Gute Tourismusbilanz dank Waldseer Rehakliniken

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Der Reisemobilstellplatz beim Waldseer Kurgebiet ist nahezu ganzjährig gut frequentiert und wurde vom Magazin „Promobil“ aktuel
Der Reisemobilstellplatz beim Waldseer Kurgebiet ist nahezu ganzjährig gut frequentiert und wurde vom Magazin „Promobil“ aktuell zum „Stellplatz des Monats“ gekürt. (Foto: Sabine Ziegler)
Schwäbische Zeitung
Freie Redakteurin

Den bestens ausgelasteten Waldseer Rehakliniken ist die gute Tourismusbilanz 2017 zu verdanken, die die Städtische Kurverwaltung jetzt vorgelegt hat und die am Montag auch dem Gemeinderat vorgelegt wurde. Zwar war die Zahl der Übernachtungen am Ort mit insgesamt gut 388 000 insgesamt gesehen leicht rückläufig gegenüber 2016 (minus 0,5 Prozent). Unterm Strich beurteilt Kurgeschäftsführer Walter Gschwind die Zahlen aber positiv. Anteil daran habe der Reisemobilstellplatz, der nach Eröffnung der Saunawelt bei der Waldsee-Therme auch in der Nachsaison gut frequentiert sei.

Alle Jahre wieder entfällt der Löwenanteil der Übernachtungen auf die städtischen und privat geführten Kliniken in der Kurstadt. Im letzten Jahr waren dies mehr als 262 000; damit stieg diese Zahl gegenüber 2016 nochmals um gut 2800 (plus 1,1 Prozent) an. „Die Bedeutung der übrigen Beherbergungsbetriebe darf aber nicht unterschätzt werden: Mehr als 50 000 Gäste wurden nämlich in unseren nicht-klinischen, touristischen Quartieren erfasst“, betont Gschwind.

Allein die kurze Aufenthaltsdauer von 2,5 Tage erkläre, warum die große Zahl dieser Touristen nur 32 Prozent an den Gesamtübernachtungen ausmache. „Die gemischte Gästestruktur ist aber ein deutliches Indiz für die Vielfältigkeit und Attraktivität des touristischen Angebots in Bad Waldsee“, ist der Kurgeschäftsführer überzeugt.

Hotels und Pensionen werden in der Tourismusstatistik neuerdings zusammen erfasst, weil mehrere Häuser in der Badstraße - wie berichtet - ihren Betrieb eingestellt haben. Aktuell sind noch drei geöffnet. „Der Übernachtungsrückgang um 6,4 Prozent ist diesen weggebrochenen Kapazitäten im Kurgebiet geschuldet“, erläutert Gschwind. In der Summe wurden in den Hotels/Pensionen 2017 knapp 54 000 Übernachtungen gezählt.

Hoffnungen liegen auf „Masterplan Gesundheitsstandort“

Große Hoffnungen ruhen laut Gschwind auf dem „Masterplan Gesundheitsstandort Bad Waldsee“. „Ein wichtiges Schlüsselprojekt ist das angestrebte Vier-Sterne-Thermenhotel mit 100 Zimmern, das mit direktem Zugang zur Therme errichtet werden kann. Die Suche nach einem erfahrenen Betreiber beziehungsweise Investor ist bereits im Gange.“

Bei den Ferienwohnungen weist die Bilanz 2017 trotz gesunkener Gästezahlen mit knapp 28 000 Übernachtungen ein leichtes Plus von 2,2 Prozent aus. Gschwind: „Mit Spannung erwarten wir die Eröffnung von 19 hochwertigen Ferienappartements in der ehemaligen Glaserei Merk, die derzeit im Zentrum unserer historischen Innenstadt entstehen und ab Juli vermietet werden.“ Dank dieser neuen Kapazitäten stehe die weitere touristische Entwicklung „unter positiven Vorzeichen“.

„Kontinuierliches Wachstum auf hohem Niveau“: So beschreibt die Kurverwaltung die Tourismusentwicklung auf dem Reisemobilstellplatz am Unterurbacher Weg, was durch die Zahlen von 2017 bestätigt wird. So legten die Übernachtungen hier mit gut 16 600 nochmals um knapp fünf Prozent zu. „Der Platz ist technisch und optisch auf dem neuesten Stand, die Umgebung und das touristische Angebot sind für Reisemobiltouristen höchst attraktiv und durch das neue Sauna- und Wellnessangebot in der Waldsee-Therme ist die Attraktivität des Platzes auch in der Nachsaison deutlich gestiegen“, freut sich Gschwind.

Kein Wunder, dass diese naturnahe Anlage von der Redaktion des Magazins „Promobil“ aktuell zum „Stellplatz des Monats“ gekürt und auf zwei Seiten ausführlich beschrieben wird. „Das ist für Bad Waldsee natürlich eine schöne Werbung in Europas größtem Reisemobilmagazin“, so der Kurgeschäftsführer dazu. In Folge dessen dürfte sich die Anlage in den kommenden Monaten einer noch stärkeren Frequenz erfreuen. Schon jetzt stehen an Wochenenden kaum mehr freie Stellplätze zur Verfügung.

Die „Promobil“-Redaktion lobt den gepflegten Platz, der „zu vernünftigen Preisen alles bietet, was Reisemobilisten brauchen“. Positiv erwähnt wird auch die direkte Anbindung an den Citybus, der dank Kurkarte eine Gratisfahrt zum Erwin-Hymer-Museum ermöglicht. Lediglich Wlan werde vermisst, heißt es in der aktuellen Ausgabe.

Federn lassen mussten in der Bilanz 2017 die Bildungseinrichtungen, wozu das Bildungshaus im Kloster Reute und die Schwäbische Bauernschule zählen. Gegenüber 2016 brachen die Übernachtungen laut Kurverwaltung um neun Prozent ein, was einem minus von 2700 Übernachtungen entspricht.

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