Is Said And Done. Gerade Letzteres wirkte sehr eindrücklich, denn von Moderatorin Sabrina Jagode wurden zuvor die dazugehörenden Lyrics vorgetragen – ein Text, der vom Herbst des Lebens erzählt. Ein Gesangssolo von Lisa Madlener und ein Gitarrensolo von Edi Kohldörfer setzten akustische Marken im Stück Our Last Summer, wobei es vor allem der makellose Gesang von Madlener war, den das Publikum mit viel Applaus honorierte. Nicht minder begeisternd war das Stück Lay All Your Love mit Robert Pfeiffer. Der schöne Bass von Pfeiffer und die dynamisch steigernden Chorsätze ergaben ein absolut hörenswertes Gesamtbild. Voluminös und zu recht in voller Chorstärke wurden die Stücke Money, Money, Money und Waterloo gesungen. Die ganze Dramatik, die Jagode mit den Lyrics zum Ausdruck brachte, verkörperte der Chor mit seiner nur vom Piano begleiteten Fassung des Stücks The Winner Takes it all.

Liedtitel wird zu Cocktail-Name

Das Neyer-Forum war vom Chor stylisch dekoriert worden, und auch bei den Pausengetränken war man ganz auf das schwedische Popquartett eingestellt. Ob Abbarol, Dancing Queen oder Mamma Mia, für die gleichnamigen Cocktails standen die Besucher Schlange.

Für die zweite Hälfte gab es bei den Sängern einen Kostümwechsel zu weißem, goldenem und silbernem Glitter-Outfit und als Einstieg den Erfolgshit Waterloo, mit dem Abba 1974 den Eurovision Song Contest gewonnen hatte. Der Keyboarder der Begleitband, Randy Mistele bewies beim Stück Take A Chance On Me, dass er neben seiner Fingerfertigkeit auch über eine ausgezeichnete Gesangsstimme verfügt. Weitere Bandmitglieder sind Yann Zimmermann am Schlagzeug, Edi Köhldorfer an der Gitarre und Oliver Sampson am Bass. Interessant und im positiven Sinne bemerkenswert war das weniger bekannte Stück Under Attack, das von einem siebenköpfigen Ensemble in einem trotzig frechen Stil gesungen wurde, der so gar nicht in das harmonische Abba-Bild passt. Typische Hits wie Mamma Mia und Super Trouper dagegen machten in voller Chorbesetzung richtig gute Laune und das Mitklatschen im Rhythmus kam von ganz alleine.

Wie sollte solch ein Konzert anders enden, als mit dem Stück Thank You For The Music – ein Satz den eigentlich das Publikum den Akteuren zusprechen sollte. Mit langanhaltenden Zugabe-Rufen zeigte das Publikum nicht nur seine Dankbarkeit, sondern auch seine Begeisterung über den gelungenen Konzertabend.

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