Ein Patrozinium mit viel Charme

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Rudi Martin

Am Vorabend von „Mariä Geburt“, einem kirchlichen Fest- und Feiertag, der weltweit am 8. September in zahlreichen Kapellen und Kirchen mit dem Patrozinium der Geburt der Gottesmutter Maria gefeiert wird, hatten auch Grabener Bürger einen besonderen Anlass, in ihrer Marienkapelle dieses Patrozinium würdevoll zu begehen. Denn die Kapelle ist auf die Namensgebung „Mariä Geburt“ geweiht worden.

Zwar gehört Graben als höchstgelegener Weiler Bad Waldsees seit eh und je zur Stadt, kirchlich sind die Grabener seit Gedenken aber eng an die Kirchengemeinde Haisterkirch gebunden. Mit viel Eigenleistung etlicher Weilerbewohner und der Beschaffung von Spendengeldern hatten in den Jahren 2008 und 2009 Bewohner von Graben unter Federführung von Erich Härle und Erwin Fink dieses sakrale Kleinod in den heutigen Zustand versetzt und für ein elektrisches Läutewerk gesorgt. Die Stadt Bad Waldsee, Eigentümerin der Kapelle, hatte zur Restaurierung 2500 Euro beigesteuert.

Die ehrenamtlichen Mesnerdienste übernahm von diesem Zeitpunkt an die Nachbarin Hedwig Kremmler. Zuvor hatten sich jährlich Bewohner Grabens bei den Kapellendiensten abgewechselt. Dazu gehörte vor allem auch das tägliche Gebetsläuten per Hand und mit Seilzug. Im Rahmen des diesjährigen Patroziniums wurde Kremmler für ihre ehrenamtlichen Dienste aufrichtig gedankt, die sie aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Pfarrer Stefan Werner überreichte ihr zum Dank einen Blumenstrauß, ebenso Rita Fink, die inzwischen dieses Ehrenamt übernommen hat.

Viele Gläubige aus Haisterkirch

Pfarrer Stefan Werner hatte anlässlich des Festes der Gottesgebärerin in der Kapelle eine Eucharistiefeier zelebriert. Gekommen waren nicht nur Grabener, sondern auch etliche Gläubige der Kirchengemeinde Haisterkirch, die alle zu Beginn voller Inbrunst und bei Gitarrenbegleitung durch Pfarrer Stefan Werner das altbekannte Marienlied „Meerstern ich Dich grüße“ sangen.

Familie Frick hatte eingeladen

Pfarrer Werner gratulierte den Gekommenen zu diesem besonderen Geburtstagsfest, denn in der katholischen Kirche werden nur drei Geburtstage so festlich begangen, ansonsten stehen die Todes- und Namenstage im Mittelpunkt. In seiner Predigt erläuterte er die biblischen Stammbäume in Bezug auf die Geburt Jesu und die Bedeutung der Gottesmutter Maria. Wie schon im vergangenen Jahr, gehörte ein gemütliches Zusammensein zum Festausklang.

Auch dieses Mal hatte die Familie Frick ins Areal ihres Hofs – nur wenige Schritte von der Kapelle entfernt – eingeladen. Extra waren Schwedenfeuer in dem riesigen und prächtigen Pflanzen- und Blumenparadies angezündet worden. In romantischer, blumenreicher Umgebung wurden die Gäste mit Getränken und schmackhaften Happen von Monika Frick und Rita Fink verwöhnt. Auf die Frage hin, ob denn irgendwo ein Kässchen aufgestellt für einen Obolus sei, antwortete Erwin Fink, der beim Ausschenken mithalf: „Wir Grabener haben noch Spendenreste, und die verwenden wir für diese Nachfeier beim Patrozinium.“

Ehrenamtliches Engagement zeigen Grabener Bürger nicht nur in der Kirchengemeinde, sondern auch bei anderen Institutionen und Vereinen. Exemplarisch sei hier die Familie Frick genannt. Franz Frick gehört dem Kirchengemeinderat Haisterkirch an, Ehefrau Monika ist dort als Lektorin und Kommunionhelferin im Einsatz und Sohn Markus dient als Ministrant.

Viele Lobes- und Dankesworte wurden beim Patroziniums-Nachfest 2018 ausgesprochen und auch der Wunsch geäußert, dass man sich auch 2019 wieder hier einfinden darf.

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