Erneuter Warnstreik bei Hymer in Bad Waldsee

 Rund 1300 Teilnehmer versammelten sich am Donnerstag auf dem Hymer-Betriebsgelände.
Rund 1300 Teilnehmer versammelten sich am Donnerstag auf dem Hymer-Betriebsgelände. (Foto: IG Metall)
Schwäbische Zeitung

Erneut hat es einen Warnstreik bei Hymer in Bad Waldsee gegeben. Der Grund: die Mitarbeiter der holzverarbeitenden Industrie in Oberschwaben sollen mehr Geld bekommen.

Die zweite Tarifverhandlung für die Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie (HVI) Baden-Württemberg am 4. November endete äußerst enttäuschend, teilt die IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben mit.

Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten.

Helene Sommer, IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben

Die Arbeitgeber hätten kein neues Angebot vorgelegt. Nur 2,5 Prozent über 30 Monate sollen es insgesamt sein, sechs Nullmonate eingeschlossen. „Das ist ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“, so Helene Sommer, 1. Bevollmächtigte der zuständigen IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben. Und so rief die IG Metall am Donnerstag zum Aktionstag auf. Laut Angaben der IG Metall waren 1300 Teilnehmer dabei.

Marcel Weißgerber, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Firma Dethleffs, habe gesagt: „Wir Holzer sind bereit, für unsere Forderungen zu kämpfen“. Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde 4,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, des Weiteren soll die Altersteilzeit attraktiver gestaltet und die Belastung der Beschäftigten kompensiert werden.

Enorme Arbeitsbelastung soll sich auszahlen

Hymer-Betriebsratsvorsitzender Janusz Eichendorff zeigte sich über die Kampfkraft der oberschwäbischen IG Metall sichtlich zufrieden: „Die guten Argumente sind auf unserer Seite. Das hilft in Tarifverhandlungen aber leider nur bedingt. Wir brauchen am Verhandlungstisch den Rückhalt von kampfbereiten Kolleginnen und Kollegen, damit die Arbeitgeber wissen, dass wir bereit sind für unsere Forderungen zu kämpfen.“

Eichendorff sei zudem auf die enorme Arbeitsbelastung der Mitarbeiter eingegangen. „Unsere Belegschaft ist seit Jahren am Anschlag. Ständige Mehrarbeit und eine enorme Leistungsverdichtung. Das Angebot der Arbeitgeber zeugt von wenig Wertschätzung der Belegschaftsleistung der vergangenen Monate.“

Insgesamt hätten am Donnerstag rund 3180 Mitarbeiter bei Dethleffs in Isny, Carthago in Aulendorf, Martin Staud in Bad Saulgau und Hymer in Bad Waldsee die Arbeit niedergelegt. Vor rund einem Monat hatte es hierzu bereits die erste Protestaktion gegeben.

Meist gelesen in der Umgebung

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen