Gute Beth von Reute ist unsere Fürsprecherin bei Gott

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Den Festgottesdienst zelebrierten (von links) Pater Laurentius, Stühlingen; Pfarrpensionär Adolf Schuhmacher, Bad Waldsee; Pfarr
Den Festgottesdienst zelebrierten (von links) Pater Laurentius, Stühlingen; Pfarrpensionär Adolf Schuhmacher, Bad Waldsee; Pfarrer Uli Steck, Kloster Reute; Pfarrer Thomas Bucher, Pfarrer Stefan Werner beide aus Bad Waldsee; Altsuperior Martin Neckermann, Reute; Pfarrpensionär Josef Mattes, Bad Waldsee. (Foto: Rudi Heilig)
Rudi Heilig

Schon recht früh hat sich gestern die große Pfarr- und Wallfahrtskirche in Reute gefüllt. Das Gut-Betha-Fest ist sowohl für die Klostergemeinschaft der Franziskanerinnen wie auch für die Kirchengemeinde St. Peter und Paul zu Reute nach wie vor ein besonderes kirchliches und religiöses Ereignis. Pfarrer und stellvertretender Dekan Thomas Bucher sagte den vielen Wallfahrern: „Jeder von uns hat eine eigene Motivation, dieses Fest der Seligen Guten Beth mitzufeiern. Was uns alle verbindet, ist bestimmt der tiefe Glauben, dass wir mit der Seligen eine besondere Fürsprecherin bei Gott haben.“

Bereits am Vorabend des großen Kirchenfestes nahmen 150 Verehrer der Guten Beth an einer Lichterprozession teil. Zum Beginn am Dorfplatz stand das Thema „Hoffnung“ im Mittelpunkt. Schwester Birgitta ermunterte hier die Teilnehmer, sich im Gespräch mit dem Nachbarn über die persönliche Hoffnung auszutauschen. Nach einer weiteren Station an der Klosterschreinerei ging es unter Glockengeläut den mit vielen Kerzen beleuchteten Klosterberg hinauf. Am Grab der Guten Beth stellte jeder seine brennende Kerze, verbunden mit den persönlichen Anliegen, auf. Im Anschluss durften sich alle Teilnehmer in der Begegnungsstätte des Klosters zum gemütlichen Austausch bei Tee und Zopfbrot treffen.

Nicht besonders im Fokus

In seiner Festpredigt bekannte der neue Seelsorger im Kloster, Pfarrer Uli Steck, dass er augenscheinlich bisher die Gute Beth nicht besonders im Fokus hatte: „Doch habe ich vor etwa 40 Jahren bei einem Treffen im Kloster Reute von einer Schwester ein Bild der Seligen erhalten. Bei jedem Umzug fand es auch immer einen Platz auf meinem Schreibtisch. Heute weiß ich, dass die Gute Beth in ihrer unscheinbaren Art mein Leben begleitete und ich somit die Berufung ins Kloster der Franziskanerinnen erfahren durfte“.

Die Tochter eines Weberehepaars

Elisabeth Achler wurde am 25. November 1386 als Tochter eines Weberehepaars in Bad Waldsee geboren. Mit 17 Jahren zog sie zusammen mit vier weiteren jungen Frauen in die neuerbaute Klause nach Reute. Hier führte sie nach den Regeln des heiligen Franziskus ein Leben in Abgeschiedenheit und Gebet. Hunger und Armut waren ihr nicht fremd. Im Klösterlein versorgte sie anfangs die Küche und somit auch die Armen an der Klosterpforte. Im innigen Gebet ließ sie sich ganz auf Gott ein. Ihre Sorge galt schon damals der Einheit der Kirche. Bekannt ist ihre Vision, dass am Martinstag des Jahres 1417 auf dem Konstanzer Konzil ein Papst gewählt wird – es war Martin V. –, der für diese Einheit stehe. Gestorben ist Elisabeth an ihrem 34. Geburtstag im Jahre 1420. Ihre Seligsprechung erfolgte vor 252 Jahren.

Schwesternchor begleitet Gottesdienst

Den Festgottesdienst begleitete feinstimmig der Schwesternchor unter der Leitung von Schwester Franziska, das Orgelspiel übernahm Schwester Liberata. Auf die Frage nach dem Gottesdienst, warum Personen die Gute Beth heute verehren, kam von Gerlinde Huber aus Bad Waldsee spontan: „Sie ist ständige Begleiterin in meinem Leben, ich bete gerne an ihrem Grab.“ Ähnlich drückte es der ehemalige Ortsvorsteher Franz Bendel aus: „Die Gute Beth ist für uns tägliche Kraftquelle, ihre Hilfe für die Armen ist auch Ansporn für uns.“ Während Hildegard Geray aus Kümmerazhofen in ihren großen Bitten immer bei der Seligen ein offenes Ohr gefunden hat, sie auch den Dank dafür nicht vergisst, zündet Gretel Pahn aus Reute seit vielen Jahren wöchentlich eine Kerze in der Gut-Betha-Kapelle an. Sie verbindet damit ihre Dankbarkeit für ein langes Leben in Gesundheit. Im Anschluss in den feierlichen Gottesdienst reihten sich viele Wallfahrer vor dem Grablegungsaltar der Guten Beth ein, um dort den persönlichen Einzelsegen zu empfangen.

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