Freibadgastronomie wird für 622 000 Euro modernisiert

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Der Gastronomiebereich ist den Besuchern nach der Modernisierung nicht mehr zugänglich, Essen soll dann aus vier Ausgabemöglich
Der Gastronomiebereich ist den Besuchern nach der Modernisierung nicht mehr zugänglich, Essen soll dann aus vier Ausgabemöglichkeiten heraus verkauft werden. (Foto: Wolfgang Heyer)
Redaktionsleiter

In die Modernisierung der Freibadgastronomie investiert die Stadt Bad Waldsee 622 000 Euro. Einstimmig befürwortete der Verwaltungsausschuss das Vorhaben, das die Freibadqualität noch weiter steigern soll. Einzig die Pachtfrage sorgte im Gremium für eine kurze Diskussion.

Das Gastronomiegebäude im Freibad ist veraltet. Im Jahr 1976 wurde das Gebäude laut Sitzungsvorlage zur Cafeteria und als Freibad-Kiosk umgebaut und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Gesetzliche Vorgaben stellen die Verantwortlichen vor Probleme, die sogar im Entzug der Betriebserlaubnis münden könnten. Daher hat sich die Stadt für die Modernisierung und ein neues Konzept der Freibadgastronomie entschieden. Die bisherige Buffetgastronomie soll zum reinen Kioskbetrieb umgewandelt werden. Hierfür soll eine Küche mit kompletter Grundausstattung versehen sein, die dem Betreiber individuelle Möglichkeiten einrichtet. Freiflächen böten Platz für beispielsweise Pizzaofen oder Dönerspieß.

Das städtische Konzept ermögliche es dem Betreiber „typisches Freibadessen“ wie Pommes oder Currywurst anzubieten. Ein großer Teil der Gastronomie sei zudem einsehbar und solle die Attraktivität für die Besucher steigern. Die Kühlmöglichkeiten werden zudem vom Nebengebäude in das Hauptgebäude verlagert. Damit merzt die Stadt einen großen gastronomischen Kritikpunkt aus. Bislang müssen die Betreiber lange Transportwege in Kauf nehmen. Bis zu vier Ausgabemöglichkeiten sollen dem Pächter zur Verfügung stehen. Die Zeit des Buffetgangs ist damit beendet. Denn der Gastronomiebereich soll dem Kunden dann nicht mehr zugänglich sein. Dem Vernehmen nach befürchtet der ein oder andere Stammgast nach der Umstellung lange Warteschlangen.

Pacht auf fünfe Jahre

Der Pachtvertrag soll ab der Saison 2019 wieder auf fünf Jahre ausgeschrieben werden. Da das Pachtinteresse an der Gastronomie noch nicht abzusehen ist, hat die Stadt gemäß Sitzungsunterlage darauf geachtet, ein schlüssiges Gesamtkonzept zu erstellen. Es soll eine „attraktive Basis“ sein, die viele potentielle Betreiber anspricht.

Tobias Lorinser (CDU) nahm diese Thematik auf und informierte sich nach den Pachtmodalitäten. Wie Thomas Manz, Erster Beigeordneter der Stadt, erklärte, gebe es in Bereich der Freibadgastronomie keine festen Pachtpreise sondern eine Berechnung nach dem Umsatz. „Eine umsatzorientierte Pacht kann aber auch kontraproduktiv sein“, meinte Lorinser. Dem entgegnete Manz: „Eine wetterabhängige Freibadgastronomie kann nicht mit einer ,normalen’ Gastronomie verglichen werden. Ansonsten finden sie gar keinen Pächter“.

Wilhelm Heine (CDU) fragte nach der Dringlichkeit der Baumaßnahme und wollte wissen, ob die Modernisierung noch etwas verzögert werden kann, um die Baukonjunktur abzuwarten und eventuell vergünstigtere Kosten erzielen zu können. „Ich würde empfehlen, das jetzt nicht zu diskutieren“, antwortete Manz dazu kurz.

Drei Bauabschnitte

Die Sanierung soll laut Sitzungsvorlage in drei Bauabschnitten erfolgen, die jeweils in den betriebsfreien Monaten zwischen Oktober und April stattfinden sollen. So steht ab Herbst der erste Bauabschnitt, der Gastronomiebereich im Erdgeschoss, an. Hierbei sollen die alten Anlagen und die Einrichtung erneuert werden. Auch die Elektro- und Wasserleitungen bedürfen eines Austauschs. Der Lebensmittelaufzug und die bestehende Lüftungsanlage werden entsorgt. Die detaillierte Planung sieht außerdem neue Wände und abgehängte Decken vor sowie einen neuen Tiefkühlraum. Neben Maler- und Schreinerarbeiten stehen auch Fliesenarbeiten auf dem Arbeitsprogramm. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf rund 497 000 Euro.

Bauabschnitt 2 soll im Herbst 2019 starten und beinhaltet den Ausbau des benötigten Aufenthaltsraums samt Umkleidemöglichkeiten im ersten Obergeschoss. Die Kosten werden in der Sitzungsvorlage auf rund 66 000 Euro festgelegt. Knapp 59 000 Euro wurden für Bauabschnitt 3 veranschlagt. Ebenfalls ab Herbst 2019 soll der Lager- und Anlieferungsbereich hinter dem Gebäude modernisiert werden. Hierbei soll die Lagerfläche im Außenbereich überdacht und der bestehende Belag erneuert werden.

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