Eisenbahnidylle und Genusslauf am Kulturbahnhof in Durlesbach

Lesedauer: 5 Min
 Dank Eisenbahnfan Peter Christ treten die Gumpig-Bändler in Durlesbach regelmäßig auf.
Dank Eisenbahnfan Peter Christ treten die Gumpig-Bändler in Durlesbach regelmäßig auf. (Foto: Fotos: Rudi Heilig)
Rudi Heilig

Bereits zum zwölften Mal spielte die Dixieband „Gumpig-Bändler“ aus Kisslegg/Bad Waldsee am Sonntag in Durlesbach beim Eisenbahndenkmal. Eingeladen zum großen Musikfrühstück hatte der Förderverein „Durlesbachbähnle“ in Kooperation mit der Laufgruppe „TSV Reute-Runners“. Nach dem nächtlichen Gewitter mit Starkregen zeigte sich pünktlich zum Festbeginn bei angenehmer Temperatur die Sonne. Neben zahlreichen Wandergruppen kamen auch viele Fahrradfahrer aus Richtung Reute-Gaisbeuren, Mochenwangen und Schindelbach zum Schussentobel.

Unter dem Motto „Erst laufen, dann Musik genießen“ begaben sich um 10 Uhr etwa 65 Läufer an den Start zum Genusslauf entlang der Schussen und durch den schönen Wald bis Nähe Baindt. Ewald Fast und Lothar Grobe kennzeichneten nach dem starken Gewitterregen erneut die Routen mit frischem Sägemehl. Auf drei ausgeschilderten Strecken von zehn, 15 und 21 Kilometern – flache Passagen und auch Steigungen – konnten die Teilnehmer ohne Zeitdruck im Jogging-Tempo die Waldstrecke genießen. Bei bewölktem Himmel, aber regenfrei, war dieser Lauf für alle ein besonderes Erlebnis, einfach Genuss pur.

Die Veranstalter freuten sich besonders über die Teilnahme von Läufern aus Aulendorf, Biberach und Blitzenreute. Auch Nordic Walker gesellten sich zu den Läufern, an einer Verpflegungsstation gab es ein vielstimmiges „Hallo“.

Die „Gumpig-Bändler“ mit ihrem reichhaltigen Repertoire herrlicher Klassiker und Ohrwürmer der 1960er- und 70er-Jahre begeisterten die Besucher restlos. So kommen bei „Bona Sera Senorita“, „Mendocino“, „Marina“ oder „Blueberry Hill“ einfach schöne Erinnerungen wieder. Lautstark mitgesungen wurde die Durlesbacher Nationalhymne „Auf dr schwäb’scha Eisabahna“. Die im Viertelstundentakt vorbeifahrenden Regional- und auch Fernzüge erzeugen Eisenbahnromantik vom Feinsten. Leider konnten keine Bahnreisenden hier aussteigen, denn der weltberühmte Bahnhof ist seit 1984 stillgelegt und privat veräußert.

Das Dauer-Engagement der Dixieband in Durlesbach besteht nicht ganz von ungefähr, engagiert sich doch der Waldseer Eisenbahnfan Peter Christ mit seinem Saxofon hier als Bandleader. Die eingeschworene Band besteht weiter aus Rolf Waizenegger, Banjo; Lothar Müller, Posaune; Werner Braun, Bariton; Bruno Boneberger, Waschbrett und Walter Buffler, Snare-Trommel.

Jahr für Jahr befindet sich auch René Auer und den Gästen in Durlesbach. Der Bad Waldseer Künstler hatte nämlich im Jahre 1990 vom Unternehmer Alfons Walz den Auftrag erhalten, die Bahnhofszene mit dem Bauern, seiner Frau, dem widerborstigen Goißbock sowie dem Kondukteur mit lebensgroßen Figuren zu gestalten. Viele erkennen heute in der Figur des Kondukteurs spontan den Auftraggeber Walz. Diese Bronzefiguren am Bahnsteig sind heute neben der alten Dampflock, einem Tender und zwei Waggons begehrte Fotoobjekte.

Froh ist der Bähnlesverein, dass noch in diesem Jahr der Wunsch der zahlreichen Wanderer und Fahrradfahrer nach einer barrierefreien Toilettenanlage am Bahndenkmal verwirklicht werden kann. Ein städtischer Zuschuss in Höhe von 5000 Euro, Fördermittel aus dem Leader-Programm des Landes mit 6300 Euro sowie eine Darlehensaufnahme ermöglichen diese 31500 Euro teure Baumaßnahme. Durch großzügige Eigenleistungen der Mitglieder will Bauleiter Hermann Gessler jedoch den Kostenvoranschlag wesentlich unterschreiten. Der neugewählte Vorsitzende des Fördervereins Karsten Arndt, Reute erhofft zusammen mit seinen Vorstandskollegen Franz Bendel, Manfred Knörle und Achim Strobel auch weitere Spenden zu erhalten. Mit dieser Verbesserung der Infrastruktur lassen sich künftig auch weitere kulturelle Veranstaltungen an den Bahnhof bringen. Besonderes freuen sich die Verantwortlichen, dass neben den guten Festeinnahmen die „Gumpig-Bändler“ wiederum auf eine Gage verzichten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen