Kriminalstatistik: Immer weniger Straftaten in Waldsee

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Die Polizei Bad Waldsee hat im vergangenen Jahr 2350 Einsätze absolviert.
Die Polizei Bad Waldsee hat im vergangenen Jahr 2350 Einsätze absolviert. (Foto: Wolfgang Heyer)
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In den vergangenen 20 Jahren gab es in Bad Waldsee nie so wenig Straftaten wie im Jahr 2017. Die Polizei musste weniger Körperverletzungen und weniger Diebstähle protokollieren. Einen deutlichen Anstieg gab es allerdings bei den Rauschgift-Delikten.

Nicolas Riether, Leiter des Polizeireviers Weingarten, stellte dem Gemeinderat am Montagabend die Bad Waldseer Kriminalstatistik des vergangenen Jahres vor. Insgesamt 2350 Einsätze mussten die Beamten schultern. Den Großteil der Alarmierungen machten dabei die Straftaten aus. 695 Mal wurden die Polizisten gerufen. „Das ist der niedrigste Stand seit 1994“, verdeutlichte Riether die positive Entwicklung. Auch im Vergleich mit anderen Kommunen des Landkreises zeigte sich, dass die Fallzahlen in Bad Waldsee sehr gering sind.

Allein die Rohheitsdelikte, beispielsweise Körperverletzung, Raub oder Bedrohung, waren stark rückläufig. Von 152 Einsätzen im Jahr 2016 sank der Wert auf 118 Fälle im vergangenen Jahr. „Das ist ein Rückgang von rund 23 Prozent“, betonte der Revierleiter und ergänzte, dass es in Bad Waldsee außerdem weniger Diebstähle gab. Auffällig war, dass die Wohnungseinbrüche abgenommen, die Einbrüche in Geschäftsräume aber zugenommen haben.

Die Aufklärungsquote der Straftaten lag im vergangenen Jahr bei 60,4 Prozent. Damit konnte der Großteil der Täter gefasst werden. Wie Riether zudem veranschaulichte, lag der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen in Bad Waldsee bei 6,4 Prozent. In Weingarten und Bad Wurzach bezifferte er diesen Wert auf rund zwölf Prozent. „Das ist eine überschaubare Größenordnung“, lautete Riethers Bilanz bezogen auf Bad Waldsee.

Einen deutlichen statistischen Ausschlag verzeichnete die Polizei gleichwohl bei den Rauschgift-Delikten. Hier war die Polizei 87 Mal gefordert – zum Vergleich: im Jahr zuvor waren es nur 18 Fälle. Woran das liegt? Für Riether leicht zu erklären: Die Zahlen steigen, wenn die Polizei mehr kontrolliert. „Und in diesem Fall ist es auf eine Lebensbeichte eines Einzelnen zurückzuführen.“ Aufgrund des Geständnisses hätten viele weitere Fälle bearbeitet werden können. „Das war einfach ein Volltreffer“, so Riether. Die 72 gemeldeten Ruhestörungen bezeichnete Riether als „normales Niveau“.

Riethers Fazit fiel positiv aus. Bad Waldsee sei eine Stadt mit gutem Sicherheitsniveau, es gebe wenige gravierende Straftaten und auch der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit sei derzeit kein großes Thema.

Roland Schmidinger (FW) fragte nach einer möglichen Entschärfung des „Unfallschwerpunktes an der Kreuzung Schützenstraße/Wurzacher Straße“. Bernd Berger, Leiter des Polizeipostens Bad Waldsee, gab zu verstehen, dass die Planungshoheit bei der Stadt liege und auch die Deutsche Bahn AG an dieser Stelle Mitsprache hätte. Auch zum Unfallschwerpunkt der Kreuzung in Mennisweiler äußerte sich Berger: „Da ist man dran, das läuft.“

Michael Kaiser (GAL) forderte eine Einschätzung der Verkehrssituation in der Friedhofstraße. Berger verwies auf die Zuständigkeit des Referats Verkehr in Ravensburg. Hubert Leißle (CDU) hinterfragte die gesunkenen Einbruchszahlen in Wohnungen und wollte wissen, ob es sich um einen Trend handelt. Riether bejahte und begründete die Entwicklung unter anderem mit der Polizeiarbeit und „vermehrten Sicherheitsmaßnahmen der Bürger selbst“.

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