SPD-Ortsverein findet deutliche Worte: Krankenhaus in Bad Waldsee nicht schlechtreden

Die Zukunft des Waldseer Krankenhauses ist ungewiss.
Die Zukunft des Waldseer Krankenhauses ist ungewiss. (Foto: Wolfgang Heyer)
Schwäbische Zeitung

Die Diskussionen um die Neustrukturierung der OSK-Krankenhäuser im Landkreis Ravensburg und die für den Standort Bad Waldsee angedachten schwerwiegenden Veränderungen sieht der SPD Ortsverein kritisch, wie die Ortsvorsitzende Carola Rummel der „Schwäbischen Zeitung“ in einer Stellungnahme mitteilt.

„Obwohl das Krankenhaus in Bad Waldsee seit Jahren gute Ergebnisse erzielt, soll die aufgrund hoher OP-Zahlen ertragsstarke Abteilung Orthopädie an das Wangen verlagert werden, das seinerseits für die medizinische Versorgung wichtige Abteilungen nach Ravensburg abgeben müsste. Dies wird mit großen Kosten und mit einer beabsichtigten wirtschaftlichen Schädigung des Standorts Bad Waldsee verbunden sein“, erklärt Rummel und so werde das Waldseer Krankenhaus„trotz aktuell guter Ausstattung mit Operationsräumen und Krankenzimmern schlechtgeredet – gerade in Bezug auf die prognostizierte Betriebszeit des Gebäudes von noch zehn Jahren.

Tatsächlich besteht aber der Sanierungsbedarf im Bereich der Technik und Wäscherei.

Carola Rummel, SPD-Ortsvorsitzende 

„Tatsächlich besteht aber der Sanierungsbedarf im Bereich der Technik und Wäscherei, was mit relativ geringen Kosten zu beheben wäre. Deshalb ist es gut und wichtig, dass der ursprüngliche Schnellschussplan durch die Intervention im Kreisrat gestoppt werden konnte“, teilt Rummel mit. Ein weiteres Gutachten wurde bekanntlich eingefordert, bei dem standorterhaltende Alternativen zum bisherigen Plan berücksichtigt werden sollen. „Die Analyse der Defizitursachen könnte ganz neue Lösungswege zu deren Vermeidung aufzeigen“, hofft die Ortsvorsitzende.

Rummel betont, dass die Bevölkerung in Bad Waldsee und im Umland die ortsnahe Krankenhausversorgung schätzt, ebenso wie das „langjährig beschäftigte und gut eingespielte Personal in den Bereichen Service, Pflege und ärztlicher Versorgung“. Der geringe Personalwechsel vermittelt familiäres Flair in der Patientenbetreuung. „Auch die soziale Betreuung der Kranken durch Familie und Freunde trägt nach meiner Überzeugung in höherem Maße zum Genesungsprozess bei, als bei fabrikmäßiger Behandlung im Großbetrieb“, so Rummel.

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