Mahnwache für Moria-Flüchtlinge in Bad Waldsee

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 Kinderzeichnung aus Moria.
Kinderzeichnung aus Moria. (Foto: Global/Bamann)
Schwäbische Zeitung

Auf dem Kirchplatz in Bad Waldsee haben sich am vergangenen Sonntag laut Pressemitteilung des Vereins „Global“ Bad Waldsee rund 50 Kinder, Frauen und Männer zu einer Mahnwache für die Flüchtling auf Moria versammelt, die mit Plakaten wie „Moria brennt – Evakuierung jetzt!“ auf ihre Situation aufmerksam machten

Laut Pressemitteilung haben der Menschenrechtsverein Global und das „Aktionsbündnis Sicherer Hafen Bad Waldsee“ zu der Mahnwache aufgerufen.

Ulrich Bamann, Vositzender von Global, berichtete laut Mitteilung über die unhaltbaren, menschenunwürdigen Zustände in dem hoffnungslos überfüllten Camp Moria auf Lesbos, in dem vergangene Woche mehrere Großfeuer gewütet haben und bei dem die Ärmsten der Armen die letzten Habseligkeiten verloren haben.

Er verwies auf die vom Gemeinderat bekundete Solidarität zum Projekt „Seebrücke“ und hoffe, dass die Verantwortlichen der Stadt Bad Waldsee das Thema „Sicherer Hafen“ wie angekündigt erneut beraten und sich diesmal zu einer Entscheidung durchringen, damit die Stadt Bad Waldsee zusätzlich zum bereits gesetzten Kontingent weitere Flüchtlinge aufnimmt.

Christine Schramm erzählte, dass sie an Spitzenpolitiker Briefe geschrieben habe, in denen sie gebeten habe, die unter unhaltbaren hygienischen Zuständen Lebenden nicht zu vergessen und eine politische Lösung zu finden. Mit einer Bibelstelle aus dem Alten Testament, wonach Isaak auf Moria durch göttliche Fügung vor dem Tod gerettet wird, stellte sie einen Bezug zur aktuellen Lage her.

Ulrich Köpfler thematisierte im Namen von Bündnis 90/Die Grünen die unfassbare Lage in den griechischen Lagern und rief zum sofortigen Handeln auf. Der Song „Ich habe einen Traum“ von Konstantin Wecker unterstütze die Mahnrufe.

Lisa Geiger bezog sich auf einen Text von Alfons Pieper und stellte die Frage „Anschlag auf die Menschlichkeit - Was hätte Norbert Blüm dazu gesagt“. Mit einem Gedicht „Abschied von neun Kindern - Ein Gruß aus Moria“ kamen Betroffene indirekt zu Wort. Zu Herzen gehend wurden die von Houzayfa Al Rahmoun verfassten Zeilen „Verloren“ von Sundus Alsalem vorgetragen.

Mit „Eine Welt, eine Heimat“ folgte ein musikalischer Part, bevor Charly Pauli aus Ravensburg einen kritischen Beitrag zur europäischen Flüchtlingspolitik hielt. Nach dem Hinweis auf das 3-Punkte-Notprogramm verschiedener Hilfsorganisationen ging dann ein Spendenhut durch die Menge, der reich gefüllt wurde. Die Spenden werden von Global nochmals aufgestockt und gehen über medico international direkt an auf Lesbos tätige Selbsthilfeorganisationen von Geflüchteten.

Mit dem „Gebet für die Flüchtlinge“ wurde die Mahnwache geschlossen und John Lennons „Imagine“ stimmte gemeinsam mit dem Sonntagswetter optimistisch für eine humane Lösung zur Rettung der Menschen aus Moria.

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