Gewaltiger Donnerhall ist weithin zu hören

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 Das Abfeuern erfolgte nach genau festgelegtem Plan in wechselnden Reihenfolgen
Das Abfeuern erfolgte nach genau festgelegtem Plan in wechselnden Reihenfolgen (Foto: Rudi Martin)
Rudi Martin

Überraschend viele Besucher hatten sich zum traditionellen Böllerschießen vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Mittelurbach eingefunden. Ortsvorsteher Franz Spehn freute sich darüber, dass die Einheimischen und auch zahlreiche Gäste aus dem ganzen Stadtgebiet zu diesem hör- und sichtbaren besonderen Ereignis ins Königstal gekommen waren. Schließlich wird hier mit gewaltigem Donnerhall das alte Jahr verabschiedet und das neue willkommen geheißen.

Das Wetter war keineswegs einladend. Zwar hatte der Nieselregen aufgehört und auch die Temperaturen pendelten sich bei wenigen Graden über dem Gefrierpunkt ein. Umso verwunderlicher war deshalb der große Zuspruch. Ein Besucher – wie die meisten Gekommenen des Schwäbischen mächtig – äußerte sich deutlich: „Heut isch es aber ganz schee kebelig“. Die Königstäler Böllerschützen als Veranstalter hatten vorgesorgt und am Vormittag regensichere Unterstände organisiert und aufgestellt.

Die Gäste genossen die warmen Getränke wie Glühwein und Punsch. Auch die angebotenen frisch gebackenen Waffeln und die Saitenwürste fanden besten Absatz. Die neun heimischen Böllerschützen mit Gerhard Frick an der Spitze waren wie gewohnt in ihrer flotten Schützentracht erschienen und hatten Aufstellung hinter den Sicherungsbändern bezogen. Schnell wurden die Vorderlader geladen. Das gut hörbare Einklopfen des Pulvers mit Holzhämmern gehört zum Böllerschießen dazu.

Den Anweisungen des Schießleiters Gerhard Frick folgten die Schützen und Kanoniere konzentriert und hielten zum Zeichen der Bereitschaft je einen Arm hoch. Gab es mal eine Ladehemmung, was durchaus vorkam, durfte der Böllerschütze oder Kanonier seinen Böller erst abfeuern nach Fricks erneutem Kommandozuruf.

Das Einhalten der Sicherheitsregeln gehört zum Trainingsprogramm der Böllerschützen. Heuer waren als Gastabordnungen wieder die befreundeten Kanoniere aus Oberessendorf und ein Kanonier dabei, der früher bei der Gruppe aus Weingarten mitwirkte und dieses Mal extra mit einer Kanone der „Freien Burghut-Landsknechte“ aus Gundelfingen an der Donau nach Mittelurbach gekommen war. Die dritte Kanone wurde von den Königstälern selbst bedient.

Das Abfeuern erfolgte nach genau festgelegtem Plan in wechselnden Reihenfolgen. Vor allem beim gemeinsamen Salut war dann der Donnerhall im gesamten Königstal weithin zu hören. Nach jeder Kommandoeinheit gab es dann Applaus für die Schützen und Kanoniere. Über eine Stunde dauerte das Böllerschießen, unterbrochen von längeren Pausen.

Die Gäste standen in größeren und kleineren Gruppen um die aufgestellten Partytische und nutzten die Pausen zum Gespräch miteinander, plauderten über Vergangenes und Geplantes und wünschten sich frühzeitig alles Gute für 2019.

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