Jugendfußballturnier als Belohnung zum Saisonabschluss

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Die E-Jugend Mannschaften SG Rennhardsweiler/Braunenweiler (orange) und TV Woringen im Duell.
Die E-Jugend Mannschaften SG Rennhardsweiler/Braunenweiler (orange) und TV Woringen im Duell. (Foto: Dietmar Hermanutz)
Dietmar Hermanutz

Rund 100 Jugendmannschaften haben sich von Freitagabend bis Sonntagnachmittag in mehr als 300 Spielen auf den Plätzen des Fußballvereines Bad Waldsee duelliert. Die Jugendlichen spielen in verschiedenen Altersklassen, in denen jeweils ein eigener Wanderpokal ausgespielt wird.

Wenn man es also genau betrachtet, so haben am zurückliegenden Wochenende in Bad Waldsee zehn Turniere stattgefunden, in denen vom Bambinialter bis zur C-Klasse alles vertreten war. Es ist eine organisatorische Spitzenleistung des Waldseer Vereins, der mit diesem Turnier einen wichtigen Beitrag für die Jugendarbeit in den Fußballvereinen leistet.

So ein großes Turnier ist für viele Mannschaften als Saisonabschluss interessant, weil man hier in kurzer Zeit gegen viele unterschiedliche Gegner antreten kann, erklärt Christian Schmid vom Organisationsteam im Gespräch mit der SZ. Das sieht auch Frank Gimbel, Trainer der E1 Jugend in Binzwangen, so. „Am Ende einer erfolgreichen Saison haben sich die Spieler das verdient“ so Gimbel. Am Samstagnachmittag spielt auch seine E-Jugendmannschaft bei einigen der insgesamt 100 Begegnungen.

Die einzelnen Spiele sind mit ihrer zehnminütigen Dauer extrem kurzweilig. Die Zweikämpfe um den Ball sind trickreich, tempogeladen und im Großen und Ganzen von Fairness geprägt. Dies bestätigen auch die Schiedsrichter für die Vorrundenspiele, bei den Finalkämpfen jedoch rechneten sie mit härteren Einsätzen. Gerade Mannschaften, die sich schon aus den Ligaspielen kennen, schenken sich in der Regel nichts. Dennoch ist natürlich die Motivation der Jugendlichen das A und O.

Trainer Gimbel verrät, worauf es ihm ankommt: „Neben gut zureden ist es wichtig, immer mit erhobenem Haupt vom Platz zu gehen, völlig egal wie das Spiel ausgegangen ist, denn das nächste Spiel wird besser“. Neben der mentalen Einstellung locken bisweilen aber auch die Pommes, das Eis oder der Kebap, der von den Trainern und Eltern zum Turnierende in Aussicht gestellt werden.

Fast alle Mannschaften waren gemischt. Meist ein bis zwei Mädchen integrierten sich vollständig in die Jungenmannschaften. Schon im sechsten Jahr spielt Rebecca in der Jungenmannschaft. Sie habe es auch mal in der Mädchenmannschaft versucht, „aber der Teamgeist ist bei den Jungs viel besser“, ist das Resümee der Fußballerin, die zusammen mit ihrem Bruder am Freitagabend für die C-Jugend der SG Salem spielte.

Am Samstagnachmittag stehen Josef und Markus Halbherr am Spielfeldrand. Ihre Aufmerksamkeit gilt der Spielgemeinschaft Neufra/Daugendorf, für die der Sohn beziehungsweise Enkel Gianluca gerade einen Foul-Elfmeter in ein Tor verwandelt hat. Die drei Generationen sind fast jedes Wochenende auf einem Fußballplatz unterwegs und Opa Josef erinnert sich noch genau, wie er 1962 in einem Turnier in Bad Waldsee mit seiner Mannschaft gegen Weingarten gespielt hat.

Ganz so weit zurück reichen die Erinnerungen von Fridolin Hänle nicht. Aber der Waldseer Fridolin Hänle hat das Jugendturnier in den 90er-Jahren mit aufgebaut. „Teilweise hatten wir international renommierte Jugendmannschaften, die wir dann sogar mit deren Nationalhymne begrüßt hatten“ erinnert er sich. Abgesehen von der Mannschaft aus dem Kleinwalsertal, waren die Clubs dieses Jahr vor allem aus Südbaden, Oberschwaben und bayerisch Schwaben. Viele kommen nur an ihrem Turniertag, manche nutzten aber auch die Gelegenheit für ein verlängertes Wochenende, zumal Bad Waldsee attraktive Freizeitmöglichkeiten für die Jugendlichen bietet.

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