Fulminanter Blasmusikabend mit Peter Schad

Lesedauer: 5 Min
 Viel Applaus gab es für die Oberschwäbischen Dorfmusikanten.
Viel Applaus gab es für die Oberschwäbischen Dorfmusikanten. (Foto: Rudi Heilig)
Rudi Heilig

Seit bereits Jahrzehnten füllt Peter Schad mit seinen Oberschwäbischen Dorfmusikanten die Festzelte und die Hallen in der Region. In diesem Jahr konnte sogar das 35. Jubiläum gefeiert werden. So war es auch keine große Überraschung, dass am Mittwochabend der Kursaal in der Stadthalle mit über 300 Besuchern bestens besetzt war.

„Jahr für Jahr sind wir gerne wieder in Bad Waldsee“, sagte Peter Schad in seiner Begrüßung. Der erste Auftritt der Kapelle war im Jahre 1983 beim Hafenkonzert in Friedrichshafen. Seither gab es jeweils 25 bis 30 Konzerte pro Jahr. Die allermeisten der gespielten Titel stammen aus der Feder von Peter Schad und sind in Blasmusikkreisen inzwischen wahre Hits, wie die „Kuschelpolka“, „Jubiläumsklänge“ oder „Rosenduft“.

Conny Schuler, von Peter Schad als oberschwäbische Nachtigall bezeichnet, zeigte mit ihrer ausdruckstarken und gefühlvollen Stimme, dass diese Nennung ihr Talent bestens beschreibt. Seit 32 Jahren als Sängerin bei Peter Schad hat sie in über 800 Konzerten die Oberschwäbischen Dorfmusikanten begleitet. In Bad Waldsee war es ihr Abschiedskonzert, sie will sich künftig besonders um ihre 82-jährige Mutter in Aßmannshardt kümmern. Von der Schwäbischen Zeitung nach ihrer musikalischen Zukunft befragt, nannte die begnadete Sängerin: „Ich möchte gerne mit meiner Stimme und der Gitarre Menschen in Alten- und Pflegeheimen erfreuen“.

Mit weit über 100 Eigenkompositionen und legendären Blasmusikklassikern verfügen die Dorfmusikanten über ein Repertoire, das auch beim wiederholten Besuch keine Langeweile aufkommen lässt. „Wir sind alles Idealisten, meine Musiker mögen sich und haben viel Spaß am Musizieren“, so skizzierte Schad seine zwanzigköpfige Band. Ingrid Baumann ist dabei neben der Sängerin die einzige Frau im Orchester. Schad zeigte sich den ganzen Abend von einer sehr humorvollen Seite. Er stellte immer wieder auf charmante Art seine Musiker vor. So aus der Region Christoph Schoch (Klarinette), er ist seit drei Jahren auch Dirigent der Musikkapelle Blönried-Zollenreute. Zusammen mit Ludwig Kibler spielte er den weltberühmten Cardas „Olé Guapa“.

Aus dem reichen Fundus der Oberschwäbischen Dorfmusikanten waren unter anderem zu hören: „Ewig schad“ und „An der schönen blauen Donau“. Alle Musiker zeigten sich bestens in Form, so auch bei Solos von Ingrid Baumann (Flöte) mit „Dornenvögel“, dem Brüderpaar Klaus und Stefan Merk mit „Baritone der Nacht“ und Manuel Zieher (Posaune) mit „Gentleman“. Sonderapplaus erhielt Solotrompeter Martin Schad (nicht verwandt, aber ein Schüler von Peter Schad) für „Silberfäden“ und „Der alte Dessauer“. Schuler sang sich mit dem bekannten Evergreens „Ein bisschen Frieden“ sowie „Jasmina“ in die Herzen der aufmerksamen Besucher – und als perfektes Gesangsduo dann mit Schad den Walzer „Morgens am See“, das Liebeslied „Der alte Lindenbaum“ und die heimliche Nationalhymne Südtirols „Dem Land Tirol die Treue“. Mit bravourösem Gesangspart begeisterte Schad selbst beim „Wolgalied“ aus der Operette „Der Zarewitsch“ von Franz Lehar.

Voll des Lobes waren Gertrud und Alfred Hepner aus Heudorf/Bussen. Alfred Hepner spielt selbst Flügelhorn, er ist Vater des Ravensburger Stadtmusikdirektors Harald Hepner. Fridl Schoch, 45 Jahre Dirigent in Aulendorf und Ebersbach, ist begeistert von Peter Schad und seinen leidenschaftlich, perfekten Musikern. Die Oberschwäbischen Dorfmusikanten bedankten sich am Schluss des über dreistündigen Konzerts mit einigen Zugaben für die Aufmerksamkeit und den reichen Applaus.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen