Frauenbergkreisel und Bahnhof werden 2018 fahrradfreundlicher

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Der Arbeitskreis Radverkehr befasste sich im Rathaus mit drei aktuellen Radweg-Projekten, die noch in diesem Jahr umgesetzt wer
Der Arbeitskreis Radverkehr befasste sich im Rathaus mit drei aktuellen Radweg-Projekten, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden. (Foto: Sabine Ziegler)
Schwäbische Zeitung
Freie Redakteurin

Der Arbeitskreis (AK) Radverkehr hat sich in seiner gut zweistündigen öffentlichen Sitzung am Montag im Rathaus mit aktuellen Radweg- und Radinfrastruktur-Projekten auf Waldseer Gemarkung befasst. Neben dem geplanten Radweg entlang der B 30 zwischen Egelsee und Baindt, der – wie berichtet – vom Bund noch heuer gebaut werden soll, stellte Tiefbauamtsleiter Jürgen Bucher auch zwei kommunale Maßnahmen für 2018 vor.

Bekanntlich hat die Stadt Bad Waldsee vor Jahren ein Radwegekonzept erarbeitet, bei dem jede Baumaßnahme im Hinblick auf Lückenschluss planerisch abgestimmt wird mit Kreis, Land und Bund. Im Zuge dessen werden in der Kurstadt Verbesserungen für Radfahrer in die Tat umgesetzt, um dieser Zielgruppe nicht nur ein schnelles Durchkommen im Straßenverkehr zu garantieren, sondern vor allem ein sicheres.

Wie Bucher dem AK mitteilte, wird sich die Kommune im laufenden Jahr auf die Umsetzung von drei Vorhaben konzentrieren: Neben der seit Jahrzehnten herbeigesehnten Radweg-Strecke vom Egelsee nach Baindt, an der sich Bad Waldsee planerisch und finanziell beteiligen wird, wird der Fokus auf den Kreisverkehr am Frauenberg und auf den Bahnhof gerichtet.

„Im Bereich des viel befahrenen Kreisverkehrs an der Frauenbergstraße sollen rot markierte Radfahrschutzstreifen und Zebrastreifen angelegt werden, um das Überqueren der Zufahrtsstraßen für diese Zielgruppen durchgängiger und sicherer zu gestalten“, erläuterte der Tiefbauamtsleiter. Bekanntlich mündet von der Richard-Wagner-Straße kommend bereits ein Radstreifen in die Frauenbergstraße (Richtung Stadt) ein und es gibt Querungsinseln. Die Planer haben aber weiteren Bedarf ausgemacht rund um den Kreisel, der als zentrale Zufahrt ins Einkaufszentrum Ballenmoos sowie in Richtung B 30 ein hohes Verkaufsaufkommen schlucken muss. Künftig sollen auf allen vier Straßen vor dem Kreisel Radfahrer und Fußgänger Vorrang haben. Eine bessere Ausleuchtung sorge zusätzlich für Sicherheit. Laut Bucher sind die Planungen dafür bereits abgeschlossen, eine Kostenzusage des Landes liege vor und deshalb könne mit den Bauarbeiten zeitnah begonnen werden.

50 Fahrradstellplätze für Bahnhofs-Vorplatz

Auch der Bahnhof, der von privater Hand saniert und umgestaltet wird, soll noch 2018 eine bessere Infrastruktur für Radfahrer erhalten. Bucher: „Es werden 50 Fahrradabstellplätze geschaffen im südlichen Bereich des Vorplatzes.“ Bislang fanden in einer veralteten Abstellanlage direkt neben den Gleisen 40 Räder Platz. Laut Rathaus-Sprecherin Brigitte Göppel werde es im Zuge dessen auch Boxenabstellplätze geben, an denen E-Bikes aufgeladen werden können.

Radfahrer, die auf einen sicheren Radweg oder zumindest auf einen Schutzstreifen hinaus in das Gewerbegebiet Wasserstall hoffen, müssen sich laut Bucher noch bis 2019 gedulden. „Innerhalb der nächsten vier Wochen laufen dafür zwar die Vermessungsarbeiten, aber nachdem Grundstücksverhandlungen notwendig werden, kann die Maßnahme mit Sicherheit nicht mehr im laufenden Jahr umgesetzt werden.“

Abgesehen von der Diskussion über die genannten drei Vorhaben, trugen die Mitglieder des AK Radverkehrs noch weitere Anliegen im Rathaus vor. Dem Gremium gehören neben Bürgermeister, Tiefbauamtsleiter sowie Gemeinde- und Ortschaftsräte auch Bürger an, die mit dem Thema Radfahren besonders vertraut sind und den Planern deshalb sinnvolle Anregungen geben können. Zur Sprache kamen in Namen des Stadtseniorenrates unter anderem die Schutzstreifen für Radler, von denen es in der Kurstadt inzwischen mehrere gibt. Bekanntlich sind diese vor allem unter den älteren Radlern umstritten, weil sie sich auf den fahrbahngleichen Streifen nicht sicher fühlen.

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