Eine andere Welt des Reisens

Lesedauer: 4 Min
Der Dethleffs Camper Export mit Hubdach von 1965.
Der Dethleffs Camper Export mit Hubdach von 1965. (Foto: Rist)
ris

Die neue Sonderausstellung im Erwin-Hymer-Museum entführt den Besucher in die etwas andere Welt des Reisens. Sie zeigt die verschiedensten Varianten der klappbaren, faltbaren und zu kurbelnden Fahrzeuge.

Während dieser Trend aus den beginnenden 1930er-Jahren bis heute in verschiedenen Ländern Europas nicht ganz aus der Campingszene wegzudenken ist, zeigen sich die deutschen Urlauber nicht ganz so interessiert daran so zu reisen. Schade eigentlich, denn diese Art des Gefühls von Freiheit und Unbeschwertheit ist gar nicht so ohne. Einer der ersten Pioniere dieser Form des faltbaren Caravans war unter anderem Aris Dethleffs. Er baute sein erstes „Wohnauto mit Hubdach“, so auch in der Ausstellung zu sehen.

Ebenso zu den Anfängen der klappbaren Unterkünfte zählt das Model „1,2,3 – Haus dabei“ von Sport Berger, der im Jahre 1935 den ersten deutschen Zeltwohnwagen auf den Markt brachte. Für damalige Verhältnisse eine richtige Sensation, ein Zelt mit festem Boden, erhöhter Schlafposition und wie von Zauberhand in sekundenschnelle aufgebaut. Aber auch die Modelle, welche sich nach oben, unten oder zur Seite, falten, kurbeln oder zu klappen sind, sind in der Ausstellung zu bewundern.

Der Spaß und Information kommen auch nicht zu kurz. Alle Besucher haben die Möglichkeit an Mitmachstationen verschiedene Aktivitäten zu probieren. Sicherlich spannend ist für die jüngere Generation die Möglichkeit, sich mit einer realen Straßenkarte auseinanderzusetzen, weit weg vom Navi. Hierzu kann auch eine endlos Karte selbst hergestellt werden in der sich ein Faltcaravan auseinanderfaltet. Erstaunlich ist, wie viele Personen teilweise auf engem Raum hier ihre Freizeit verbracht haben und sicher nicht unglücklich waren. Da zeigt sich wieder einmal– „weniger ist mehr“.

1960 hatte der Hersteller Hartmann eine pfiffige Idee zu seinem Klappwohnwagen noch ein Boot mit anzubieten. Zu der Komplettkarosserie aus Glasfaser laminierten Polyester befand sich ein abnehmbares Dach, welches sich als Boot eignete und sogar mit einem Außenbordmotor versehen werden konnte. Bekannt war es unter dem Namen Fawoboo.

Gerade zu DDR-Zeiten waren diese Zeltwagen in den verschiedensten Größen – auf die Fahrzeuge ausgelegt, welche als Zugfahrzeuge zur Verfügung standen. Für den Trabant war das Zelt kleiner ausgelegt als für den Wartburg.

Selbst für den Motorradfahrer mit Beiwagen sind Modelle zu sehen, welche damit unterwegs waren.

Das Ausstellungsprogramm ist vom Sonntag 17. November, bis 15. März 2020 im Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee zu bestaunen.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen