Hass und Antisemitismus gab es auch in Waldsee

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Jüdische Händler durften ab 1935 nicht mehr auf dem schon damals bekannten Waldseer Viehmarkt verkaufen. Die „Oberschwäbische Ta
Jüdische Händler durften ab 1935 nicht mehr auf dem schon damals bekannten Waldseer Viehmarkt verkaufen. Die „Oberschwäbische Tagespost – Waldseer Zeitung“ berichtete darüber wohlwollend. (Foto: Stadtarchiv Bad Waldsee)

Hintergrund:

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erfolgte im Deutschen Reich eine staatlich angeordnete Großaktion gegen die jüdische Bevölkerung, die offiziell als spontane Volkserhebung getarnt wurde. SA- und NSDAP-Mitglieder, Behörden, aber auch Privatleute, verübten in dieser Nacht einen barbarischen Terrorakt gegen die deutschen Juden. Sie setzten geschätzt 1400 Synagogen in Brand, schändeten Friedhöfe, zerstörten rund 7000 jüdische Geschäfte, verwüsteten Wohnungen. Historiker schätzen, dass in dieser Nacht rund 26 000 jüdische Männer in Gefängnisse und Konzentrationslager verschleppt wurden. Genaue Zahlen über die Todesopfer gibt es nicht. Die Pogromnacht markiert den Wendepunkt von der antisemitischen Diskriminierung hin zur systematischen Verfolgung und Ermordung der deutschen und europäischen Juden.

(Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)

Wenn sich im November die Reichspogromnacht zum 80. Mal jährt, setzen sich viele Städte mit dem Judentum und dem dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinander, so auch in Oberschwaben.

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Hintergrund:

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erfolgte im Deutschen Reich eine staatlich angeordnete Großaktion gegen die jüdische Bevölkerung, die offiziell als spontane Volkserhebung getarnt wurde. SA- und NSDAP-Mitglieder, Behörden, aber auch Privatleute, verübten in dieser Nacht einen barbarischen Terrorakt gegen die deutschen Juden. Sie setzten geschätzt 1400 Synagogen in Brand, schändeten Friedhöfe, zerstörten rund 7000 jüdische Geschäfte, verwüsteten Wohnungen. Historiker schätzen, dass in dieser Nacht rund 26 000 jüdische Männer in Gefängnisse und Konzentrationslager verschleppt wurden. Genaue Zahlen über die Todesopfer gibt es nicht. Die Pogromnacht markiert den Wendepunkt von der antisemitischen Diskriminierung hin zur systematischen Verfolgung und Ermordung der deutschen und europäischen Juden.

(Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)

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